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Die Feuerwache im Fliegerhorst vor dem zwischenzeitlichen Abzug der Fursty-Wehr.

Bruck jubelt

Die Fliegerhorst-Feuerwehr ist wieder da

Fürstenfeldbruck - Fast schon sensationelle Rolle rückwärts: Die Fliegerhorst-Feuerwehr, die den Militär-Standort zum Jahresende verlassen hatte, ist wieder da.

Seit Mittwoch ist die Bundeswehr-Wache wieder in Betrieb. Je sechs Mann schieben rund um die Uhr Dienst. Das stillgelegte Feuerwehrhaus wurde binnen eines Tages wieder in Stand gesetzt, ein Fahrzeug ist auch schon vor Ort, wie ein Sprecher des zuständigen Bundeswehrzentrums Brandschutz in Sonthofen auf Anfrage bestätigte. Das Zentrum reagiert mit diesem Schritt auf einen Eilbescheid des Münchner Verwaltungsgerichts. Die Stadt Fürstenfeldbruck hatte gegen den Abzug der Feuerwehr geklagt – zumindest vorübergehend also mit Erfolg. Als Grund für den Abzug hatte die Bundeswehr damals Personalprobleme genannt und vor allem die Tatsache, dass im Fliegerhorst ja kein Flugbetrieb mehr stattfinde, zu dessen Absicherung die Wehr gedacht war. Hintergrund war wohl auch die bevorstehende Auflösung des Bundeswehrstandorts.

Plötzlich war die Freiwillige Feuerwehr zuständig

Mit dem Abzug ging die Verantwortlichkeit für den um die 200 Fußballfelder großen Militärbereich samt Offizierschule der Luftwaffe an die Freiwillige Feuerwehr Fürstenfeldbruck über. Problem aber: Die Brucker Wache liegt am anderen Ende der Stadt. Die Freiwilligen können nicht gewährleisten, im Ernstfall binnen der vorgeschriebenen zehn Minuten am Einsatzort zu sein. Eine weitere Schwierigkeit besteht in der Zugänglichkeit des mit Zäunen umgebenen Areals und in der Beschaffenheit vieler Fursty-Häuser. Sie wurden errichtet in dem Bewusstsein, dass eine Werksfeuerwehr direkt vor Ort ist. Dazu kommt auch die von der Regierung von Oberbayern betriebene Asyl-Unterkunft am Rande des Militärareals mit regelmäßig über 1000 Bewohnern. Im Kern der Klage stand die Frage, ob die Stadt für einen militärischen Sicherheitsbereich zuständig gemacht werden kann. In der ersten Verhandlung am Verwaltungsgericht München wurde beschlossen, nach einem Ortstermin Anfang 2017 weiter zu verhandeln.

Entlastung auch für Emmering

Allerdings erging auch die Eil-Entscheidung. Darin kam das Gericht zu der Überzeugung, dass Bruck eben nicht zuständig ist. Der Sprecher des Bundeswehr-Brandschutzzentrums bleibt bei der Auffassung, dass die örtliche Feuerwehr die Aufgabe zu schultern habe. Man habe sich jetzt aber dem Eilentscheid gebeugt, dessen Erfüllung schon auch aus personellen Gründen eine gewisse Herausforderung dargestellt habe. Brucks Feuerwehrreferent Andreas Lohde (CSU) begrüßte die vorläufige Entscheidung auf Anfrage. Sie sei sachlich richtig. Ihre Folge sei eine Entlastung für die Brucker, aber auch die Emmeringer Feuerwehr. Allerdings sei die Rückkehr wiederum sicherlich nur zeitlich befristet. Das jetzt entstandene Zeitfenster müsse die Stadt Bruck nutzen, um eine eigene langfristige Lösung auf den Weg zu bringen – sprich eine weitere Feuerwache im Nord-Osten der Stadt errichten. Rein formell betrachtet bleibt die Brucker Wehr für die Asyl-Dependance zuständig. Sie ist ja nicht mehr Teil des Militärgeländes. Allerdings dürfte auch klar sein, dass die Bundeswehr-Feuerwehr helfend eingreifen würde, wäre dies nötig. Andreas Lohde: „Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehrleuten der Bundeswehr vor Ort war immer kollegial und kameradschaftlich. (st)

Kommentar

Die Nachricht von der zumindest vorübergehenden Rückkehr der Fliegerhorst-Feuerwehr kam maximal überraschend. Mit einer derart deutlichen Aussage des Verwaltungsgerichts hatten Beobachter dann eher doch nicht gerechnet. Die Freude über die Korrektur der sicherlich falschen Abzugs-Entscheidung war groß. Nun darf man natürlich nicht zu viel in die Eilentscheidung hinein interpretieren. Das Hauptsache-Verfahren steht aus. Ein gewisser Fingerzeig aber dürfte die Entscheidung des Gerichts doch sein. Andere Städte mit militärischen Liegenschaften dürften die Brucker Entwicklung mit großem Interesse verfolgen. Möglich, dass hier ein Bezugsfall geschaffen wird, der die Bundeswehr auch an anderen Standorten dazu zwingt, eigene Feuerwachen zu betreiben. Für die Stadt Bruck – das passiert ja auch nicht jeden Tag – ist die Rückkehr-Entscheidung jedenfalls ein großer Erfolg, der die Möglichkeit bietet, die langfristige Lösung für den entstehenden neuen Stadtteil anzugehen. (st)

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