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Martina Gerold (l.) und Christiane Burkhart beim Plausch mit Eugen Schleipfer am Kakteenstand. Die Frauen sind Wiederholungstäter bei den Gartentagen.

Großer Andrang in Fürstenfeld

Gartentage: Zuerst kommen die echten Fans

Fürstenfeldbruck - Petrus hatte die ganz große Gießkanne gezückt. Und so dominierten den Eröffnungstag der Brucker Gartentage die Regenschirme. Echte Gartler konnte das Wetter aber nicht abhalten.

Joachim Henle vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt mit Barbara Böhm und Beate Risch.

Martina Gerold und Christiane Burkhart sind am Freitag extra aus Peißenberg gekommen. „Wir sind überzeugte Wiederholungstäter auf den Brucker Gartentagen“, betonen die beiden. Mehrmals sind sie auch heuer schon fündig geworden. Auf der Waaghäuslwiese, beim Stand der Kakteen- und Staudengärtnerei von Eugen Schleipfer aus Neusäß schlagen sie erneut zu: Diesmal hat es ihnen unter anderem das Steinkraut angetan eine alte Staudensorte.

Schleipfer kennt seine Kundschaft: „Wer zu mir kommt, der will keine Wegwerfartikel von der Stange, sondern viele Jahre Freude an den Pflanzen haben.“ Drum gibt’s bei jedem Kauf natürlich praktische Tipps obendrauf. Die eine Pflanze mag’s gern sandig, die nächste leicht schattig, reichlich Kalk oder viel Sonne. Außerdem legt Schleipfer Wert darauf, auch sogenannte Gedächtnispflanzen im Sortiment zu haben – Kreuzungen von Gärtnern, die ein bisserl mehr als nur einen grünen Daumen haben.

Langlebige Sorten sind gefragt

Gabi Pachmann aus Türkenfeld hat sich einen winterharten, mehrjährigen Salbei geschnappt. Mit Pflanzen aus dem Baumarkt hat sie schlechte Erfahrungen gemacht

Gabi Pachmann aus Türkenfeld hat beim Salbei zugegriffen, denn: „Mein letzter vom Baumarkt hat den Winter nicht überlebt.“ Diesmal soll’s ein mehrjähriger, winterharter sein, möglichst robust. Beim Stand der Gärtnerei Mühlbach aus Moosburg ist sie fündig geworden. Gärtnerin Lisa Osterloher sagt: „Die Kunden legen zusehends wert auf, langlebige Sorten.“

Längst hat sich ihr Familienbetrieb auch darauf spezialisiert, Menschen zu beraten, die nur einen Balkon oder eine Terrasse mit ein wenig Grün davor, bepflanzen wollen. Das kommt dem Motto der diesjährigen Fürstenfelder Gartentage „Gärtnern in der Stadt“ entgegen: Pflanzerl heranziehen und Gemüse ernten auf wenigen Quadratmetern.

In der Kräutergärtnerei Mühlbach werden auch alte Tomatensorten, wie die Berner Rose, Tigerella oder Schwarze Russische gut verkauft. „Weil sie einfach besser schmecken und viel Genuss versprechen“, sagt Lisa Osterloher. Also: Klasse statt Masse.

Genau darauf baut auch der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN). „Saatgut ist Kulturgut“, hat er sich auf die Fahnen geschrieben. Barbara Böhm und Beate Risch lassen sich von Joachim Henle beraten. Die beiden Dachauerinnen haben nur wenig Platz zur Verfügung und schwören auf altes Saatgut „Wir ziehen gerne selber Pflanzen oder verschenken Saatgut.“ Joachim Henle drückt ihnen ein Packerl Langenauer Stangenbohnen in die Hand: „Damit diese alte Sorte sich weiter verbreitet.“

Das Programm

Die Fürstenfelder Gartentage warten noch bis einschließlich Montag mit einem bunten Programm auf. Schwerpunkt ist das Thema „Gärten für die Stadt“. Dazu gibt es zahlreiche Vorträge, Workshops und Schaugärten.

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