S´Bruckenmanderl moant

Foisch verstandne Traditionspflege und Erinnerungskultur

Fürstenfeldbruck - In der aktuellen Mundart-Kolumne widmet sich das Brucknmanderl der Debatte um Straßennamen in Bruck.

Ned bloß in Bruck stengan seit Jahrn Straßennamen aufm Prüfstand. De zentrale Frage hoaßt, muaß oda soi ma Straßn, de Nama von wie auch imma belastetn historischn Akteuren tragn, umbenenna. Dabei geht’s vor oim um Persona, dern Lebn und Wirkn gwisse Schnittmengn mit da Ideologie und Politik des Nationalsozialismus aufweisn. Es geht um Ehren oder de Ehre verweigern, um Erinnern oda de Erinnerung verbanna.

So weit, so guad. Do is ma si im großn und ganzn eini, daas derartige Persona nix im öffentlichn Raum verlorn ham. Oba wenns dann um den konkretn Foi geht, wui ma ned zletzt zwengs da ganzn Schererei, de so a Umbennung für de Anwohner von betroffena Straßen bedeit, lieba am oidn Namn festhoitn und is sogar bereit, „mit da dunklen Seite“ z’lebn. So oafach derf ma si des ned machn.

Wia wichti es is, si znachst eindeutige Richtlinien z’erarbeitn, wia’s a da Brucker Stadtarchivar Neumeier versucht hot, wann eine Umbenennung von Straßennama notwendi oda angeratn is, zoagn in da Kreisstadt de nach Wernher von Braun und nach Julius Langbehn benanntn Straßn. In den 1950er-Jahrn hot ma si kaum mit der Rolle des Raketenpioniers von Braun im Dritten Reich und des Schriftstellers Langbehn, des vo den Nazis hochgschätztn Mitbegründers vo am kulturpessimistischn Antisemitismus, öffentlich auseinandagsetzt.

 Des war zum oana da unkritischn Haltung zur Vergangenheitspolitik g’schuldet, de im wesentlichn durch Schuidvadrängung g’kennzeichnet war, zum andern war ma do weng stoiz auf de Leistungn von Wernher von Braun in Amerika und im Foi Langbehn darüba, daas der 1907 in Rosenheim gestorbene Haderslebener und in Kiel aufgwachsene Kultautor einer nationalkonservativn Jugendbewegung in Puch in unmittelbarer Näh von da Edignalinde bestattet worn is.

Weda de Brucker Stadträt no de damalign Pucher Gemeinderät ham si seinerzeit Gedanken darüber gemacht, ob de beidn zu ehrendn Personen irgendwia „belastet“ gwen san. Im Gegenteil si ham domois ganz guad in de Erinnerungskultur der damalign Zeit paßt. Genauso wia de seitens da Fliegerhorstobern im Sinn oana foisch verstandenen Traditionspflege g’wünschtn Straßenbenennunga. Freili, de Zeitn ham si g’ändert. Und es ko nur oa Ziel gebn, entweda de Straßen, de an belastetn Namn tragn, umzubenna, wos ja scho weitgehend gescheng ist, und de strittign im Brucker Foi ois Grenzfälle eingstuftn Straßenbenennungn ois Zeitzeugnis zu seng und dazua z’ steng.

Nix für unguad, bis zum nextenmoi...

‘s Bruckenmanderl

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