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Muslime wollen 2016 ihre Moschee bauen

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Ein muslimisches Gebetshaus an der Augsburger Straße: So könnte die Moschee aussehen, die der Türkisch-Islamische Verein (Ditib) schon im Mai 2016 bauen will. Das Minarett muss an die Straßenseite verlegt werden. © Foto-Montage: tb

Fürstenfeldbruck - Die Moschee an der Augsburger Straße darf wohl gebaut werden. Denn der Streit um das Minarett zwischen dem Türkisch-Islamischen Verein (Ditib) und dem Nachbarn ist beigelegt. Im Mai 2016 sollen die Arbeiten starten.

Für Mehmet-Akif Nemutlu, Ehren-Vorsitzender des Vereins, ist das der Durchbruch. Seit zehn Jahren hat er geplant. Nun ist er sich sicher: „Nächstes Jahr können wir anfangen, zu bauen.“ So wie es aussieht, darf an der Augsburger Straße 31 eine Moschee entstehen – dort, wo die muslimische Gemeinde bereits jetzt ein Gebetshaus hat. Es wäre die zweite in Fürstenfeldbruck – das Deutsch-Türkische Kulturzentrum hat schon einen Gebetsort im Westen der Stadt.

Genehmigung schon seit 2013

Die Genehmigung für die zweite Moschee haben die Verantwortlichen von Ditib schon seit 2013 in der Tasche. Erst hatte der Landkreis den Bau nicht erlaubt – es gab mehrere Gerichtsverfahren. Die Muslime besserten nach. Beispielsweise wird es statt Parkplätzen eine Tiefgarage geben. Auch für einen speziellen Lärmschutz ist gesorgt. Doch dann hatte der Nachbar Klage eingereicht. Er befürchtete, dass das geplante Minarett – auf dem kein Muezzin zum Gebet rufen wird – sein Haus verschatten könnte. Nun verlegt der Verein den Turm, der laut Nemutlu niedriger als der höchste Kirchturm in Bruck sein wird, um etwa zwölf Meter nach Osten Richtung Augsburger Straße.

Nachbar hatte geklagt

Damit hat sich der Anwohner vor einigen Tagen über seinen Anwalt einverstanden erklärt. „Der Verein muss das noch schriftlich an die Stadt weitergeben“, sagt Andreas Schnödt von der Bauverwaltung. In einer Stellungnahme heißt es: „Nachdem der geänderte Plan bereits genehmigt ist, steht dem Bauvorhaben von Seiten der Stadt Fürstenfeldbruck nichts entgegen. “Darüber freut sich Nemutlu. „Das Verfahren hat uns ein Jahr gekostet“, sagt er. Jetzt will man sich mit dem Architekten und den Baufirmen zusammensetzen. „Wir müssen nochmal alles von vorne besprechen.“ Denn ursprünglich wollten die Muslime schon 2015 das in die Jahre gekommene Vereinsheim an der Augsburger Straße abreißen, um dort ein neues Gebetshaus zu errichten.

Ausweich-Quartier gesucht

Bis es losgeht, haben die rund 100 Mitglieder aber noch ein anderes Problem: Sie müssen eine Bleibe für etwa zwei Jahre finden. „Wir brauchen einen Ort zum Beten, auch weil mittlerweile viele Flüchtlinge zu uns kommen“, erklärt Nemutlu. Es könnten sich nicht alle Anhänger des Ditib einfach in der Moschee im Brucker Westen niederlassen. Dafür sei der Platz zu knapp. Und: „Wir müssen außerdem sehen, wo der Imam und seine Familie unterkommen, die momentan noch in dem alten Haus wohnen.“

Finanzierung durch Spenden

Etwa 1,5 Millionen Euro wird der Bau des Gebetshauses kosten. Finanzieren wird der Verein alles mit Spenden. Mittlerweile sind schon 300 000 Euro zusammen gekommen. Natürlich fehlt aber noch ein großer Brocken. „Die Menschen werden erst Geld geben, wenn sie sehen, dass tatsächlich etwas entsteht“, sagt Nemutlu zuversichtlich. Die Moschee soll am Ende drei Stockwerke umfassen und von einer großen goldenen Kuppel sowie dem Minarett gekrönt sein. Im Inneren sollen bis zu 200 Gläubige Platz finden, die sich im Gebets- und in Gemeinschaftsräumen aufhalten können. Außerdem wird es Zimmer für eine Hausaufgaben-Betreuung geben. Zusätzlich wurde überlegt, auch eine Teestube einzurichten. (Verena Usleber)

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