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Angespannte Stimmung: Bei der Versammlung des SCF wurde Jakob Ettner (M.) wieder gewählt. Er bleibt also Präsident.

Neuwahlen

SCF: Ettner bleibt Präsident

Fürstenfeldbruck - Jakob Ettner bleibt Präsident des SC Fürstenfeldbruck. Er setzte sich bei der Neuwahl deutlich gegen seinen Kontrahenten Andreas Conrad durch.

Nicht der amtierende Präsident Ettner leitete die Versammlung, er trat die Aufgabe an Gerhard Knöchel, Chef der Alten Liga, ab. Und der rauschte gleich einmal mit Ex-Vize Antonio di Gorga zusammen. Der Grund: Sowohl Fußball-Abteilungsleiter Alfred Thurner als auch Knöchel hatten sich geweigert, di Gorga und eine Handvoll weiterer Interessenten als Vereinsmitglieder aufzunehmen. Dem italienischen Gastronom wurde dadurch eine geplante Kandidatur als Vize verwehrt.

Laut Satzung dürfen die Abteilungsleiter frei entscheiden, wer Mitglied wird. Die Ettner-Gegner fühlten sich dennoch verschaukelt und monierten des öfteren, dass an einem Tisch eine Reihe Neumitglieder sitze, die sie zuvor noch nie gesehen hätten und die bei der Wahl geschlossen für Ettner votierten. „Das nennt man bei uns Mafia“, echauffierte sich di Gorga.

Ex-Vize Hannes Mühlberger monierte Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung und den Versicherungsleistungen seines in der Landesligamannschaft aktiven Sohnes Christian. Die Debatte wurde letztlich auf Antrag von Ehrenpräsident Albrecht Huber („Das sind Interna, die haben hier nichts zu suchen“) nach einem Mehrheits-Votum der Mitglieder beendet.

Auch die Nachfrage von Ex-Präsi Eckhard Lutzeier, warum Trainer Tarik Sarisakal entlassen wurde, blieb unbeantwortet. Ettner sagte lediglich, eine fristlose Entlassung werde nicht ohne triftige Gründe ausgesprochen. Der seit Wochen laufende Streit um den Kunstrasen setzte sich erst nach der Wahl unter dem Punkt „Verschiedenes und Anträge“ fort.

Vizepräsidentin Ursula Valier legte einen Gesamtkontostand für alle SCF-Konten in Höhe von knapp 52 000 Euro vor. Darüber hinaus habe der Spielbetrieb in der Landesliga in der abgelaufenen Spielzeit ein Minus von rund 17 000 Euro eingebracht. BLSV-Vertreter Steffen Enzmann monierte gegenüber dem Tagblatt, dass aus dem Bericht die Höhe der Gesamtverbindlichkeiten nicht klar hervorging. Entsprechende Nachfragen durch die Mitglieder blieben aus, das Präsidium wurde mit großer Mehrheit entlastet.

Dass bei der Wahl alles korrekt lief, darüber wachte der amtierende Bürgermeister Erich Raff. Um zu gewährleisten, dass nur Mitglieder ihre Stimme abgeben, wurde jeder der 112 Wahlberechtigten namentlich aufgerufen, um seinen Wahlzettel abzuholen. Das Ergebnis fiel letztlich eindeutig aus: 73 der abgegebenen 111 Stimmen entfielen auf Ettner, nur 32 auf Conrad. Sechs Zettel waren ungültig.

Das von Conrad aufgebotene Team, dem neben Marcus Ließ auch die ehemaligen SCF-Funktionäre Lutzeier, Mühlberger, di Gorga, Alfred Januschke, Frank Demmer und Sieglinde Schmid angehören sollten, trat bei der Wahl um die weiteren Posten gar nicht mehr erst an. Stattdessen setzt sich das künftige Präsidium wie folgt zusammen: Vizepräsidentin bleibt für weitere zwei Jahre Valier, Schatzmeisterin ist weiterhin Monika Brand. Auch Thurner bleibt als Abteilungsleiter im Amt, ebenso fungiert Ettner weiter in Doppelrolle auch als Jugendleiter. Neu im Team sind Geschäftsführerin Kerstin Müske und Beisitzerin Manuela Thurner.

Streit um Kunstrasen kocht erneut hoch

Der Streit um den Kunstrasen kochte bei der Versammlung erneut hoch. Auf die Frage von Ex-Geschäftsführer Alfred Januschke, warum der Zuschuss des Bayerischen Landessport-Verbandes (BLSV) noch nicht abgerechnet sei, erklärte Jakob Ettner, dass für den Platz seine Amtsvorgänger zuständig seien. Außerdem habe die jüngsten Unterlagen Andreas Conrad noch während seiner Amtszeit als Vize unterzeichnet, Nachfragen seien deshalb an ihn zu richten.

BLSV-Vertreter Steffen Enzmann erklärte den Mitgliedern auf Nachfrage von Lutzeier, dass es unerheblich sei, wer früher Präsident war. Ettner sei jedenfalls in den Bau des Platzes involviert gewesen. „Der BLSV hat den Verein mehrfach aufgefordert, Unerlagen vorzulegen“, sagte Enzmann. Dies sei nicht erfolgt. Ettner sagte, er habe die Mails vom Verband nicht erhalten. Das letzte BLSV-Anschreiben ist vom 8. Juni (liegt dem Tagblatt vor). Laut Ettner sei sein Computer zuvor gehackt worden, weshalb er zu diesem Zeitpunkt nicht online gewesen sei.

Auch die zur Pflege des Kunstrasens erforderliche Maschine sorgt weiter für widersprüchliche Aussagen. Ettner erklärte, das Gerät stehe in der Vereinsgarage. Dem Tagblatt hatte er schon einige Tage vor der Sitzung eine Rechnung in Höhe eines niedrigen vierstelligen Betrags vorgelegt, die den Kauf belegen sollte. Laut Lutzeier koste die erforderliche Maschine jedoch rund 30 000 Euro.

Enzmann sagte dem Tagblatt auf Nachfrage, dass bei ausbleibender Pflege der Zuschuss durch den BLSV, den die Stadt Fürstenfeldbruck vorgestreckt hat und nach der Abrechnung zurück erhalten soll, gefährdet sei. Die fehlenden Unterlagen seien durch das amtierende Präsidium beizubringen.

von Andreas Daschner

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