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Stefan Juttner

Kunst im Laden

Kurzzeit-Galerie an der Hauptstraße

Ein leer stehender Laden verwandelt sich in eine Kunstgalerie: In den Räumen eines ehemaligen Geschäfts an der Hauptstraße stellen ab heute einige kreative Köpfe ihre Werke aus. Danach verschwindet die Kurzzeit-Schau wieder.

Fürstenfeldbruck „Wie es euch gefällt“ ist der Titel der so genannten Pop-up-Ausstellung, die aus dem Boden gestampft wird und dann wieder abtaucht. Es ist die zweite ihrer Art nach der Schau in der ehemaligen Bäckerei Buchauer. Die Werke der kreativen Köpfe von der Künstlervereinigung Fürstenfeldbruck sind einige Wochen lang immer am Wochenende an der Hauptstraße 1 a zu sehen.

„Wie es euch gefällt“ – der Titel bedeutet für die Künstler Freiheit in der Gestaltung. Gezeigt werden Malereien, Grafiken, Fotografien, Objekte und Skulpturen, aber auch crossmediale Stilmischungen. Die Mitglieder der Künstlervereinigung haben die Ausstellung zusammen mit Hedwig Hanf organisiert. „Ich möchte die Kunst den Menschen nahe bringen“, sagt sie.

Damit meint sie auch Werke des freischaffenden Brucker Künstlers Stefan Juttner (50). Der Illustrator, Fotograf und Maler stellt drei Gemälde aus, die junge Mädchen zeigen. Die Werke wirken trotz des frischen Motivs bedrohlich, sei es durch die Präsenz von Hunden oder durch den intensiven, dem Betrachter zugewandten Blick einer von zwei Schwestern, die auf einer Veranda sitzen. „Ich ziehe meine Inspiration aus der Realität, all diese Situationen sind auch genau so passiert. Aber ich abstrahiere sie, um Stimmungen zu erzeugen“, meint Juttner. Benutzt hat er dafür Acryltusche und Öl.

Mit dem Thema Natur hat sich Hilde Seybold beschäftigt. Die Brucker Bildhauerin machte aus Baumstämmen mittels Kettensäge fantastische Blumen. „Aus Holz eine Blume zu sägen, das hatte schon einen Widerspruch in sich“, sagt die Künstlerin und lacht.

Einen eher gesellschaftskritischen und politischen Ansatz hat dagegen Gerhard Gerstberger (63). Der Drucktechniker, Bildhauer und Grafiker benutzt Fotografien, druckt sie auf Leinwand, verfremdet sie mit Malerei und lässt den Metaphern freien Lauf. „Meine Arbeiten sollen zum Reflektieren anregen.“ Gut zu sehen ist dies auf dem Bild „Dank an Trump“. „Eigentlich hieß es mal anders, aber aus aktuellem Anlass habe ich es umbenannt“, sagt der Ansbacher. Zu sehen sind Geier, die sich vor einer grauen TTIP-Wolke auf das Bundeswappen stürzen. Im fernen Hintergrund ragt die Frauenkirche hinter Baumwipfeln empor.

Grazil anmutende Schwanen-Plastiken hat dagegen Ingrid Redlich-Pfund (69) geschaffen. „Dieses Jahr waren ja zum ersten Mal Schwäne am kleinen Olchinger See, da habe ich mir gleich ein paar Federn mitgenommen, die ich auf dem Boden gefunden habe. Auf die Idee mit dem Maschendraht kam ich erst später“, erklärt Redlich-Pfund und lacht.

Die Ausstellung

an der Hauptstraße 1 a wird am heutigen Freitag um 18 Uhr eröffnet. Danach ist sie bis 4. Dezember je freitags und samstags zwischen 14 und 20 Uhr sowie sonntags von 14 bis 19 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Ein Ansprechpartner ist vor Ort. Auch die Künstler geben Auskunft über ihre Werke. (Marco Gierschewski)

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