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Hier hat es gebrannt. 1. Sonntag, 24. Juli, 23.40 Uhr, Fürstenfelder Straße; 2. und 3. Samstag, 30. Juli, 23.15 Uhr, Ganghoferstraße und 23.40 Uhr, St. Bernhard-Straße; 4. Sonntag, 7. August, 22 Uhr, Amperstraße (Emmering); 5. Samstag, 13., bis Sonntag, 14. August; 14.30 bis 7 Uhr, Münchner Straße; 6. Samstag, 13. August, 20.35 Uhr, Ecke Appiani-/Viscardistraße; 7. Sonntag, 14. August, 17.10 Uhr, Fürstenfelder Straße; 8. Montag, 15. August, 0.40 Uhr, Bahnhofstraße; 9. Dienstag, 16. August, 2 Uhr, Ferdinand-Miller-Straße; 10. Montag, 22. August, 21.45 Uhr, Otl-Aicher-Straße; 11. Mittwoch, 31. August, 2.28 Uhr, Polzstraße.

Brandserie: Das sagen Feuerwehr und Anwohner

Fürstenfeldbruck - Schon wieder hat der Feuerteufel zugeschlagen. Nach Autobrand Nummer elf in der Nacht auf Mittwoch verlieren die Brucker langsam ihren Gleichmut. Die Bürger fürchten um ihre Wagen – und die Feuerwehr kommt an den Rand ihrer Belastungsgrenze.

Manuel Mai ist Brucks Stadtbrandmeister.

Wenn Stadtbrandmeister Manuel Mai momentan ins Bett geht, stellt er sich mittlerweile auf unruhige Nächte ein. „Meine Kameraden und ich haben schon im Hinterkopf, dass wieder etwas passieren könnte“, sagt er. Auch am Dienstagabend habe er schon eine Vorahnung gehabt. Und tatsächlich: Kurz vor 2.30 Uhr wurde er aus dem Schlaf gerissen. Der Pieper ging. Die Alarmierung:Pkw-Brand. Der Feuerteufel hatte in der Polzstraße einen 100 000 Euro teuren Range Rover angezündet.

Von 2.30 bis 5 Uhr waren Mai und seine Kollegen auf den Beinen. „Das schlaucht definitiv, wenn man nur drei Stunden schläft und am nächsten Tag wieder arbeiten muss“, sagt der Brucker. Einige der Helfer hätten zwar kulante Chefs, die ihre Mitarbeiter in der Früh erst später antreten ließen. „Aber das geht auch nicht immer“, so Mai. Einige Kollegen würden deshalb nachts gar nicht mehr ausrücken.

Gilbert Rufle: Er muss auf der Straße parken. Nur weil er ein älteres und nicht so teures Auto hat, hält sich seine Angst in Grenzen.

Eigentlich hatten die Ehrenamtlichen gehofft, dass der Zündler nun Ruhe gebe. „Aber offensichtlich hört das nicht auf“, so Mai. Mit 15 bis 20 Personen rücken die Helfer im Schnitt bei einem Pkw-Brand aus. Mittlerweile gibt es für alle eine dienstliche Anweisung, bei der Anfahrt zum Feuerwehrhaus vor einem Einsatz die Augen offen zu halten. „Alles was uns auffällt, geben wir an die Polizei weiter“, so Mai. Und der Feuerteufel verfolge ihn bis ins Privatleben: „Ich muss zugeben, dass ich auch außer Dienst genauer hinschaue.“

Antje Eichmann: Als sie den Hubschrauber hörte, der über dem Nordwesten der Stadt kreiste, wusste sie, dass etwas Ernstes passiert war.

Wie dem Stadtbrandmeister geht es vielen Brucker Bürgern. Vor allem die so genannten Laternenparker, also diejenigen, die ihr Gefährt über Nacht auf der Straße abstellen, sind aufgeschreckt. Rainer Strauß wohnt in unmittelbarer Nähe zum aktuellen Tatort an der Polzstraße. Auch der Besitzer einer Kanalreinigungsfirma parkt nach Feierabend seinen dunkelblauen Audi meist vor der Haustür – „weil es bequemer ist“. Bislang zumindest. Doch nach dem Vorfall in der Nachbarstraße „geht einem schon die Muffe“. Deshalb rangiert Strauß ab sofort seinen Wagen in die Tiefgarage. Auch Lilly F. ist verunsichert: „Man traut sich sein Auto echt nimmer auf der Straße abstellen.“ Was ihr in jüngster Zeit aufgefallen ist: „Plötzlich sind die Tiefgaragen so gut besetzt wie sonst nie.“

Rainer Strauß: Nach den Bränden geht dem Brucker „die Muffe“. Er rangiert jetzt immer brav in die Tiefgarage.

Eine derartige Unterstellmöglichkeit hat der schräg gegenüber vom Tatort lebende Gilbert Rufle nicht. Er muss seinen Citroen in der frei zugänglichen Hofeinfahrt abstellen. Angst um sein Auto hat er aber nicht. „Es ist zu unscheinbar, um es abzufackeln“, sagt er über seinen gebraucht gekauften 7000-Euro-Franzosen. „Bei einem neuen Auto hätte ich aber schon Bammel.“

Unmittelbar nach der Explosion war auch Rufle in der Nacht zum Mittwoch auf die Straße geeilt. Ebenso wie Brucks ehemaliger Vizebürgermeister Adi Wirth, der gegenüber des Tatorts wohnt und direkten Blick auf den Feuerball hatte. Sein erster Gedanke, als er vom Explosionsknall aus dem Schlaf geschreckt wurde: „Da ist ein Einbrecher im Haus.“ Der lange über dem Gebiet kreisende und zeitweise in der Luft stehende Polizeihubschrauber hatte in der Nacht die ganze Umgebung im Nordwesten der Kreisstadt aus dem Schlaf gerissen. Antje Eichmann ist derartige Geräusche zwar gewohnt – sie wohnt in der Nähe vom Krankenhaus, wo öfters ein Rettungs-Heli landet. Doch diesmal war ihr sofort klar: „Da ist was Größeres passiert. Da wird jemand gesucht.“ 

Tatsächlich scannte der Hubschrauber per Wärmebildkamera die Umgebung ab – vergeblich. Vom Täter fehlt weiterhin jede Spur. Was Antje Eichmann, deren schon in die Tage gekommener Gebraucht-Renault ebenfalls auf der Straße steht, etwas verschreckt. „Doch richtig Sorgen würde ich mir erst machen, wenn die Versicherung nicht zahlt.“

Mithelfen:

Hinweise nimmt die Kripo unter Telefon (0 81 41) 61 20 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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