Brucker TuS

Trial-Zwergerl auf verwegener Fahrt

Fürstenfeldbruck – Bis vor kurzem fuhren sie noch unter „Flying Kids“, jetzt heißen sie „Trial-Zwergerl“: Seit diesem Frühjahr trainieren auch die jüngsten Mitglieder der Trial-Abteilung auf ihren E-Bikes im Gelände. Und zwar in direkter Nachbarschaft mit den Großen – neben den Anfängern, Fortgeschrittenen und Profis.

Schon beim Aufwärmtraining sind Jonas und Christoph (beide 4) hoch motiviert. Kein Wunder, denn der Trial-Abteilungsleiter heißt Alois Thoma und der ist in der Szene kein Unbekannter. Der 53-Jährige ist seit 40 Jahren begeisterter Trialsportler. Vor 13 Jahren zog der Niederbayer in den Brucker Landkreis nach Emmering. Er ist quasi der Papa der Brucker Anlage, sprich Initiator des Trialgeländes. Die Namensgleichheit mit Ex-TuS-Präsident Herbert Thoma ist übrigens reiner Zufall.

Momentan hat Zweiradprofi Alois Thoma den Titel deutscher Seniorenpokalsieger inne. Sechs Jahre trainierte er den Bundeskader, 20 Jahre lang die besten bayerischen Trialsportler. Er hat schon so manches Talent entdeckt und gefördert. In der geländegängigen Sparte des TuS FFB gibt er gemeinsam mit sieben weiteren Trainerkollegen den Ton an.

Einen Steinwurf von der TuS-BMX-Anlage entfernt wurde 2010 das Trial-Gelände seiner Bestimmung übergeben. Zwei Jahre lang arbeiteten die Vereinsmitglieder unermüdlich mit und modellierten das Gelände auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern.

Der Höhenunterschied in den drei Sektionen der Anlage, sprich den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden des variablen Parcours, beträgt acht Meter. Natürlich drehen die jüngsten Mitglieder mit ihren vier Lenzen dort noch nicht ihre Runden. Dafür ist auf dem Gelände ein extra Abschnitt vorgesehen. Der Zwergerlbereich gleicht dennoch dem Trialgelände der Großen – quasi in einem kindgerechten Maßstab. Auch hier gilt es, den fahrbaren Untersatz beherrschen zu lernen. Die Kinder lernen beim Einstieg in die Materie, ein Gefühl für das Mini-E-Motorradl und für das Gelände zu entwickeln: Geradeausfahren wird eingeübt, dann Kurvenfahren, leichte Steigungen bewältigen oder Achten drehen. „Es reicht natürlich nicht, einmal die Woche zum Training zu kommen, die Kinder sollten zu Hause auch üben“, erzählt Trial-Sprecher Axel Köster. Das gehe in jedem Hof, auf Wiesen oder Spielplätzen.

Beim Tus-Sonntagstraining werden die Techniken vertieft. Wer die nötige Begeisterung und Begabung mitbringt, der darf sein Talent später auf der „echten“ Anlage in den Sektionen rot (Anfänger), schwarz (Fortgeschrittene) oder grün (Experte) zeigen. „Einige Eltern haben sich durch das Training ihrer Kinder für diesen Sport begeistert und sind Trialsportler geworden“, freut sich Spartenleiter Alois Thoma.

Wobei: Es sind nicht nur Männer und Buben, die hier ihre Runden drehen und von den Profis lernen. Auch Frauen und Mädels begeistern sich dafür. Schließlich geht es hier eben nicht nur um PS und Geschwindigkeit, sondern vorwiegend um Koordination und Geschicklichkeit.

Auf dem TuS-Gelände herrscht übrigens selbstverständlich Helmpflicht. Handschuhe, Gelenkschutz und festes, knöchelschonendes Schuhwerk sorgen für weitere Sicherheit. Die Mini-E-Motorräder der Trial-Zwergerl sind von der Geschwindigkeit her drosselbar. In der Regel fahren die Kleinen lediglich in Schrittgeschwindigkeit. (akk)

Trainingszeiten

der kleinen und großen Trialsportler sind jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr auf dem TuS-Gelände an der Landsberger Straße 72 (Einfahrt bei der Feuerwache). Mehr Infos auf der TuS-Homepage unter www.trial-ffb.de.

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