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Wahlbeteiligung

Jetzt beginnen die Personaldebatten

OB dienstunfähig: Wer folgt ihm nach?

Fürstenfeldbruck – Nachdem der Amtsarzt OB Klaus Pleil nun offiziell für dienstunfähig erklärt hat, müssen sich die Parteien und Gruppierungen endgültig auf Neuwahlen einstellen. Das Personalkarussell kommt ins Rollen. Zwei Kandidaten stehen praktisch schon fest.

Welche Gruppierung wen ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus schickt, ist derzeit Gegenstand vieler Gespräche. Bei der SPD scheinen die Dinge relativ klar zu sein: Philipp Heimerl steht in den Startlöchern, was er auf Anfrage auch bestätigt. „Ich werde mich bewerben“, sagte er. Natürlich muss erst die Partei über die Kandidatur befinden. Einen zeitlichen Fahrplan für die Nominierung gebe es noch nicht. Man sei überrascht gewesen, wie schnell es jetzt doch gegangen sei.

Damit meint Heimerl die Dienstunfähigkeit des OB, die im Prinzip am vergangenen Freitag bekannt wurde. Der Amtsarzt hatte der Familie mündlich mitgeteilt, dass das vom Stadtrat bei ihm in Auftrag gegebene Gutachten in diese Richtung gehen werde. Gestern nun bestätigte die Stadt Fürstenfeldbruck ganz offiziell die Diagnose des Amtsarztes. Demnach ist der OB „derzeit und voraussichtlich auch in den nächsten sechs Monaten nicht in der Lage, seine Aufgabe als Oberbürgermeister der Stadt Fürstenfeldbruck zu erfüllen, er ist als dauern dienstunfähig anzusehen.“ Klar sein dürfte bereits, wer für die Freien Wähler antritt.

Georg Stockinger versucht es noch einmal, wie er gestern auf Nachfrage sagte. „Warum auch nicht?“ Bei Pleils Wählergruppierung, der BBV, bereitet man sich gerade auf Gespräche am Wochenende vor – Gespräche, auf die auch die Grünen warten. Denn hier kann man sich durchaus vorstellen – ohne einen eigenen Kandidaten auszuschließen – einen gemeinsamen Bewerber mit der BBV zu finden. Sicher sei allerdings, dass die Grünen nicht mit der Person Alexa Zierl in die Verhandlungen mit der BBV ziehen werden, sagte Jan Halbauer auf Nachfrage. Zierl (ebenfalls Grüne) hatte zuvor Interesse an einer Kandidatur bekundet und betonte gestern gegenüber dem Tagblatt, auch jeden anderen denkbaren Kandidaten von BBV oder Grünen unterstützen zu wollen. Erstzugriffsrecht auf eine Kandidatur habe bei den Grünen Karin Geißler, die als dritte Bürgermeisterin den OB zuletzt ja teilweise vertrat, sagte Halbauer.

 Er spricht in diesem Zusammenhang von einer „Schwebephase“. Bei der BBV selbst gibt man sich bedeckt. Sprecher verweisen auf die Klausur und wollen keine Spekulation anheizen. Bei der CSU wäre Markus Droth noch einmal bereit, seinen Hut parteiintern in den Ring zu werfen, wie er auf Anfrage sagte. „Wenn ich gebraucht werde, stehe ich zur Verfügung – und dann mit 200 Prozent“, sagte Droht, der allerdings schon vor der letzten Kommunalwahl parteiintern Andreas Lohde unterlegen war. CSU-Ortssprecher Lohde selbst – objektiv betrachtet natürlich ebenfalls ein denkbarer Kandidat – gibt sich bedeckt.

Die zuständigen Gremien müssten gemeinsam beraten und entscheiden und das werde zeitnah geschehen. Klar dürfte unter Beobachtern sein, dass der derzeit amtierende CSU-Bürgermeister Erich Raff – er weilte gestern auf einem offiziellen Termin und war nicht zu erreichen– in keinem Konkurrenzverhältnis zu Lohde stehen würde. In CSU-Kreisen war man verwundert über Droths Motivation. Wann genau die Neuwahlen anstehen, ist noch nicht sicher. Das Brucker Rathaus will das weitere Vorgehen mit Klaus Pleil und dem Stadtrat abstimmen. Die Entscheidung solle bis Ende des Jahres getroffen sein. Wahrscheinlich sind Neuwahlen nach Tagblatt-Info im April 2017

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