So jung und schon so gut: Violinist Tassilo Probst (13) aus Emmering bei einem Benefizkonzert.

Emmeringer räumt Musikpreise ab

Mit 13 Jahren schon Geigen-Virtuose

Emmering  - Tassilo Probst – diesen Namen sollten sich Klassikfans dringend merken. Denn der 13-jährige Violinist räumt schon jetzt einen Preis nach dem anderen ab. Außerdem ist er Jungstudent an der Musikhochschule München. Das Tagblatt hat das Talent daheim in Emmering besucht.

Man könnte sagen, Tassilo Probst ist ein Wunderkind. Doch diese Bezeichnung mögen weder er, noch seine Eltern, denn das sei dann doch ein bisschen übertrieben. Man könnte aber auf jeden Fall sagen, Tassilo Probst ist ein ziemlich guter junger Violinspieler. Die Jury von Jugend musiziert jedenfalls spricht dem Emmeringer großes Können zu. Beim Regionalentscheid in München und dem Wettstreit auf Landesebene, der heuer in Regensburg stattfand, marschierte Tassilo Probst nur so durch – jedesmal erntete er mit seinem Solospiel einen 1. Preis samt Weiterleitung auf die nächsthöhere Ebene. Auf diese Weise schaffte es der 13-Jährige bis zum Bundesentscheid in Kassel.

„Dass es am Ende so gut ausgeht, haben wir nicht gedacht“, erzählt Mama Petra Probst. Immerhin treten dort jedes Jahr die besten jungen Musiker aus der ganzen Republik an. Und Tassilo hatte eine besondere Hürde zu meistern. „Er war um 9 Uhr dran. Als Erster an diesem Tag“, berichtet die Mama. „Ich hab ziemlich früh aufstehen müssen“, erzählt der 13-Jährige. Immerhin soll der Körper beim Vorspiel hellwach und das Instrument eingespielt sein. Doch das stoppte Tassilo nicht. Die Kommission belohnte ihn für sein sehr anspruchsvolles Programm aus russischer Musik mit einem 1. Preis und sogar 25 Zählern – das ist die volle Punktzahl. Als er davon erfuhr, rannte Tassilo erst einmal los.

„Das war so“, erzählt Papa Hans-Jörg Probst. „Wir waren daheim auf der Terrasse und wollten bald essen. Dann haben wir entdeckt, dass die Ergebnisse endlich online sind.“ „Als erstes hielt sich Tassilo die Hände vors Gesicht. Dann ist er zweimal ums Haus gelaufen“, erinnert sich der Papa lachend. Doch das ist nicht der einzige Erfolg, über den sich der 13-Jährige nach dem Bundeswettbewerb freuen kann.

Der junge Violinist trat zusätzlich in einer zweiten Kategorie beim großen Finale des deutschlandweiten Musikwettbewerbs an: Klavier-Kammermusik. Dort spielte der Emmeringer zusammen mit Cellistin Amrei Bohn aus Fürstenfeldbruck und dem Eichenauer Felix Lotter am Klavier (beide ein Jahr älter als Tassilo). Auch mit seinen Trio-Kameraden schaffte es Tassilo, einen ersten Preis abzuräumen.

Tassilos Begeisterung für die Geige begann früh. Schon als Kleinkind lauschte er gespannt den Proben von Papa und Bruder im Wohnzimmer der Familie. Mit viereinhalb sagte Tassilo dann, er wolle das auch lernen. Also bekam er Geigenunterricht bei Musikpädagogin Hannelore Dörries in Bruck, die nach der Suzuki-Methode lehrt. „Das heißt, man spielt nur nach Gehör“, erklärt Tassilo. Dass er diese Technik beherrscht, helfe ihm heute noch. „Ich kann schnell Stücke auswendig spielen.“

Mit acht Jahren musste Tassilo dann aber doch Noten lernen. Er wechselte zu den Lehrern Simone Burger-Michielsen und Peter Michielsen aus Puchheim. 2012 nahm Tassilo dann zum ersten Mal am Wettbewerb Jugend musiziert teil und schnitt auf Anhieb hervorragend ab. Seitdem fährt die Mama jedes Jahr mit ihm zu dem großen Vorspiel. „Da geht es aber nicht nur die Musik“, sagt sie. „Das ist eine richtig tolle Gemeinschaft. Wir haben dort Freunde gefunden.“ Zum Beispiel Daniel Nodel, erste Violine des BR-Symphonieorchesters, und Sohn Michael, der ebenfalls Geige spielt und zusammen mit Tassilo 2014 bei Jugend musiziert antrat und brillierte.

Seitdem bekommt Tassilo auch von Daniel Nodel Unterricht. 2015 kam Lehrer David Frühwirth hinzu. Seitdem ist der Musikpädagoge aus Salzburg Tassilos Mentor. „Wir verstehen uns richtig gut“, sagt Tassilo. „Das passt.“ Im vergangenen Jahr schaffte es Tassilo, als Jungstudent an der Musikhochschule München aufgenommen zu werden. Zweimal die Woche erhält er nun dort Unterricht auf dem Instrument und in Musiktheorie. Seine Professorin heißt Sonja Kokeala. Am liebsten spielt er Kompositionen aus Russland. Denn die seien besonders vielschichtig: Mal getragen, mal temporeich, mal lieblich, mal kräftig. Diese Musik habe besonders schöne Klangfarben, findet Tassilo.

Nebenbei besucht Tassilo das Rasso-Gymnasium in Bruck. Vor Kurzem mussten die Schüler ein Praktikum in einem Betrieb ihrer Wahl absolvieren. Tassilo hat sich einen Geigenbauer in München ausgesucht. Denn er will sein Instrument bis ins letzte Detail kennen, wenn er irgendwann als Solokünstler auf großen Bühnen spielen darf.

von Carolin Nuscheler

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