Lichtspielhaus Fürstenfeldbruck

Altes Kino: Förderverein spaltet sich in zwei Lager

Fürstenfeldbruck - Neues in Sachen Lichtspielhaus: Ein Teil des Fördervereins (FV) hat sich abgespalten und eine eigene Interessengemeinschaft (IG) gegründet. In den Fokus rückt FV-Vorsitzender Thomas Lutzeier. Er kündigt bereits an, dass er bei den nächsten Wahlen nicht mehr antreten will.

Die Mitglieder der IG wollen zwar noch nicht öffentlich auftreten, aber sie machen keinen Hehl daraus, dass sie über die Entwicklung rund um das Lichtspielhaus und vor allem über die Arbeit des Fördervereins nicht glücklich sind. Sie sagten sich: „So geht es nicht, wir machen selber etwas.“

Die Vorwürfe richten sich vor allem an die Vereinsführung: Es herrschten chaotische Zustände, es sei keine Effektivität erkennbar und vor allem gebe es „null Transparenz“, sagen die IG-ler. Um dem Trauerspiel ein Ende zu setzen, hat sich die IG im September selbst bei der Stadt als Betreiber des alten Lichtspielhauses beworben. Die gewünschte Nutzung des Kinos soll dabei gleich bleiben: Programmkino, Kunst- und Kultur-Veranstaltungen.

Ein entscheidender Unterschied zum Konzept des Fördervereins: Die IG glaubt nicht, dass sich ein Betrieb nur auf ehrenamtlicher Basis stemmen lässt. Man sei aber noch in der Konstituierungsphase. Der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) wollte sich auf Anfrage noch nicht genauer zu der neuen Entwicklung äußern. Man könne erst Genaueres sagen, wenn es ein Treffen mit der neuen IG gegeben habe. „Wir müssen ins Detailgespräch.“

 Das soll wahrscheinlich Anfang November stattfinden. Bekannt wurde die Existenz der IG erst dadurch, dass der Vorsitzende des Fördervereins Lichtspielhaus, Thomas Lutzeier, einen Mailwechsel mit Erich Raff im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlichte. Eigentlich hatte Lutzeier bei Raff nachgefragt, wie die Sanierungsarbeiten am Dach des Kinos voranschreiten.

"Der Stadt passt der Kopf Lutzeier nicht"

Raff antwortete, das Dach sei noch nicht repariert worden. Außerdem teilte der Rathauschef Lutzeier mit, dass sich eine Interessengemeinschaft gegründet habe, „die ebenfalls daran interessiert ist, das Kino zu betreiben“. Weiter fordert der Bürgermeister den Förderverein auf, seine Bewerbung um eine Trägerschaft auch offiziell bei der Stadt einzureichen und mit Detail-Planungen zu untermauern: „Da es nun zwei Bewerber gibt, habe ich die Bitte, dass sich der Förderverein offiziell darum bewirbt, das Kino zu betreiben. Dazu wäre auch von Vorteil, ein Betreibermodell vorzulegen, in dem auch personelle und finanzielle Belange berücksichtigt werden.“ Im März 2017 könne dann der Kultur- und Werkausschuss entscheiden, welchem Bewerber die Stadt das Kino zu welchen Bedingungen anvertraut. Raff verhehlt gegenüber dem Tagblatt nicht, dass er mit der Veröffentlichung des Mailwechsels überhaupt nicht zufrieden ist. Es sei ein interner Brief gewesen, sagt er. Die Konsequenz daraus: „Das ist die letzte Antwort, die Herr Lutzeier von mir bekommen hat.“

Der FV-Chef hingegen moniert die lange Dauer des Verfahrens und versteht nicht, wieso sich der Förderverein nochmals bewerben soll. Der Verein habe sich schon lange mit einem Konzept gegenüber der Stadt als Betreiber positioniert. „Das Konzept liegt doch längst auf dem Tisch.“ Dieses hätte auch der von der Stadt als Experte beauftragte Gerhard Derriks positiv beurteilt. Lutzeier vermutet, dass die Stadt und der Stadtrat persönliche Vorbehalte gegen ihn haben. „Der Stadt passt der Kopf Lutzeier nicht.“ Er macht auch die lange Dauer des Verfahrens für die Frustration mancher Vereinsmitglieder verantwortlich und betont, bei der Abstimmung habe der gesamte Förderverein für das von ihm maßgeblich erarbeitete Konzept votiert. Schon jetzt kündigt Lutzeier allerdings an: Bei den baldigen Neuwahlen des Vereins will er nicht mehr kandidieren. (fd)

Dach wird erst 2017 saniert

Die Bauarbeiten an der unterdimensionierten Dach-Konstruktion verzögern sich schon seit längerer Zeit. Nun gab der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) im Planungs- und Bauausschuss bekannt, dass die Reparaturen erst nächstes Frühjahr durchgeführt werden. Die Gründe dafür wurden aber in nichtöffentlicher Sitzung besprochen und sind bisher nicht zu erfahren. Einsturzgefahr besteht laut Auskunft Raffs nicht.

Das sieht Thomas Lutzeier, Vorsitzender des Fördervereins, anders. Laut seiner Aussage gibt es ein Gutachten, dass bei Schneefall vor Einsturzgefahr warnt. Was bisher geschah: 2014 beschloss die Stadt, das zum Verkauf stehende alte Lichtspielhaus an der Maisacher Straße selbst zu erwerben. Für den Kauf und Umbau werden als Gesamtkosten mittlerweile etwa 1,1 Millionen Euro eingeplant. Seit dem Kauf gab es immer wieder Verzögerungen, die eine Neueröffnung verhinderten. Beispielsweise wartete die Regierung von Oberbayern mit der Zusage von Fördermitteln ab, weil die Stadt die Planung nicht an externe Experten vergeben hatte. (fd)

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