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Noch ein letztes Mal Lippenstift auflegen: Die Altenpflegerinnen im Stück „King Kongs Töchter“ inszenieren den Tod ihrer Schützlinge. 

King Kong = Schoßtier

Neue Bühne präsentiert mörderische Altenpflegerinnen

Fürstenfeldbruck – Gegen seine Töchter ist King Kong ein Schoßtier. Drei Altenpflegerinnen mit einem Faible für Hollywood-Filme, die mindestens genauso alt sind wie ihre Schützlinge, spielen Todesengel. Kurz vor dem 80. Geburtstag befördern sie die Heimbewohner mittels Giftspritze ins Jenseits – und inszenieren das Sterben wie eine glamouröse Filmszene.

Mit „King Kongs Töchter“ (Regie: Philipp Jescheck) zeigt die Neue Bühne Bruck ein Stück von Theresia Walser, das aus mindestens zwei Gründen beunruhigt. Walser hat nach der Schule selbst eine Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht. Die Inspiration für ihre bösen Texte war also das Leben selbst – und tatsächlich beruht die Handlung auf einer wahren Begebenheit.

In weißen Kitteln und schwarzen Strumpfhosen eilen Berta, Carla und Meggie durch einen grauen Mikrokosmos, der von einem dement-fidelen Grüppchen in verschiedenen Verfallszuständen bevölkert wird. Da ist das frivole Gretli, die naive Hilde, die schweigsame Frau Tormann. Herr Albert denkt nur an Essen und Likörchen, Herr Nübel („großes N und kleines Übel“) will am liebsten jedem seine Instrumente vorspielen und Herr Pott sucht ständig seine Schlüssel.

Für die selbsternannten Seniorendompteusen Berta (Tina Schmiedel), Carla (Silvie Stollenwerk) und Meggie (Lisa Drothler) ist es nur ein kleiner Schritt von der Fürsorglichkeit zum Sadismus. Ihr Alltag ist ein einziges Pflegeelend – zwischen Inkontinenz und Überlastung, zwischen Angst vor dem Alter, das sie in Gestalt ihrer Schützlinge täglich vor Augen haben, und Frust über ihren eigenen Beruf. Doch nicht nur für die Bewohner ist das Heimleben gefährlich. Das zeigt sich, als ein junger Typ von der Straße in das Drama hineinstolpert...

Neben den tollen Darstellern und der zügig dahinfließenden Handlung, deren Dynamik durch keine Pause gestört wird, ist Theresia Walsers Sprache ein Vergnügen für sich. „Auf ein Sofa kannst du legen, was du willst. Das formt aus allem eine Frau“, schwärmt Carla, als die Todeskandidatin Frau Tormann in Mae-West-Outfit auf ein zu kleines Canapé drapiert wird. Oh ja, es darf gelacht werden über diesen düsteren Ausblick auf die Endstation. Wie sonst wäre er zu ertragen? (os)

Mehr Infos

und Kartenreservierung online unter der Adresse www.buehne-bruck.de.

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