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Die Mevlana-Moschee an der Zadarstraße wurde im traditionellen Stil erbaut.

So läuft der Fastenmonat

Tiefer Einblick: Ramadan in der Moschee

Fürstenfeldbruck – Der Ramadan ist für viele Muslime eine wichtige und intensive Zeit im Jahr. Das Fastenbrechen in der Mevlana-Moschee an der Zadarstraße zeigte: Es geht um mehr als nur einen gefüllten Teller.

Es ist 21.23 Uhr. In der Mevlana-Moschee ertönt der Ruf zum Gebet. Gerade erst ist die Sonne am Horizont verschwunden, das Fasten ist bis Sonnenaufgang ausgesetzt. Doch vor der Mahlzeit kommt erst noch ein zehnminütiges Gebet. Schließlich soll das Fasten die Muslime näher an Gott heranbringen, nicht nur den Körper, sondern vor allem Spiritualität fordern und fördern. Oder wie Mustafa Sarac sagt: „Es geht um das äußere und das innere Fasten.“

Weil sich das muslimische Jahr nach dem Mondkalender richtet, verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr um zehn Tage nach vorne. Heuer ist es eine besonders intensive Zeit. Weil der 21. Juni mit seiner längsten Helligkeit in der Mitte des Ramadan ist, bleibt nur wenig dunkle Zeit für Essen und Trinken. „Ich esse meist zu Abend und stehe dann um 3 Uhr auf, um Wasser zu trinken“, sagt Mustafa Sarac, der die Grundlagen des Ramadan den Gästen erklärt.

Bei Sonneruntergang hört das Fasten auf.

Trotz der rund 18 Fastenstunden drängelt beim gemeinsamen Fastenbrechen aber niemand. Wie Mustafa Sarac erläutert, wäre es nicht im Sinne des Fastens, sich dann abends den Bauch vollzuschlagen. Auch Ahmet Görken isst mit Bedacht. Der 23-jährige Student hat sich mittlerweile dem Fastenmonat angepasst, der am 6. Juli endet. Am Anfang, so erklärt der junge Brucker, sei es für ihn immer schwierig, den langen Tag ohne Nahrung und Getränke durchzuhalten. Aber mit der Zeit gewöhne sich der Körper dann an den Ramadan-Rhythmus. Er schöpft aus dem Fasten viel Kraft. „Es zeigt uns, dass wir das Fasten nur überstehen, weil wir Gott nahe sind und er uns die Kraft dafür gibt.“ Mustafa Sarac ergänzt, dass er sich nach dem Ramadan leer fühlt, weil diese entbehrungsreiche aber spirituell wertvolle Zeit wegfällt.

Reich gefüllt sind dann die Teller.

Jeden Tag gibt es in der Mevlana-Moschee ein Fastenbrechen für Flüchtlinge, unter der Woche kommen zwischen zehn und 20, am Wochenende bis zu 200, die dann im ganzen Haus gespeist werden. Der Einladung der Gemeinde um den Vorsitzenden Ali Atalar sind die amtierende Bürgermeisterin Karin Geißler und einige Stadträte gefolgt, auch der Kreisjugendring, das Rote Kreuz und andere Einrichtungen sind vertreten. Die rund 50 Gäste und Gemeindemitglieder sitzen gemeinsam beim Iftar-Essen und unterhalten sich über Ramadan, Religion und Essen. Die muslimische Gemeinde wollte mit der Aktion zeigen, dass sie „offen für alle ist und die Gesellschaft positiv mitgestalten will“, so Mustafa Salac. „Dafür setzen wir uns alle gemeinsam ein.“

Von Maria-Mercedes Hering

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