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Kinder und Eltern demonstrierten am Dienstag vor dem Eingang zum Sitzungssaal. Auch Stadtrat Franz Höflsauer musste sich durchdrängeln.   

Familien demonstrieren

Entscheidung gefallen: Der Schulbus bleibt

Fürstenfeldbruck - Erfolg für die Eltern aus dem Brucker Stadtteil Buchenau: Ihre Kinder können weiterhin mit einem separaten Bus zur Grund- und Mittelschule Nord fahren. Den Kompromiss haben sie sich hart erkämpft.

Normalerweise hört man am Dienstagabend vor den Türen des Rathauses höchstens ein paar Raucher reden. Ganz anders vor der Stadtratssitzung diese Woche. Kinder, eingepackt in dicke bunte Winterjacken, stehen dicht gedrängt vor dem Zugang zum Sitzungssaal. Daneben beobachten ihre Eltern das Geschehen. Die Kleinen halten Plakate in die Höhe. „Ich bin in der 1. Klasse. Bitte lasst mir den Schulbus“, steht in pinker Schrift auf dem orangenen Transparent eines Mädchens. Auch sie dreht sich um, als sich immer wieder Stadträte durch die Menge schieben. Einige bleiben stehen, ratschen kurz mit den Eltern. Dann verschwinden sie durch die Glastüre Richtung Sitzungssaal.

Am Ende werden genau diese Mandatsträger zugunsten der Kinder und Eltern entscheiden. Der Kompromiss: Die Bewohner aus der Buchenau dürfen den separaten Schulbus mindestens bis Dezember 2017 behalten. Der fährt verschiedene Haltestellen an der Senserbergstraße an und bringt die Kinder direkt zur Schule Nord. Ein Service, der in den 1980er-Jahren eingeführt wurde, weil die Buchenauer seitdem auf die Nordschule geschickt werden.

Stadt verlässt sich auf neuen MVV-Bus

Wenn alles gut läuft, führt der Kreis im Dezember 2017 einen neuen Linienbus ein, der auch durch die MVV-technisch als Stiefkind behandelte Buchenau fährt. Auf den verlässt sich die Stadt nun. Erst, wenn der Kreistag die Einführung des Busses abgesegnet hat, soll neu über die Umstellung des Schulbusses auf genau diese Linie des ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) verhandelt werden. Dafür setzte sich vor allem Andreas Ströhle (Piraten) ein, der sich auch in seiner Funktion als Referent für Bürgerbeteiligung intensiv mit den Eltern und der Thematik beschäftigt hatte.

Hermann Seifert, ÖPNV-Experte im Kreis, bestätigt die Pläne, einen 820er Bus fahren zu lassen. Auf Nachfrage erklärt er aber, dass die neue Linie in seinen Augen nicht als Schulbus-Ersatz geeignet ist. „Es handelt sich dabei um einen Bus, den auch Bürger aus Grafrath oder Schöngeising nutzen. Die wollen in die Innenstadt, und nicht zur Schule.“ Die Kinder müssen wohl an einer neuen Halstestelle zwischen Puchermühl- und Pucher Straße aussteigen. Seifert: „Auch dann bleibt Fußweg.“ Seiner Meinung nach sei der 840er besser geeignet. Auch, weil er einen 15-Minuten-Takt hat. Die neue Linie dagegen wird wohl nur alle halbe Stunde fahren.

CSU wollte Bus behalten

Dafür, den Schulbus komplett zu behalten, hatte sich die CSU ausgesprochen. Fraktions-Sprecher Lohde – selbst Vater eines Erstklässlers – sagte: „Es ist das einzig probate Mittel.“ Mit ihrem Antrag kamen die Christsozialen aber nicht durch. Ihm widersprach zum Beispiel SPD-Rat Axel Lämmle. Er meinte, es sei keine Zumutung für die Kinder, den ÖPNV zu nutzen. Zumal die Stadt bald Schulwegtraining anbiete und Schulweghelfer sowie Busbegleiter abgestellt werden. Ströhle sah den Knackpunkt an anderer Stelle. „Das Kernproblem ist: Was gilt das gegebene Wort?“ Die Stadt habe den Buchenauern in den 1980er-Jahren den Bus zugesagt und diese Aussage 2014 bestätigt. „Das kann man nicht übergehen.“ Deshalb sind auch die meisten Eltern nicht zufrieden. Elisabeth Striewe sagt, man sei „froh, dass der Bus nicht abgesägt wurde.“ Es müsse aber langfristig eine gute Lösung her. Das könnte eine Änderung des Sprengels sein, wenn die geplante neue Schule im Westen steht.

Erfolg auch für Ganztagsschüler

Die Kinder der Schule Mitte am Niederbronnerweg dürfen ebenfalls weiter mit ihrem Bus fahren und müssen nicht sofort auf den Linienverkehr umsteigen. Diese Lösung hatte sich bereits in einem Gespräch zwischen Eltern und der Stadtverwaltung vor einigen Tagen abgezeichnet.

Die Parteien hatten folgenden Kompromiss erarbeitet, den der Stadtrat nun absegnete: Die bereits eingeschulten Kinder der Ganztagsklasse dürfen bis zum Schuljahr 2017/18 weiterhin ihren Schulbus nutzen. Der befördert momentan neben 28 Puchern weitere 20 Kinder, die die Ganztagsklasse besuchen und im Stadtgebiet verteilt wohnen.

Ein Problem allerdings bei dieser Regelung: Die zukünftigen Erstklässler müssen den MVV nutzen. Das könnte vor allem zu Unstimmigkeiten führen, wenn die Geschwister der Zweit- und Drittklässler einen anderen Bus nehmen. „Allerdings muss man dann eben sehen, wie viel Platz im Zweifelsfall noch im Schulbus ist“, sagte Dritte Bürgermeisterin und Redeführerin Karin Geißler (Grüne).

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