Ortsgestaltung im Gemeinderat

Das kostet die Emmeringer Schönheitskur

Emmering – Der Emmeringer Ortskern wird neugestaltet. Die einzelnen Projekte hat der Architekt nun im Gemeinderat vorgestellt. Wann und in welchem Umfang gebaut wird, darüber war sich das Gremium nicht einig.

 Umgebaut werden soll das Areal rund um Bürgerhaus, Amperhalle und die Hauptstraße. Der zweite Bereich schließt das Rathaus und dessen Umfeld mit ein. Stadtplaner Michal Luska hat die einzelnen Schritte priorisiert – auch auf Grundlage der Bürgerbeteiligungen. „Bis zum 1. Dezember will die Regierung die Pläne haben und wissen, welche Mittel die Gemeinde dafür vom Städtebauförderprogramm benötigt“, so der Planer.

Relativ zeitnah – nämlich 2018 oder 2019 – soll der Vorplatz von Amperhalle und Bürgerhaus renoviert werden. Etwa 50 000 Euro kostet die Planung. Auch Wege durch die Grünfläche am Sportpark (rund 20 000 Euro) und der Ausbau der Straße Lauscherwörth (etwa 350 000 Euro) sind vorgesehen. Und die Sanierung beziehungsweise Erweiterung des Feuerwehrhauses sowie die Umgestaltung des ehemaligen Trainingsgeländes des TV Emmering (TVE) erachtet Luska ebenfalls als wichtig.

Weiter unten in der Prioritätenliste finden sich die Ortsrandeingrünung am Sportplatz für etwa 25 000 Euro, die Umgestaltung der Kreuzung Dachauer/Estinger/ Siedler- und Gräßelstraße, eine Verkehrsuntersuchung im Altdorf (beide fast 20 000 Euro), ein Ideenwettbewerb zur künftigen Nutzung der Amperinsel und ein Jugendtreff auf dem Schulareal. Für die Neuplanung des Rathausumfelds – inklusive Feuerwehrhaus, TVE-Gelände, Amperinsel und Jugendtreff – fallen 60 000 Euro an.

50 000 Euro für die Planung und Bürgerbeteiligung zu Bürgerhaus und Amperhalle auszugeben war CSU-Rat Werner Öl zu viel. Die Funktionalität der Gebäude sei wichtig, nicht die repräsentative Ausstattung. „Wir schlagen eine günstigere, aber dennoch förderfähige Alternative vor“, sagte Öl. Weiterhin seien der Jugendtreff und die Umgestaltung der Amperinsel unnötig. „Die Insel ist ökologisch sensibel und wir brauchen dort keinen zusätzlichen Biergarten.“ Ottmar Altbauer (FW) war ähnlicher Ansicht

Öl beantragte, das eingesparte Geld stattdessen für eine baldige Verkehrsuntersuchung zu verwenden. „Für das Gebiet zwischen Kriegerdenkmal und dem Zebrastreifen an der südlichen Amperstraße.“ Er schätzt die Kosten dafür auf rund 10 000 Euro. Ein Grund dafür sei auch der Unfall Mitte Oktober, bei dem ein Auto einen Bub am Zebrastreifen erfasst hatte.

Mit Blick auf die Reihenfolge, in der laut Luska gebaut werden kann, sagte Bürgermeister Michael Schanderl (FW): „Die Bauprojekte sind auf die kommenden 15 Jahre ausgelegt. Wir könne das also zeitlich dehnen.“ Er schätzt, dass sich etwa der Umbau an der Hauptstraße um mindestens ein Jahr nach hinten verschieben wird. Gebaut würde je nach Finanzlage der Kommune. „Die Bürger wollen den Umbau der Hauptstraße, dafür sollen aber keine Schulden gemacht werden“, ergänzte Ottmar Altbauer.

Die Projekte zur Amperinsel und zum Jugendtreff vorerst bei der Planung auszuklammern, sei laut Schanderl kein Problem. Die Pläne seien auf Wunsch der Regierung mitaufgenommen worden. „Sie will ein Gesamtkonzept“, bestätigte Michael Luska. Edmund Oswalds (CSU) Frage, ob es klare Zielvorgaben für den Ideenwettbewerb gebe, bejahte der Planer.

Auf Antrag von Werner Öl stimmte der Gemeinderat über jedes Projekt einzeln ab. Bis auf die Vorhaben zum Jugendtreff und zur Amperinsel wurden alle einstimmig beschlossen. Während sich sechs Räte für die Umgestaltung der Insel aussprachen, waren zwölf dagegen. Den Jugendtreff befürworteten vier, 14 halten ihn für unnötig. Der CSU-Antrag zur Verkehrsuntersuchung wurde mit 16 zu zwei Stimmen beschlossen. (rm)

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