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Bei der 80-Jahr-Feier mit Bürgermeister Erich Raff und Schirmherr Sepp Kellerer (r.) zeichnete Gauschützenmeister Wolfgang Dietrich (vorne v.l.) Johanna Sachmann (25 Jahre), Günter Sachmann (25 Jahre), Rudi Schallermayer (60 Jahre), sowie (hinten v.l.) Albert Ludwig (40 Jahre) aus. Mit dabei Vorsitzender Helmut Schallermayer, Vize Carola Vonhausen.

Jubiläum

Eichengrün schießt seit 80 Jahren

Fürstenfeldbruck – Der Schützenverein Eichengrün Aich wurde 80 Jahre alt. Diesen runden Geburtstag feierten die Mitglieder im vollbesetzten Gemeindehaus des Brucker Ortsteils.

Alt-OB Sepp Kellerer ließ als Festredner die wechselvolle Geschichte des Vereins Revue passieren, Gauschützenmeister Wolfgang Dietrich (Mammendorf) und Vorsitzender Helmut Schallermayer ehrten langjährige Mitglieder. Musikalisch gestaltet wurde die Jubiläumsfeier von den Schachermuih-Musikanten. 

Schriftliche Aufzeichnungen über das genaue Gründungsjahr des Vereins liegen zwar nicht vor. Laut mündlicher Überlieferung ist er aber wohl in den Jahren 1935/36 entstanden, nachdem der Katholische Burschenverein Aich von den Nationalsozialisten verboten worden war. Zum ersten Vorsitzenden wurde damals Simon Beham gewählt. 

Heute undenkbar, ging es in den Anfängen des Vereins recht abenteuerlich zu. So wurde in der Gaststube beim Drexler-Wirt entlang der südlichen Fensterfront der Schießstand errichtet, der jedes Mal auf- und abgebaut werden musste. Trotz einer Abdeckung konnte es da schon mal passieren, dass den in der Gaststube sitzenden Kartenspielern ein Querschläger um die Ohren flog. 

Überhaupt wurde der Schießsport damals weniger als sportliche Herausforderung angesehen, vielmehr stand die Geselligkeit im Vordergrund. In den ersten Jahren nach der Gründung wurden Faschingsbälle abgehalten. Zudem errichteten sich die Schützen in Gemeinschaftsarbeit ohne jeden Zuschuss, allerdings auf einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Grund, einen Schießstand. 

Mit Kriegsbeginn war aber zunächst Schluss mit dem Vereinsleben, denn fast alle aktiven Schützen wurden einberufen. Die Anlage samt Jugendhütte, in der im Krieg kurzfristig eine Scheinwerfer-Einheit der Luftwaffe untergebracht war, zerfiel völlig. Weil nach dem Krieg alle Waffen abgeliefert werden mussten, dauerte es mit der Wiederaufnahme der Vereins-Aktivitäten bis 1951. Da wurde das Verbot für Luftgewehre aufgehoben. 

Dabei kam es aus verschiedenen Gründen fast schon zu einer feindseligen Rivalität mit dem 1946 im Dorf gegründeten Fußballclub. Erst Mitte der 1960er-Jahre normalisierten sich die Verhältnisse und beide Vereine pflegen seitdem wieder freundschaftliche Beziehungen zum Wohle und Nutzen der Dorfgemeinschaft. 

Zum ersten Schützenmeister nach dem Krieg wurde der damalige Gastwirt Josef Drexler sen. gewählt, der auch das erste Luftgewehr stiftete. Noch vor seinem Tod im Jahr 1958 schaffte sich der Verein eine Schützenkette und eine Schützenfahne an, die 1956 feierlich von Pfarrer Josef Bayerle, einem gebürtigen Aicher, geweiht wurde. 

Die Mitgliederzahlen stiegen, durch Teilnahme an Vergleichsschießen und an den neu eingeführten Rundenwettkämpfen im Schützengau nahm die sportliche Qualität zu. Das Schießen in der Gaststätte musste aufgrund schärferer Sicherheitsvorschriften eingestellt werden. In 1200 freiwilligen Arbeitsstunden schafften sich die Schützen aus einer offenen Holzhütte ein gemütliches Schützenheim, das von 1969 bis 1986 zu ihrer Heimat wurde. 

Mitte der 1980er-Jahre erfolgte der Spatenstich für das gemeinsame Feuerwehrhaus und Schützenheim am Weiherweg durch den damaligen Bürgermeister der Kreisstadt, Max Steer. Rechtzeitig zum 50. Gründungsfest konnten die Schützen in ihre neue Bleibe einziehen. Seitdem stehen dem Verein ein Schießraum mit fünf Gewehr- und zwei Pistolenständen und ein Aufenthaltsraum zur Verfügung, den man sich mit der Feuerwehr teilt. 

Neben den sportlichen Aktivitäten der Schützen steht beim Verein auch nach 80 Jahren die Pflege des Brauchtums im Mittelpunkt. Dazu zählen beispielsweise das Nuss-Schießen am Dreikönigstag und das traditionelle Fischessen. Zur Tradition gehörte auch bis 1976 das Aufstellen des Maibaumes, das inzwischen vom Katholischen Burschenverein gemeinsam mit den Dorfvereinen durchgeführt wird.

von Dieter Metzler

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