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Name bremst Integrationskonzept aus

Fürstenfeldbruck – Die Stadt erarbeitet zur Zeit ein sogenanntes Integrationskonzept, um ein harmonisches Zusammenleben aller Bürger zu fördern. Dieses soll in Zukunft aber „Konzept zur Förderung der Stadtgemeinschaft“ heißen, findet Integrations-Referent Willi Dräxler (BBV).

Er will damit verhindern, dass sich bestimmte Gruppen falsch angesprochen fühlen und hofft, dass dadurch die Ziele besser erreicht werden.

Initiiert wurde das Projekt durch einen Antrag von SPD-Fraktionschef Philipp Heimerl. Er hatte im Dezember 2015 bei der Stadt angefragt, ob ein Gesamtkonzept zur Integration bestünde. Das nahm die Verwaltung zum Anlass, ein solches in Angriff zu nehmen.

Dieses könne als Grundlage eines „strategischen Integrationsmanagement“ dienen. Mittlerweile sind die Arbeiten dazu auch schon angelaufen: Verschiedene Organisationen und Personen wurden zur aktuellen Situation befragt und eine Arbeitsgruppe gegründet, die zentrale Fragen behandelt.

So weit, so gut. Doch Willi Dräxler sagte nun im Ausschuss für Integration, Soziales, Jugend und Sport: „Mitbürger, die schon lange hier leben, sind von dem Titel nicht angetan.“ Das habe sich bei der Arbeit zu dem Konzept herausgestellt.

Denn der Name unterstelle allgemein eher Integrations-Defizite. Die Brucker mit sogenannten Migrationshintergrund, die schon in der zweiten oder dritten Generation hier leben, empfinden laut Dräxler ein so benanntes Konzept als „Integrations-TÜV“ und beteiligen sich daran deswegen nicht besonders. „Die ständige Thematisierung von Integration wirkt eher demotivierend und ausgrenzend“, so Dräxler.

Damit die Ziele besser erreicht werden, schlug Dräxler ebenfalls vor, die Arbeit an dem Konzept für verschiedene Personengruppen zu trennen. Die Integration von Migranten sei zum Beispiel etwas völlig anderes als die Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Auch für ältere Bürger, die sich zum Teil gar nicht ausgeschlossen fühlten, könnte man Verbesserungen in der Stadt anvisieren.

Die Verwaltung betonte, bei dem Namen „Integrationskonzept“ handle es sich vorerst noch um einen Arbeitstitel. Zudem gibt es aus dem Rathaus auch einen eigenen Namensvorschlag. Der ist noch länger als die Idee von Willi Dräxler: „Konzept zur demokratischen Weiterentwicklung der gegenwärtigen Stadtgesellschaft“. Welcher Name letztendlich übrigbleibt, soll die Arbeitsgruppe dann bei einem ihrer nächsten Treffen beschließen.

Fabian Dilger

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