Hier würde der Neubau andocken. In den frei werdenden Räumen würden Büros entstehen

Bekommt die Kreisbehörde ein Parkdeck?

Landratsamt wird erweitert

Fürstenfeldbruck - Das Landratsamt wächst und wächst und platzt aus allen Nähten. Nun will Landrat Thomas Karmasin mit einem Neubau auf dem Gelände der Kreisbehörde für Entlastung sorgen. Gleichzeitig regt er den Bau eines Parkdecks an – mit Ladestationen für E-Autos.

Zentrale Idee: Die Registratur, die jetzt in hellen Räumen im Erdgeschoss an den kleinen Park angrenzend untergebracht ist, soll verlagert werden. Die Akten sollen in dem fensterlosen dreigeschossigen Neubau auf dem westlichen Teil des Geländes praktisch in Richtung Erlöserkirche unterkommen. Die frei werdenden Räume im Hauptgebäude sollen in Büros umgebaut werden, sodass 32 neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Das Parkdeck könnte gleich im Anschluss an den Neubau errichtet werden.

Immer mehr Mitarbeiter

Hintergrund ist die ständig wachsende Anzahl an Verwaltungsmitarbeitern. Sie beackern Asylfragen, werden aber auch im Jugendamt gebraucht oder in der Bauverwaltung. Insgesamt würden die Aufgaben komplexer, heißt es immer wieder. Letztes Jahr wurden 60 neue Stellen geschaffen. Nicht alle wurden besetzt, schon jetzt aber zeichne sich ab, dass der Trend weiter nach oben gehen werde, sagte Landrat Thomas Karmasin bei der Vorstellung der Pläne.

Bäume müssten gefällt werden

Die nicht öffentlich tagende Baukommission des Kreistags hatte der Idee bereits zugestimmt, jetzt soll das Thema in die öffentlich tagenden Gremien des Kreistags kommen. In der Kommission habe es nur eine Gegenstimme gegeben, erzählte Bauamts-Leiter Axel Schuhn. Sie richtete sich gegen die beim Bau nötige Fällung von Bäumen. Wie Karmasin berichtete, werden die neuen Räume dringend gebraucht. Die bestehenden Zimmer im Landratsamt selbst seien ausgereizt. Die Anmietung weiterer Büros im Stadtgebiet werde derzeit geprüft – wobei es als nicht gerade ideal gilt, wenn sich eine Behörde auf viele verschiedene Standorte verteilt. Die Möglichkeiten der Heimarbeit seien begrenzt. In dem zweigeschossigen Parkdeck könnte Platz für 72 Stellplätze entstehen, wobei durch den Bau 29 jetzt schon bestehende Parkplätze wegfielen. Also würden 43 neue entstehen. Besucher der Kreisbehörde würden insofern profitieren, als im vorderen Bereich des Geländes Entlastung geschaffen würde.

Parkplätze im Ziel-21-Landkreis?

Ist es aber für den Ziel-21-Landkreis nicht etwas unpassend, mit dem Parkplatz-Bau den Individualverkehr letztlich zu fördern? Es gebe einfach Mitarbeiter, die auf das Auto nicht verzichten könnten oder wollten, sagte Landrat Karmasin, auch wenn man sich natürlich Mühe gebe, für den Öffentlichen Personennahverkehr zu werben. Außerdem sollen, wenn nicht alle, so doch einige Stellplätze mit Elektro-Ladestationen versehen werden, sagte Bauamtschef Axel Schuhn.

3,5 Millionen Euro an Kosten denkbar

Die Pläne, die im Moment vorliegen, gehen nicht über den Charakter einer Machbarkeitsstudie hinaus. Entsprechend vage sind die Kostenschätzungen. Der Neubau der Registratur würde sich demnach auf rund 2,3 Millionen Euro belaufen, das Parkdeck auf rund 720 000 Euro. Das ergäbe insgesamt 2,95 Millionen Euro, wobei eine Steigerung in Richtung 3,5 Millionen Euro als nicht unwahrscheinlich gilt – Landrat Karmasin selbst sprach von dieser Summe. Mit dem Bau begonnen werden könnte theoretisch im Herbst 2017. Denkbar ist, nur die Registratur zu bauen und auf das Parkdeck zu verzichten. Dieses später zu errichten, sei aber nicht möglich, sagte Schuhn. Sprich: Wenn man beides will, muss man beides auch jetzt gleich in Angriff nehmen.

Sanierung des Hauses geht voran

Im Moment zählt das Landratsamt 450 Mitarbeiter. Für sie stehen 220 Parkplätze zur Verfügung, 44 sind für Besucher reserviert. Etliche Mitarbeiter sind bereits ausgegliedert – etwa der Abfallwirtschaftsbetrieb im Haus an der Münchner Straße direkt gegenüber. Das Landratsamt wird seit dem Jahr 2009 nach und nach saniert, Zweidrittel der Gesamterneuerung sind mittlerweile geschafft. Das Dach wurde saniert, neue Fenster wurden eingebaut, die Sanitäreinrichtungen erneuert. Auch bei diesen Umbauten entstanden bereits weitere neue Büros.

Und was ist mit dem Service-Ei?

Das kleinste für zwei Leute misst 14 Quadratmeter, wobei die neuen Bauteile durch Glaswände und die Farbgebung wesentlich moderner und freundlicher wirken als die älteren. Geschaffen wurden aber auch kleinere Rückzugs- oder Besprechungsräumlichkeiten. Natürlich wurde auch der Brandschutz massiv ertüchtigt. Völlig verändert gegenüber früher ist die technische Ausstattung. Beispiel: Gab es früher je Raum eine Steckdose, so sind es heute mindestens acht, berichtete Wolfgang Kaufmann, der als Leiter des zentralen Service (Abteilung eins) vereinfacht gesagt für alle internen Vorgänge im Landratsamt wie Personal, Finanzen aber auch Bau verantwortlich ist. Im Haus gebe es mittlerweile außerdem 20 Kilometer Leitungen nur für die EDV. Papierakten seien allerdings trotz der Digitalisierung weiterhin nötig, hieß es.

Die Aufstockung des Service-Eis – sein Bau war seinerzeit höchst umstritten, heute gilt es als vorbildhaft – ist theoretisch auch möglich. Das wäre städtebaulich aber nicht wirklich schön, sagte Bauamtschef Axel Schuhn. Das Ei würde zu hoch.

von Thomas Steinhardt

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein Abend der extremen Gefühle

Fürstenfeldbruck - Eine einsame Wanderung, Todesängste auf hoher See und der Existenzkampf zwischen Heiden und Christen: Menschliche Grenzerfahrungen standen beim …
Ein Abend der extremen Gefühle

3. Liga Süd: TuS-Handballer bleiben oben dabei 

Fürstenfeldbruck - Die Panther bleiben auf der Pirsch. Die TuS-Handballer lassen im Kampf um die Spitzenränge in der 3. Liga Süd nicht locker.
3. Liga Süd: TuS-Handballer bleiben oben dabei 

Auto verkratzt: 1500 Euro Schaden

Puchheim - 1500 Euro Schaden hat ein Unbekannter an einem in der Puchheimer Sandbergstraße geparkten Auto verursacht. Er ritzte einen Schriftzug in beide Türen der …
Auto verkratzt: 1500 Euro Schaden

Schmuck im Wert von tausenden Euro geklaut

Gröbenzell - Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro haben Diebe in Gröbenzell erbeutet. Sie waren in eine Doppelhaushälfte an der Irisstraße eingestiegen.
Schmuck im Wert von tausenden Euro geklaut

Kommentare