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In Sachsen werden bereits Wachpolizisten ausgebildet. Die GdP Bayern lehnt solches Hilfspersonal aber ab.

"Für eine Waffe braucht man eine professionelle Ausbildung"

Polizei lehnt Hilfssheriffs strikt ab

Landkreis - Hilfspolizisten mit Kurzausbildung, die die reguläre Polizei unterstützen: Diese Idee des Bundesinnenministers lehnt die Brucker Polizeigewerkschaft nicht nur strikt ab, sie hält sie sogar für gefährlich.

 „Wir halten das für den falschen Weg“, sagt Stephan Dodenhoff, stellvertretender Vorsitzender der Brucker Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP), auf Tagblatt-Nachfrage. Die Bekämpfung von Straftaten gehöre in professionelle Hände. Den Vorschlag des Innenministers hält Dodenhoff für einen Schnellschuss, mit dem nun versucht werde, die verfehlte Personalpolitik irgendwie hinzubügeln.

Thomas de Maizière hatte in einem Interview erklärt, dass eine so genannte Wachpolizei im Kampf gegen Kriminalität, insbesondere gegen Einbrüche, helfen könnte. Er bezeichnete diese Lösung als „zukunftsweisendes Modell“. Diese Wachpolizei sollte besetzt sein mit „Kräften, die über eine Kurzausbildung verfügen und begrenzte Befugnisse haben, aber Uniform und Waffe tragen“, so der Innenminister.

Sie könnten vor allem in besonders belasteten Vierteln eingesetzt werden. Die Präsenz der Polizei würde dadurch erhöht.

Dass wieder mehr Polizisten auf die Straßen müssen, findet auch Dodenhoff. Doch so genannte Wachpolizisten könnten nicht die Lösung sein. „Mit einer Kurzzeitausbildung kann kein Polizist ersetzt werden.“

Eine professionelle Ausbildung sei wichtig, vor allem auch in Hinblick auf Einbrüche. Denn diese würden meist von Banden verübt. „Und von denen gehen gewisse Gefahren aus, da stecken Strukturen dahinter.“

Vor allem die Bewaffnung der Hilfskräfte hält Dodenhoff für grenzwertig. „Für eine Waffe braucht man eine vernünftige Ausbildung und regelmäßiges Training. Das geht nur über eine professionelle Schulung.“ Dreieinhalb Jahre brauche ein Polizist, bis er auf Streife gehen könne.

Allerdings gebe es unter Umständen auch Bereiche, in denen man Hilfskräfte einsetzen könnte, räumt Dodenhoff ein. So zum Beispiel an den EU-Grenzen Richtung Osten, damit sich Täter nicht so leicht absetzen könnten. Auch in der Großstadt könnte es möglicherweise Sinn machen. „Bei uns im Landkreis sehe ich das aber nicht.“

Die GdP Bayern hält de Maizières Vorstoß ebenfalls für nicht zielführend und warnt die Politik vor schnellen und billigen Lösungen. „Das ist Flickwerk an einer verschlissenen Personaldecke auf Kosten der inneren Sicherheit“, so der stellvertretende Bundesvorsitzende Jörg Radek in einer Mitteilung. Die hohe Professionalität der deutschen Polizei beruhe nicht zuletzt auf einem mehrjährigen Studium und einem intensiven Heranführen an die hohen Herausforderungen des täglichen Dienstes.

Zwar sei die Gewerkschaft der Polizei durchaus der Auffassung, dass die Wachpolizei eine wichtige Rolle innerhalb der Sicherheitsarchitektur spielen könne, so beispielsweise in der Hauptstadt Berlin mit ihrem Regierungsviertel, vielen Botschaften und zahlreichen weiteren gefährdeten Gebäuden. Wachpolizisten würden aber keine Alternative zu der seit Jahren geforderten Stellenaufstockung darstellen.

von Eva Dobler

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