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Die Petersen-Villa hat eine bewegte Vergangenheit: Gebaut als Sommerhaus eines Marinemalers diente sie in den 1970er- und 1980er-Jahren als Klinik für Suchtkranke. Danach gab es für das Gebäude viele Pläne. Nun soll dort ein Gründerzentrum entstehen.

Neue Pläne

Petersen-Villa: Künstler sollen einziehen

Emmering  - Seit gut zehn Jahren steht die Petersen-Villa leer. Nun gibt es neue Pläne: In die Villa sollen Existenzgründer, Künstler und Freiberufler einziehen.

Einstimmig segnete der Gemeinderat die Pläne der Eigentümer in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses ab. Das Haus gehört seit 1970 der Münchner Familie Wolf. Siegfrid Wolf kaufte es damals. Gemeinsam mit seinem Sohn Patric Wolf (42) will er wieder Leben in die alte Villa bringen.

Laut Patric Wolf ist es eine große Herausforderung, eine geeignete Nutzung für das dreigeschossige Haus, das eine Fläche von rund 800 Quadratmetern hat, zu finden. Für Wohnungen sei das Gebäude ungeeignet. Daher sollen die Räume einzeln an Freiberufler, Künstler und Jungunternehmer vermietet werden. „Eine Art Zentrum für Existenzgründer habe ich an anderer Stelle schon“, sagt Patric Wolf.

Unter freiberufliche Tätigkeiten fallen etwa Rechtsanwälte, Ärzte oder auch Gutachter. Um die Petersen-Villa für Jungunternehmer attraktiv zu machen, will Wolf auf relativ niedrige Mieten setzen. „Kurze Mietverträge soll es auch geben“, sagt Wolf gegenüber dem Tagblatt. So könnten sich die Existenzgründer zuerst ausprobieren und problemlos nach wenigen Monaten wieder ausziehen.

Rathaus-Geschäftsleiter Markus Pree erklärt mit Blick auf den Denkmalschutz, unter dem die Villa steht: „Ich habe den Eindruck, dass die Familie Wolf sehr bewusst mit dem Haus umgehen wird, weil sie durchaus ein Gespür dafür hat.“ Einen radikalen Umbau hält er daher für unwahrscheinlich. Und Patrick Wolf bestätigt: „Es werden hauptsächlich Renovierungsarbeiten vorgenommen.“ Neue Wandbeläge und Tapeten seien nötig, ebenso müssten die alten Türen und Fenster ausgetauscht werden.

Kein Wunder, denn gebaut wurde das Gebäude vor rund 111 Jahren. Errichten ließ die Villa der deutsche Marinemaler Hans Ritter von Petersen, der 1914 mit 64 Jahren verstarb. Er nutzte das Gebäude unter anderem als Atelier und Sommerhaus. Wenn also vielleicht bald Platz für Übungsräume und Ateliers für Künstler geschaffen wird, wird das Haus zum Teil wieder so genutzt, wie es einst der Bauherr tat.

Die Villa, die am Eichenhain an der Grenze zwischen Fürstenfeldbruck und Emmering steht, wurde seit rund zehn Jahren nicht mehr genutzt. Laut Wolf verfügt das Haus über 18 bis 20 Zimmer. „In den 1970er- und 80er-Jahren war darin Daytop, eine Fachklinik für Heroinabhängige, untergebracht“, erklärt Pree auf Tagblatt-Nachfrage. 2004 verließ die Einrichtung die Villa. Danach wurde überlegt, eine Gaststätte darin unterzubringen. Außerdem plante die Familie Wolf 2007 ein Zentrum für chinesische Medizin.

Und zuletzt hätten in die Petersen-Villa 45 Asylbewerber einziehen sollen. Aber der Umbau verzögerte sich aufgrund von Problemen beim Brandschutz. Also wurden die Pläne verworfen. „Jetzt ist die Zahl der Flüchtlinge außerdem zurückgegangen“, berichtet Pree. Daher benötige das Landratsamt die Unterkunft nicht mehr.

Wer genau die Räumlichkeiten nun anmieten wird, weiß Patric Wolf noch nicht. „Ich habe noch keine Werbung dafür gemacht.“ Geschäftsstellenleiter Markus vermutet aber jetzt schon, dass durch die Umnutzung eine gute Mischung an Mietern entstehen wird. „Ob die von uns rund 20 beantragten Stellplätze ausreichen werden, wird das Landratsamt noch klären“, so Wolf.

von Regina Mittermeier

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