Hartes Urteil

32.000 Euro Strafe für Ferrari-Fahren ohne Führerschein

Westlicher Landkreis - Ohne Führerschein war ein 39-Jähriger aus dem westlichen Landkreis unterwegs – und zwar immer wieder. Für seine letzte Fahrt ohne Erlaubnis musste er sich nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Bereits vor 16 Jahren war dem 39-Jährigen erstmals der Führerschein abgenommen worden. Seitdem war er immer wieder wegen der fehlenden Erlaubnis verurteilt worden. Im März 2016 wurde er erneut erwischt – hinter dem Steuer eines Ferraris.

Der Angeklagte schwieg weitestgehend. Sein Verteidiger räumte aber die führerscheinlose Fahrt ein. Die große Frage war nun, wie hoch die Geldstrafe anzusetzen beziehungsweise wie hoch das Einkommen des 39-Jährigen sei. Der Verteidiger hatte angegeben, dass der Angeklagte rund 1200 Euro im Monat verdiene. Der 39-Jährige würde in der Gebäudereinigungsfirma seines Sohnes arbeiten, so der Anwalt. Sein Mandant hatte auch bei einer richterlichen Vernehmung gesagt, dass ihm die Gewerbeerlaubnis entzogen worden sei. Deshalb sei sein Sohn der Firmeneigentümer

Doch das bezweifelte der Richter. Zum einen saß der Angeklagte hinter dem Steuer eines Ferraris. Zum anderen hatte er gesehen, dass vor dessen Haus zwei weitere teure Autos standen. „Das Gericht lässt sich nicht für dumm verkaufen“, sagte der Richter. Er vermutete, dass der Sohn nur auf dem Papier der Inhaber der Firma sei. Denn dieser ist gerade mal 19 Jahre alt. Die Firma beschäftigt 80 Mitarbeiter und hat 2015 eine Million Umsatz gemacht.

Der 19-Jährige selbst äußerte sich dazu nicht. Er verweigerte als Angehöriger des Angeklagten die Aussage. Der Geschäftsführer leite gemeinsam mit seinem Sohn die Firma, erklärte der Verteidiger. Wobei der Sohn sich aber Hilfe vom Vater hole.

Äußerst intensiv wurde ein Mitarbeiter der Firma vernommen. Dieser verwickelte sich in Widersprüche. Bei der Polizei hatte er ausgesagt, er habe den Sohn des Angeklagten zwar öfter im Büro gesehen, wisse aber nicht, ob der Junior dort einen Arbeitsplatz habe. Er habe eher das Gefühl gehabt, der Sohn besuche seinen Vater. Er hatte auch erklärt, sein Lohn werde ihm vom Angeklagten ausbezahlt. Vor Gericht aber sagte er, dass er sein Geld vom Sohn bekomme.

Richter und Staatsanwältin überzeugte der Mann nicht, Letztere forderte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 100 Euro. Der Verteidiger bat um eine milde Strafe. Der Richter schätzte das Einkommen des Angeklagten wesentlich höher und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 32 000 Euro. Allerdings verhängte er kein Fahrverbot gegen den Mann.

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