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Die Baustelle an der Heimstättenstraße: Hier entstehen 47 Miet- und 48 Eigentumswohnungen.  

Serie: Brucks Baustellen

Das sind die Nachfolger der Sternzeichenhäuser

Fürstenfeldbruck - Namensgeber für die Heimstättenstraße im Brucker Westen ist die Wohnungsbaugesellschaft Oberbayerische Heimstätte (OH), die in Bruck mehrere Hundert Wohnungen besitzt. Und genau sie ist für die große Baustelle dort verantwortlich: Anstelle der alten Sternzeichenhäuser entstehen fast 100 neue Wohnungen.

Die Bauarbeiten sind kaum zu übersehen: Entlang eines langen Streifens an der östlichen Seite der Heimstättenstraße, zwischen Zeppelinstraße und Siedlerplatz, wird seit September 2015 gebaut. Es ist ein großes Projekt der Wohnungsbaugesellschaft des Bezirks Oberbayern (siehe Kasten). Schon die Vorgängerbauten, die nach ihren Wahrzeichen auf der Häuserfront benannten Sternzeichenhäuser, wurden von der Gesellschaft in den 1950er-Jahren gebaut und markierten den Beginn der dortigen Siedlung – auch weil mit der neuen Besiedlung die soziale Infrastruktur nachzog und somit Bruck ein zweites Zentrum im Westen bekam.

Doch auch an den Sternzeichenhäusern nagte über die Jahre der Zahn der Zeit: Die teilweise heruntergekommenen Häuser mit insgesamt 59 Wohnungen wurden seit 2009 nach und nach abgebrochen. Die Mieter waren zuvor in andere Wohnungen gezogen. Gleichzeitig wurden direkt gegenüber an der Dianastraße die Wohnblocks der Heimstätte generalsaniert und bekamen eine Tiefgarage.

Ohne die zurzeit im Bau befindlichen Gebäude besitzt die Heimstätte rund 600 Wohnungen in Fürstenfeldbruck, allein im Quartier rund um die Heimstättenstraße sind es aktuell rund 420 Wohnungen. Nun entstehen auch auf dem rund 11 600 Quadratmeter großen Areal an der östlichen Heimstättenstraße sechs neue Gebäude mit fast hundert Wohneinheiten. 47 Miet- und 48 Eigentumswohnungen sollen dort entstehen.

Bauherr der Mietwohnungen ist die OH, zur Refinanzierung wurde eine Teilfläche an das Tochterunternehmen Deutsches-Heim-Wohnungsbau verkauft, die dort die Eigentumswohnungen errichtet. Diese sind bereits alle verkauft und sollen Ende 2016/Anfang 2017 an die Eigentümer übergeben werden.

Mit durchschnittlichen Verkaufspreisen von 4400 Euro pro Quadratmeter liege man deutlich unter dem Marktpreis, sagt der Geschäftsführer der Heimstätte, Michael Zaigler. Die Wohnungsgrößen werden in allen Gebäuden durchmischt sein: 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen.

Verzögerungen im Bauablauf gibt es laut Zaigler bisher nicht. Die Wahrzeichen der alten OH-Häuser werden bei dem Neubau übrigens nicht zu sehen sein: Die Sternzeichen sollen an anderer geeigneter Stelle wieder sichtbar gemacht werden, sagt Zaigler.

Über 5200 Wohneinheiten in Oberbayern

Die Oberbayerische Heimstätte wurde 1935 von der Kreisgemeinde Oberbayern, dem damaligen Pendant des heutigen Bezirkes, und der Stadt Freising gegründet. Auch heute noch ist der Bezirk Oberbayern mit 98,6 Prozent Mehrheitsgesellschafter. Der Bau und die Betreuung von Kleinsiedlungen war von Beginn an der Auftrag der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bestand der Heimstätte und der Geschäftsbetrieb arg von Zerstörung getroffen. Mit der Währungsreform und dem Wiederaufbau nahm auch die Heimstätte wieder ihre Arbeit auf, dabei konzentrierte man sich auf den Bau von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern. 1991 wurde die Gemeinnützigkeit abgeschafft. Seitdem muss auch die OH Steuern zahlen und daher auch Gewinne am Markt erzielen. Trotzdem sei es nach wie vor in der Satzung der OH verankert, „preisgünstigen Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten“ zu schaffen, wie Geschäftsführer Michael Zaigler betont. So stehe immer im Fokus, die oberen Marktkonditionen „spürbar“ zu unterschreiten. 

Dafür errichtet die OH auch öffentlich geförderten Wohnraum. Nach eigenen Angaben (Stand 2012) besitzt die Gesellschaft mehr als 5200 Wohneinheiten in Oberbayern, verteilt auf 43 Standorte. Neben Fürstenfeldbruck sind darunter im Landkreis auch Gröbenzell und Olching. Gut die Hälfte, nämlich 2100 dieser Wohnungen, unterliegen einer Mietpreis- und Belegungsbindung, nochmal 1200 Wohneinheiten einer reinen Belegungsbindung – damit kommen diese Wohnungen auch sozial Schwächeren zugute.

von Fabian Dilger

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