3. Bundesliga

Das Handballmärchen wird fortgesetzt

Fürstenfeldbruck – Ein Besuch beim Zahnarzt ist kein besonderes Vergnügen. Schon gar nicht, wenn der handballspielende Dentalmediziner Sebastian Meinzer mit seinen Brucker Assistenten ans Wert geht.

Die gastgebenden Patienten vom TV Hochdorf dürften sich nach der Spezialbehandlung auch eine Betäubungsspritze gewünscht haben. Beim 31:24 (14:12)-Erfolg des TuS Fürstenfeldbruck traf Rückraum-Ass Meinzer gleich 13-mal. Kräftige Unterstützung bekam er von Rückkehrer Johannes Stumpf.

„Ich wollte auf keinen Fall gegen Bruck am ersten Spieltag antreten. Die Ängste haben sich bewahrheitet“, sagte Hochdorfs Trainer Stefan Bullacher nach der Heimpackung seiner Pfalz-Biber, die zuletzt dreimal in Folge Tabellendritte der Süd-Gruppe waren und jetzt von den Panthern regelrecht zerfetzt wurden. Christopher Klee, sein mit sechs Treffern bester Schütze, ergänzte: „Wir wussten, dass der TuS der unangenehmste Auftaktgegner ist, den man sich vorstellen kann, weil sie so unkonventionell spielen. Sie decken sehr offensiv mit gesunder Härte und sind extrem laufstark.“

Auf der Gegenseite war TuS-Trainer Martin Wild entsprechend gut gelaunt, während seine Spieler auf der langen Heimfahrt die Bus-Party starteten. Sie waren nur zu Beginn einmal und nie wieder in Rückstand geraten. „Der Einstand ist uns nahezu optimal gelungen.“ Wilds Hoffnungen, dass der stark verjüngte Kontrahent noch nicht so eingespielt sein würde, bewahrheiteten sich zwar. Allerdings schränkte er auch ein: „Es war auf keinen Fall ein lockerer Sieg, Hochdorf hat sich nie aufgegeben.“

Einer brachte die Hausherren jedoch regelmäßig zur Verzweiflung. TuS-Torwart Michael Luderschmid verursachte bei den Gastgebern gleich mehrmals Kopfschmerzen. „Er war kaum zu bezwingen“, lobte Wild. Das Team aus Rheinland-Pfalz war dem TuS mehrmals bedrohlich nahe gekommen, erst in der Schlussphase wuchs der Vorsprung für die Oberbayern, die nach ihrer Vizemeisterschaft in der Ost-Gruppe nun einen neuen Anlauf im Süden nehmen – dort wären sie vor zwei Jahren fast abgestiegen – kontinuierlich an. Richtig eng wurde es nur einmal, als die Hochdorfer von 13:17 auf 16:17 herangekommen waren.

Einen kurzen Schreckmoment hatte es zu Beginn der zweiten Halbzeit gegeben, als Tizian Maier seinem Gegenspieler bei einem schnellen Angriff der Gastgeber in den Arm gegriffen und Rot gesehen hatte. Doch auch in Unterzahl war der TuS eine Nummer zu groß für die Pfälzer. „Jetzt freuen wir uns auf unser erstes Heimspiel am Samstag“, so Wild. Dann kommt um 19.30 Uhr der VTV Mundenheim auf den Behandlungsstuhl in der Wittelsbacher Halle. Eine große Zahnarzt-Phobie sollten die Gäste nicht haben. (Tobias Huber)

Tore: Meinzer 13/3, Stumpf 7, Hoffmann 4, Lex 2, Haller 1, Engelmann 1, Maier 1, Scovenna 1, Leindl 1

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