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Vor neugierigen Blicken diskret verborgen ist gewöhnlich das Innere des Swingerclubs. Doch nach dem Brand im November 2015 wurde die Behörden hellhörig.

Club Ibiza

Swingerclub muss Schwarzbauten abreißen

Fürstenfeldbruck - Schwarzbau auf dem Swingerclub-Gelände: Jahrelang haben ein Pool, urige Holzhütten und eine Außensauna keinen gestört. Jetzt muss alles weg. Auch der zwei Meter hohe Holzzaun.

Dieser Zaun, der die Sicht auf die Außenanlagen versperrt, muss auch verschwinden.

Irgendwie ist es schon paradox: Die Stadt Bruck will nicht, dass sich künftig Passanten von den Aktivitäten auf dem weitläufigen Areal des Swingerclubs Burg Ibiza gestört fühlen. Deshalb müssen die Schwarzbauten in dem idyllisch wirkenden Garten weg. Dazu gehört jedoch auch ein zwei Meter hoher massiver Holzzaun. Genau der hat bisher als Sichtschutz gedient.

Dass diverse kleinere Bauten auf dem Areal im Brucker Norden zwar existieren, aber nie genehmigt wurden, fand die Stadt erst durch einen Zufall heraus. Im Oktober 2015 hatte es in der mehr als hundert Jahre alten ehemaligen Wirtschaft gebrannt. 150 Rettungskräfte waren im Einsatz. Bilanz: Mehrere hunderttausend Euro Schaden, verrußte, unnutzbare Räume, ein Loch im Dach. Und eine Aufforderung der Stadt, den Bestand an Gebäuden aufzulisten. Ergebnis: An einigen Stellen fehlen Genehmigungen.

Und da kennt man im Rathaus kein Pardon. Bleiben darf am Ende nur der Whirlpool, der in einem Anbau steht. Das entschied der zuständige Stadtrats-Ausschuss nun mit nur drei Gegenstimmen von Florian Weber (BBV), Andreas Ströhle (Piraten) und Georg Stockinger (FW). Den freistehenden Pool mit Sonnenterrasse im Garten, die achteckige Außensauna aus Holz und zwei Hütten, die laut Homepage wegen ihres „ursprünglichen Flairs zum zurückziehen einladen“, muss der Unternehmer abreißen.

Die Verwaltung hätte dem Betreiber dafür zehn Jahre Zeit gegeben. Denn erst dann zieht die Bundeswehr offiziell vom nahegelegenen Fliegerhorstgelände ab. Der so genannte Sommerkellerweg, der direkt an der Burg vorbeiführt, soll dann wie schon früher als Rad- und Fußgängerweg von Bruck nach Maisach dienen.

Der Swingerclub ist in einem ehemaligen Ausflugslokal am Sommerkellerweg untergebracht

Gabriele Fröhlich (SPD) waren zehn Jahre allerdings zu lang. Sie stellte den Antrag, dem Unternehmer nur eine Frist von fünf Jahren zu gewähren und bekam von der Mehrheit der Stadträte Rückendeckung. Die Schwarzbauten, die weiter vom Hauptgebäude entfernt liegen, muss der Betreiber binnen Jahresfrist abreißen. Neben einen Lagerschuppen, zwei Gartenhäusern und einem Lager für Liegen ist darunter auch ein Hasengehege.

In dem Bereich muss auch der Zaun innerhalb von zwölf Jahren abgebaut werden. Dazu fiel Stadtrat Ströhle nur eines ein: „Der Zaun ist eventuell illegal, aber zweckdienlich.“ Da er bis dato niemanden gestört habe, könne man ihn jetzt auch stehen lassen. Das ein oder andere Schmunzeln konnten sich die Herren im Stadtrat während der Diskussion nicht verkneifen. Die Idee von Florian Weber, einen Ortstermin anzusetzen, überhörten die Kollegen allerdings.

von Verena Usleber

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