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Freitagabend, kurz nach 22 Uhr: Viele verlassen das Brucker Altstadtfest, andere aber wollen bleiben.

Krisensitzung der Stadt

Altstadtfest von Amoklauf überschattet

Fürstenfeldbruck - Nach dem Amoklauf in München ist am Freitagabend auch auf dem Brucker Altstadtfest die Angst umgegangen. Der Polizei war ein Mann gemeldet worden, der einen langen Gegenstand bei sich trug. Eine Waffe? Daraufhin lief ein Großeinsatz an. Das Fest wurde kurz vor Mitternacht beendet – dann aber am Samstag fortgesetzt.

Frühen Freitagabend erste Informationen über den Amoklauf am OEZ kursierten, machte sich auch in Fürstenfeldbruck Unsicherheit breit. Doch das Fest ging weiter – vorerst. Die Stadtverwaltung hatte ab 19 Uhr ständig Kontakt zur Polizei, die von keiner Gefährdung ausging.

Schotten dicht: Am Freitagabend, gegen 22.15 Uhr, machten einige Standlbetreiber ihre Läden zu.

Doch das änderte sich kurz nach 21 Uhr schlagartig. Bei der Polizei meldete sich ein Anrufer: Am Brucker Bahnhof sei ein schwarz gekleideter Mann aus einem Auto ausgestiegen und Richtung Innenstadt gegangen, mit einem langen Gegenstand. Der Großeinsatz lief an. Mehrere Streifen fuhren die Gegend ab – ohne Ergebnis. Sicherheitskräfte besetzten alle Festzugänge. Es wurde überlegt, das Fest sofort zu stoppen. Doch die Polizei sah keine Hinweise auf eine Gefahr, das Fest wurde dann erst kurz vor Mitternacht beendet.

Mittlerweile ist klar, dass der gesehene Mann wohl einen Regenschirm bei sich hatte, wie ein Sprecher der Polizei berichtet. Der Zeuge habe das wohl in der Dämmerung verwechselt. Man mache ihm aber keinen Vorwurf. An einigen Ständen gehen aber schon kurz nach 22 Uhr Licht und Musik aus – die kursierenden Gerüchte (etwa von einem SEK-Einsatz am Bahnhof) hatten für Angst gesorgt, die grauenvollen Nachrichten aus München die Stimmung auf den Nullpunkt sinken lassen. Der Regen tat sein Übriges.

In einer Krisensitzung am Samstagvormittag beschlossen der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) und führende Kommunalpolitiker, dass das Altstadtfest am Samstag fortgesetzt wird. Das zivile Leben müsse trotz der schrecklichen Ereignisse weitergehen. „Die Menschen können sich so über das Geschehene austauschen“, erklärte Raff. Er meint rückblickend: „Es war eine gute Entscheidung.“ OB Klaus Pleil (BBV) bestätigte: „Ich hätte es genauso gemacht.“  Am Samstagabend gab’s dann eine Schweigephase auf dem Fest.

Schreckliche Nachrichten: Lorenzo Zaccaria (Koch vom „Nabucco“) liest am Samstag nach, was geschehen ist.

Auch andernorts hatte der Amoklauf Auswirkungen. Das für Sonntag in Maisach geplante Asyl-Benefizkonzert wurde abgesagt. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) schrieb auf der Internetseite der Gemeinde: „Aus Respekt vor den Opfern und Verletzten wird die Benefizveranstaltung abgesagt. Auf dem Rathausplatz besteht Trauerbeflaggung, deshalb wäre eine Musikveranstaltung in direkter Nähe unpassend.“ Der Marktsonntag fand aber statt.

Bei einem Ü32-Senioren-Punktspiel (FC Eichenau – SG Biburg/Schöngeising) in der Fußball-A-Klasse kam es wegen des Amoklaufs zu einem Spielabbruch in der Halbzeitpause. Schiedsrichter Andreas May sagte: „Die Spielführer baten mich, dass Spiel nicht wieder anzupfeifen. Sie hatten keinen Kopf mehr fürs Spielen, zumal einige Spieler Verwandte in der Nähe des OEZ hatten. Sie wollten Gewissheit, dass ihnen nichts zugestoßen ist.“

Weil der Bahnverkehr am Freitagabend eingestellt wurde, stand in Mammendorf ein Übernachtungszug für Gestrandete. Ob er genutzt wurde und wenn ja von wie vielen Reisenden, das vermochte gestern von Seiten der Bahn niemand zu beantworten. (tg/st/dm/zag/vu/akk)

Altstadtfest: Das sind die Bilder

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