Taxi-Unternehmer Alfredo Salerno zeigt stolz sein neues Fahrzeug: Es ist ein Elektroauto der Marke Tesla. tb-foto

E-Mobilität

Er fährt die Kunden mit dem Tesla-Taxi

Germering – Alfredo Salerno ist ein Pionier. Der Germeringer Taxi-Unternehmer befördert seine Kunden seit kurzem mit einem Elektroauto der Marke Tesla.

Alfredo Salerno ist begeistert: „Es ist toll, sieht nobel aus – ein echtes Traumauto.“ Der Chef des Germeringer Taxiunternehmens „Taxi Alfredo“ fährt seit Anfang Mai einen Wagen der Firma Tesla Motors. Genauer gesagt das Elektroauto Model S, welches knapp 100 000 Euro kostet.

Gekauft hat er sich den Luxuswagen aus zweierlei Gründen. Natürlich sei der ökologische Aspekt wichtig gewesen bei der Entscheidung, erzählt Salerno. Doch der Hauptgrund ist ein anderer: „Ich habe 1983 als Taxifahrer angefangen und ich fahre seit 30 Jahren Mercedes“, sagt der gebürtige Italiener. „Und ich habe die teuren Mechaniker satt.“

Ein großer Vorteil des Tesla Model S sei die achtjährige Garantiezeit. Da der Wagen zudem weder Treibstoff noch Ölwechsel benötigt, spart Salerno rund 1000 Euro im Monat. Und Zeit spart er auch, denn der Wagen muss nicht regelmäßig zur Inspektion.

Zeitsparend ist ebenfalls die Aufladung des Akkus. 50 Minuten dauert es etwa, bis der Stromspeicher des Fahrzeugs komplett voll ist. „Damit komme ich 400 Kilometer weit“, sagt Salerno. „Das reicht für eine Schicht“.

Schwierigkeiten, eine Ladestation zu finden, hat er nicht. Ohne dass er sie beantragt hatte, habe er kurz nach dem Kauf des Wagens eine Tankkarte des Energieunternehmens Eon zugeschickt bekommen. Mit dieser kann er nun jederzeit an der Eon-Stromtankstelle an der Stadtbibliothek seinen Akku aufladen – ohne Zeitlimit. Am Aldi-Markt in der Industriestraße kann ebenfalls kostenfrei Strom getankt werden – aber nur eine Stunde lang, während des Einkaufs. „Und zur Not habe ich zuhause ja noch meine eigene Steckdose“, sagt der 57-Jährige. Aufgeladen werden kann mithilfe einer handelsüblichen, so genannten Schuko-Steckdose.

Und wie reagieren die Kunden auf das Elektrofahrzeug? „Ich werde ständig darauf angesprochen“, sagt Salerno. Die Leute würden besonders gerne mit dem Wagen fahren. Einerseits „weil Tesla die Nummer eins bei Elektroautos ist“. Doch viele wären einfach nur neugierig auf das ungewöhnliche Fahrzeug.

Dass sein Wagen kein alltäglicher Anblick auf den Straßen ist, bemerkt Salerno immer wieder. Die Leute auf der Autobahn würden ihm zuwinken. Kürzlich habe er außerdem einen kleinen Jungen bemerkt, der seinen Vater lautstark auf die Luxuskarosse aufmerksam machte, erzählt er schmunzelnd. Kein Wunder, denn bisher ist Salerno der einzige, der im Landkreis Fürstenfeldbruck ein Tesla-Fahrzeug fährt.

„Zwei langjährige Freunde haben mich von dem Wagen überzeugt“, sagt der Taxifahrer. Einer der beiden fährt den Tesla Model S privat, der andere sei ein Taxi-Kollege aus dem Landkreis Landsberg am Lech. Dieser ist dort ebenso der einzige Tesla-Fahrer und auch nach 100 000 zurückgelegten Kilometern vollends zufrieden.

Und auch Salerno hat bisher keinerlei Probleme, alles laufe einwandfrei. Besonders begeistern ihn die technischen Raffinessen, mit denen der Tesla aufwartet. So gibt es einen eingebauten Copiloten, durch den das Auto selbstständig fahren kann.

„Außerdem kann ich es mit dem Handy fernsteuern“, sagt der Unternehmer. Mithilfe einer App verbindet sich das Smartphone mit dem Wagen. So kann das Auto beispielsweise aus einer engen Parklücke heraus manövriert werden, ohne dass der Fahrer einsteigen muss. Auch der Akkustand, die Verriegelung und der Standort des Tesla lassen sich mithilfe der Smartphone-App überprüfen.

Elektrofahrzeuge sind die Zukunft, davon ist der 57-Jährige überzeugt. Er vermutet, dass andere Taxiunternehmen es ihm früher oder später gleichtun werden. So sei es zumindest schon in der Vergangenheit gewesen. „Ich war einer der ersten, in dessen Taxis es eine Klimaanlage und ein fest eingebautes Telefon gab“, sagt er. Damals arbeitete die Konkurrenz noch mit Funkgeräten. „Eine Idee wird erst ignoriert, dann kritisiert und dann nachgemacht.“ (Regina Mittermeier)

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