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Eine Stufe nach der anderen: Um an den Mittelbahnsteig zu gelangen, müssen die Fahrgäste erst die steile Treppe nehmen. Vor allem Senioren tun sich dabei oft schwer.

Betroffene wollen Petition an den Landtag schicken

Buchenau: Bündnis gegen Bahnpläne

Fürstenfeldbruck – Die Bahn will den Buchenauer Bahnhof 2019 barrierefrei ausbauen. Doch in den Plänen sehen vor allem betroffene Bürger einen Schildbürgerstreich.

Seit Jahren kämpft Bruck darum, dass der Buchenauer Bahnhof barrierefrei wird. 2019 soll es endlich so weit sein. Die Bahn hat einen Plan entworfen – auch nach den Wünschen der Stadt. Das Rathaus hatte noch in der vergangenen Legislaturperiode darüber entschieden.

Doch der Entwurf passt vielen Brucker Vereinigungen gar nicht. Deshalb hat sich die neue Initiative „Aktionsbündnis Bahnhof Buchenau barrierefrei“ gegründet. Sie betitelt den angedachten Umbau als Scheinlösung, die mindestens für die kommenden 50 Jahre zementiert würde. In dem Bündnis sind etwa Vertreter des städtischen Behinderten- und Seniorenbeirats, des Sozialverbands VdK, der Caritas und der Parteien BBV, Grüne und SPD sowie der Beauftragte für Behinderte aus dem Landratsamt. Momentan sammeln sie Unterschriften. Voraussichtlich im September soll die Petition dem Landtag übergeben werden.

Die Forderung: Der Bahnhof muss komplett barrierefrei ausgebaut werden. Das würde er laut den Verantwortlichen nach den derzeitigen Planungen nicht.

Aktuelle Planungen garantieren keine komplette Barrierefreiheit

2019 soll der Buchenauer Bahnhof barrierefrei ausgebaut werden. Ein dritter Bahnsteig wird gebaut, außerdem ein neuer Zugang. Der mittlere Bahnsteig bleibt mit 76 Zentimetern allerdings nicht barrierefrei.

Nach momentanem Stand soll folgendes umgestaltet werden: Der Buchenauer Bahnhof erhält einen neuen unterirdischen Zugang im Westen mit drei Aufzügen. Der alte Tunnel im Osten bleibt. Die Station bekommt außerdem einen dritten Bahnsteig auf der Altbuchenauer Seite (südlich). Dort, an Gleis 3, fahren die Bahnen Richtung München. Dieser und der vorhandene nördliche Außensteig nahe Geschwister-Scholl-Platz (Gleis 1, Bahn Richtung Geltendorf) wären circa einen Meter hoch – also etwa auf demselben Niveau wie die S-Bahn und somit barrierefrei.

Der mittlere Bahnsteig bleibt allerdings 76 Zentimeter niedrig. So können – vor allem im Störungsfall – weiterhin Regionalzüge mit niedrigerem Einstieg am Mittelsteig halten. Außerdem sollen dort auch in Zukunft überbreite Züge passieren können. Der Nachteil: Wenn S-Bahngäste dort aussteigen, müssen sie einen Höhenunterschied von 20 Zentimetern vom Abteil zur Bahnsteigkante überwinden. Eigentlich sollen deshalb künftig am betroffenen Gleis 2 keine S-Bahnen halten.

Gleis 2 wird werktags zehn Mal angefahren – mindestens

Das Problem: Wenn Züge wenden oder Teile abgekoppelt werden, hält die S-Bahn doch am mittleren Bahnsteig. Das bestätigt ein Sprecher der Bahn. Denn die abgehängten Abteile könnten nur von dort das Abstellgleis anfahren. Solche Manöver seien werktags zehn Mal der Fall, am Wochenende zwei Mal. Auch wenn eine Störung vorliegt, würde das mittlere Gleis 2 genutzt, so der Sprecher. Im Gegensatz zur Vermutung der Initiative sei das nicht der Fall, wenn ein Zug eine Bahn überholt. Der Sprecher erklärt weiter, dass etwa Rollstuhlfahrer, die die entstehende Stufe nicht überwinden können, beim Lokführer darum bitten könnten, dass er eine Rampe im vorderen Teil des Zuges ausklappt.

Nur ein schwacher Trost für Martina Lampl, Vorsitzende des Behindertenbeirats der Stadt. Sie bemängelt auch, dass die Bahnsteige verschmälert werden und trotzdem in Zukunft Züge mit bis zu 160 Stundenkilometern daran vorbeirauschen. Das sei gefährlich. „Wenn schon Umbau, dann richtig.“ So sei der Bahnhof nur teilweise barrierefrei und sicher.

Bahn überrascht von neuer Initiative

Was die Mitglieder der Initiative besonders ärgert: Im Brucker Westen seien in den vergangenen Jahren viele Wohnungen für Senioren gebaut worden. Doch es gehe der Gruppe nicht nur um die älteren Bürger. Auch Menschen mit Einschränkungen, solche mit kleinen Kindern oder schwerem Gepäck seien betroffen. Deshalb wolle man nun auch einen Infostand am Geschwister-Scholl-Platz aufschlagen. „Wir müssen alle ins Bild setzen“, sagt Lampl.

Die Bahn zeigt sich derweil überrascht von der neuerlichen Initiative. „Das hat uns gewundert“, so der Sprecher. Man habe nach den Wünschen von Stadt und Freistaat – letzterer übernimmt auch einen Teil der Kosten, die noch nicht feststehen – geplant.

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