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Eines der wahrscheinlich letzten Fotos vor der ehemaligen Bäckerei: Das Ehepaar Werner und Evelyn Buchauer hat das Haus verkauft. Der Bauträger lässt es abreißen

Buchauer wird abgerissen

Bäckerei muss neuem Wohnhaus weichen

Fürstenfeldbruck - Die Bäckerei Buchauer an der Schöngeisinger Straße wird abgerissen. Ein Geltendorfer Ingenieur hat das 580 Quadratmeter große Haus gekauft. Nun sollen dort spezielle Wohnungen entstehen.

Bereits im März 2015 hat die Traditionsbäckerei ihre Pforten geschlossen. Nun hat Werner Buchauer (66) das Haus verkauft, das sein Großvater etwa 1925 anfing zu bauen und das sein Vater und er kontinuierlich sanierten und erweiterten.

Der Bäckermeister wohnt heute zusammen mit seiner Ehefrau Evelyn (67) drei Häuser entfernt von dem ehemaligen Wohn- und Geschäftsgebäude. Da muss es doch bestimmt wehtun, wenn das Elternhaus bald abgerissen wird? „Nein“, sagt Buchauer und lacht. „Es wurde Zeit.“ Nach 50 Jahren in der Backstube – das Unternehmen gibt es seit 90 Jahren – fiele ihm das nicht schwer, meint der Brucker. Er genieße seinen Ruhestand und die Zeit mit der Familie.

Gekauft hat das Gebäude Roman Treml (52) aus Geltendorf. Der Ingenieur fungiert als Bauträger. Er lässt das Haus abreißen. „Es wäre nicht wirtschaftlich, es zu sanieren“, sagt der Vater zweier erwachsener Söhne. Unter Denkmalschutz steht das Gebäude laut Stadt nicht.

Bauherr hat viel Erfahrung

Roman Treml, der auch an den Wohnungen der Firma Wüstenroth mitarbeitet, die gerade am alten Rasso-Sportplatz gebaut werden, wird an der Schöngeisinger Straße ein großes Haus mit Wohnungen und Gewerbe im Erdgeschoss errichten. „Es ist mir sehr wichtig, dass alles barrierefrei ist – da denke ich an die Senioren“, sagt er. Konkrete Pläne gebe es noch nicht. „Aber ich stelle mir kleinere Einheiten vor, damit sie auch leistbar sind.“ Anfragen gibt es schon jetzt mehr als genug. Treml: „Schon mehr als 30 Interessenten haben in meinem Büro angerufen.“

Roman Treml hat das Buchauer-Haus gekauft.

Insgesamt erhofft sich der Bauherr etwa 600 Quadratmeter Wohnfläche errichten zu können. Außerdem wird er eine Tiefgarage bauen müssen. „Wir müssen ja die Stellplätze bieten“, sagt Treml. Ihm imponiert vor allem die Lage des Buchauer-Hauses. Man sei gleich in der Innenstadt, auch die Amper sei nicht weit entfernt. „Das ist optimal.“ Deshalb überlegt Treml sogar, mit seiner Frau in das neue Gebäude einzuziehen. Bisher habe er wegen der Kinder das Landleben vorgezogen – doch seine Jungs seien nun aus dem Haus. „Da zieht es einen schon wieder in die Stadt“, sagt der Ingenieur, der seit 1990 im Baugewerbe tätig ist.

Bis das Haus abgerissen wird, kann es allerdings noch ein wenig dauern. Bis dahin nutzen die Kunstschaffenden von der IG Kultur die Örtlichkeit. Es wird verschiedene Ausstellungen geben. Treml freut sich über das Interesse und hat der Anfrage gleich zugestimmt. „Ich habe ein Faible für alles, was mit Kultur zu tun hat.“

Termine:

Die Veranstaltungen der IG Kultur im ehemaligen Buchauer-Gebäude sind von 16. bis 17. Juli. Die Mitglieder organisieren verschiedene Ausstellungen.

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