Zurück zu den musikalischen Wurzeln: Matthias Winckhler singt am Sonntag mit dem Bachchor. Foto:tb

Opern-Star singt in der alten Heimat

Fürstenfeldbruck – Internationale Bühnen sind mittlerweile Matthias Winckhlers Zuhause. Doch angefangen hat der 26-jährige Opernsänger beim Brucker Bachchor. Für ein Konzert kehrt er nun zu seinen Wurzeln zurück.

Ich möchte Opernsänger werden: Das ist wohl ein Satz, den die wenigsten Eltern von ihrem Nachwuchs zu hören bekommen. Während viele Kinder den Traum haben, später mal als Polizist, Feuerwehrmann oder Pilot zu arbeiten, wusste Matthias Winckhler schon früh, dass seine Zukunft auf der Bühne liegt. „Meine ganze Familie ist musikalisch. Meine Schwester hat auch gesungen und mein Vater spielt im Orchester“, erzählt der gebürtige Brucker.

Der 26-Jährige hat in Salzburg Gesang studiert und arbeitet heute festangestellt an der Staatsoper Hannover und als freischaffender Sänger. „Ich bin sehr froh, dass ich meine Leidenschaft im Beruf ausleben und jetzt auch davon leben kann.“ Diese Unabhängigkeit sei aber nicht selbstverständlich, da die Branche zwar „große Zukunftsmöglichkeiten“ biete, aber die steigende Zahl vieler talentierter Künstler auf die immer weniger werdenden Jobs treffen würde.

Winckhler hingegen ist auch international gefragt und trat bereits in Japan, Österreich, den Niederlanden und Norwegen auf. Nun kehrt er zurück zu seinen künstlerischen Wurzeln: Dem Bachchor Fürstenfeldbruck. Unter der Leitung von Gerd Guglhör gibt der Chor am Wochenende Mendelssohns Oratorium „Paulus“ – und Matthias Winckhler trifft dabei auf seinen Mentor aus Jugendtagen. „Gerd Guglhör war der erste, der mich solistisch hat singen lassen. Seitdem ist er mein Mentor und in gewisser Weise auch ein Vorbild“.

Freude vor Auftritt in Bruck

Der Auftritt in Fürstenfeldbruck weckt für den jungen Opernsänger aber auch ganz andere Erinnerungen. „Ich freue mich wirklich, wieder in meiner Heimat spielen zu können. Ich kenne den gesamten Chor, kann zu Hause wohnen und meine Freunde und Familie sitzen am Sonntag im Publikum.“ Diese Vertrautheit sei in einem so stressigen und anonymen Job unglaublich entspannend.

Trotzdem ist sich Winckhler sicher, dass der Auftritt kein Selbstläufer werden wird. „Das ist mein erster Paulus. Ich habe mich wochenlang darauf vorbereitet, denke aber, dass ich diese Herausforderung gut meistern werde“, hofft der 26-Jährige. Mit ungefähr 70 anderen Musikern wird er die Apostelgeschichte in der Fürstenfelder Klosterkirche musikalisch inszenieren. Paulus ist einer der schillerndsten Figuren der Bibel und der Prototyp eines Wandelbaren, der einen völlig neuen Weg einschlägt. „Ich singe dieses Werk wirklich gerne. Es ist unglaublich romantisch und hat wunderschöne Farben“, schwärmt Matthias Winckhler.

Für Mendelssohn bedeutete die Komposition dieses ersten Oratoriums damals den internationalen Durchbruch als Komponist. Auch Matthias Winckhler steht heute vor einer großen internationalen Karriere. Bei all dem Erfolg zählt für ihn aber vor allem eines: „Mit tollen Leuten schöne Musik machen und sich kontinuierlich weiterentwickeln.“ (Tim Grübl)

Das Konzert

findet am Sonntag, 17. Juli, um 16 Uhr in der Klosterkirche Fürstenfeld statt. Solisten sind Susanne Bernhard (Sopran), Michael Mogl (Tenor) und Matthias Winckhler (Basssolist). Karten gibt es ab 21 Euro (Schüler/Studenten 50 Prozent ermäßigt) an allen bekannten Vorverkaufsstellen und bei München Ticket.

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