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Fragen über Fragen hatten auch die kleinsten Besucher an die Freiwilligen der Brucker Feuerwehr. Beim Aktionstag erklärten die Kameraden Wissenswertes rund um Fuhrpark, Ausrüstung und Schutzkleidung.

Kameraden gewährten Einblicke

Feuerwehr-Aktionstag: Auch Besucher zeigten vollen Einsatz

Fürstenfeldbruck – Die Brucker Feuerwehr hat an ihrem Aktionstag am Samstag um neue Freiwillige geworben. Die Besucher schauten aber nicht nur zu – völlig unverhofft halfen einige auch selbst bei einer Vorführung mit.

„Helfen Sie mit“, forderte Stadtbrandmeister Mai die Besucher auf – und das taten sie auch.

Es kann überall passieren: Ein schwerer Verkehrsunfall untertags, die Feuerwehr  trifft ein, doch es sind zu wenige Hilfskräfte. Genau das hat die Freiwillige Feuerwehr Fürstenfeldbruck bei ihrem Aktionstag gezeigt. Trotz des Dauerregens kamen etwa 2000 Besucher – angesichts der Witterung ist Stadtbrandmeister Manuel Mai damit aber ganz zufrieden. Die Besucher nahmen an einem Rundgang durch die Feuerwache teil oder informierten sich über den Fuhrpark der Feuerwehr. Auch zahlreiche Kinder verfolgten die Vorführungen der Kameraden. 

Über Personalmangel überrascht 

Kann nur ausrücken, wenn sie nicht gerade arbeiten muss: Sabine Urban.

Bei einer Unfallsimulation geht Mai auf die Zuschauer zu, spricht sie direkt an: „Helfen Sie bitte mit.“ Die Besucher sind überrascht, aber kaum einer verweigert die Unterstützung. So bekommt Harald Schaller spontan eine Feuerwehrjacke in die Hand gedrückt. Der 35-jährige wundert sich zuerst, wie schwer die Spezialkleidung ist. „Ist nur ein Detail, aber so bekommt man Respekt vor dem, was diese Leute leisten“, sagt der Karlsfelder. 

Er ist erstaunt, dass bei der Feuerwehr alles so strukturiert und ruhig vor sich geht. Ihn überrascht aber auch, dass die Wehr Hilfe von Passanten braucht. „Der Personalmangel war mir nicht so bewusst.“ Für ihn selber kommt ein ehrenamtliches Engagement trotzdem nicht in Frage. „Es klatscht sicher keiner Beifall, wenn ich von der Arbeit weg zu einem Einsatz muss.“ 

Hilfe leisten kann jeder Bürger 

Stadtbrandmeister Mai erklärt, dass es eher unüblich sei, Passanten anzusprechen. Obwohl man diese im Notfall zur Hilfe verpflichten könne, versuche man dies von Seiten der Wehr zu vermeiden, so Mai. „Wir wollen aber zeigen, dass jeder in der Lage ist zu helfen und das auch zu lernen.“ Bei der Feuerwehr gebe es dazu viele Möglichkeiten. Und so erklären Mai und seine Kollegen auf dem Aktionstag immer wieder nebenbei, dass auch Arbeitgeber davon profitieren, wenn sich ihre Angestellten bei der Feuerwehr engagieren. „Überall braucht es einen Brandschutzbeauftragten“, erklärt Mai den Besuchern. 

Dass viele Arbeitgeber das Ehrenamt durchaus anerkennen würden, berichtet beispielsweise Alexander Jahraus. Der Konstrukteur ist seit 17 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr der Großen Kreisstadt aktiv. „Unternehmen müssen das aber auch wirtschaftlich sehen“, sagt er. „Und wenn eine Fachkraft zu einem Einsatz muss, wird sie aus dem Arbeitsprozess genommen.“ Tagsüber sei das bei ihm problematisch. 

Falsches Bild von der Wehr 

Da geht es dem Konstrukteur ähnlich wie seiner Feuerwehrkameradin Sabine Urban. „Ich kann nicht einfach so von einem Patienten wegspringen“, betont die 28-jährige Krankenschwester. Da könne der Einsatz noch so dringend sein. „Ich helfe gern. Aber das geht halt nur, wenn ich keinen Dienst habe“, sagt die Bruckerin. Sie ging vor sieben Jahren zur Feuerwehr, weil sie die Technik und die Kameradschaft dort interessierten. 

Während ihrer Zeit dort hat sie aber auch erfahren, dass man oft noch ein falsches Bild von den Kameraden habe – auch in Fürstenfeldbruck. „Viele meinen, dass es in so einer großen Stadt doch eine Berufsfeuerwehr geben muss“, berichtet Urban. Zu viele seien erstaunt, wenn sie erfahren, „dass wir eine Freiwillige Feuerwehr sind und in unserer Freizeit helfen.“ 

Forderung an die Politik 

Auch deshalb findet Ludwig Andrione, dass staatliche Unterstützung nötig sei. „Ich erwarte, dass sich die Politik mehr darum kümmert, dass sie etwas gegen den Personalmangel tut.“ Man dürfe sich dort nicht immer allein auf das Ehrenamt verlassen. Der 25-jährige Vater zweier Kinder war bei der Vorführung auf dem Aktionstag ebenfalls von Stadtbrandmeister Mai ebenfalls angesprochen worden. Andrione ängstigt vor allem eine Vorstellung: „Einer von uns braucht dringend Hilfe, und keiner kommt.“ Er weiß aus früherer eigener Erfahrung, welchen Zeitaufwand ein Ehrenamt bedeutet. Der 25-Jährige wurde vor einigen Jahren zum Rettungssanitäter ausgebildet, ist aber da schon länger außen vor, wie er sagt. Bereits seit längerem mittendrin bei der Brucker Wehr ist Michael Ferber. Seit 28 Jahren bringt er Ehrenamt und seinen Arbeitsplatz in München unter einen Hut. „Es ist schwer, aber irgendwie geht es.“ Das gelte auch bei nächtlichen Einsätzen. „Die Arbeit darf nicht darunter leiden.“

von Hans Kürzl

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