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Im Kester-Hauesler-Park stehen viele Bäume. Einige davon werden jetzt gefällt, obwohl in deren Stämmen Fledermäuse wohnen.

Kester-Haeusler-Park

Trotz Fledermäusen: Bäume werden gefällt

Fürstenfeldbruck - Für das geplante Kinderhaus im Kester-Haeusler-Park müssen Bäume fallen – das ist bekannt. Doch in deren Stämmen leben Fledermäuse. Der Bürgermeister hat nun im Alleingang erlaubt, dass einige von ihnen abgeholzt werden. Obwohl momentan unklar ist, ob die Stiftung überhaupt wirklich baut.

Bäume oder Kindergartenplätze? Diese Frage wird beim Thema Kester-Haeusler-Park seit Jahren diskutiert. Die Stiftung plant, auf dem weitläufigen Areal an der Dachauer Straße eine Betreuungseinrichtung zu bauen. Das würde der Stadt 30 zusätzliche Kindergarten- und zwölf ergänzende Krippenplätze bescheren. Dafür müssen insgesamt 29 Bäume gefällt werden. In maximal 15 (eine genaue Zahl können die Verantwortlichen nicht nennen) davon leben – wie jetzt bekannt wird – Fledermäuse.

„Sie wohnen in Baumhöhlen“, erklärt Eugenie Scherb vom Bund Naturschutz. Ab Ende Oktober ziehen sich die Tiere ganz an die geschützten Stellen zurück und überwintern dort. „Deshalb müssen die Bäume noch vorher gefällt werden“, sagte Bürgermeister Erich Raff (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung. Weil der normale Verwaltungsweg zu lange gedauert hätte, musste Raff jetzt alleine eine Entscheidung treffen. Wenn er dies nicht getan hätte, würden die Stämme erst nächstes Jahr abgeholzt – und die Eröffnung der Einrichtung verschiebe sich auf 2019, so Raff. Die Stiftung würde nach seiner Aussage auch Ersatzpflanzungen vornehmen.

Doch wie ebenfalls jetzt bekannt wurde, hat die Stiftung die Bauarbeiten noch gar nicht ausgeschrieben. „Sie wollen abwarten, bis alles in trockenen Tüchern ist“, so Raff. Sprich: Die Eröffnung verschiebt sich eh um ein Jahr auf 2018. Für die Verwaltung stellt dies ein großes Problem dar. „Uns raucht der Kopf, wir sind jetzt am Umplanen“, sagt Michael Maurer, bei der Stadt für Betreuungs-Einrichtungen zuständig. „Uns fehlen momentan 30 Kindergarten- und zwölf Krippenplätze.“ Und die Prognosen deuten nicht auf eine Abnahme an Kindern hin.

SPD-Stadtrat Uli Schmetz (SPD) warnte im Stadtrat trotzdem davor, der Fällung statt zu geben: „Ich rate dringend davon ab. Keiner weiß, ob die Stiftung nicht doch noch abspringt.“ Auch von Seiten der Grünen waren Äußerungen des Unmuts zu hören.

Eugenie Scherb vom Bund Naturschutz zeigte sich ebenfalls geschockt von der Nachricht. Die so genannten Höhlenbäume dienten den Fledermäusen als natürliches Winterquartier und seien extrem wichtig. Die Tiere seien vom Aussterben bedroht und besonders geschützt. Bereits bevor klar wurde, dass die Tiere dort wohnen, war der Bund gegen den Bau im Park. Der Tenor: Die Bäume dürfen nicht abgeholzt werden. Dass die Untere Naturschutzbehörde den Fällungen zugestimmt habe, könne sie sich nicht vorstellen, so Scherb.

Doch, wie die Zuständige Michaela Schleicher sagt, sei dies geschehen: „Das Verfahren ist abgesegnet.“ Die Stadt habe alle Vorschriften beachtet. Eine Expertin habe sich die Bäume bereits angesehen. Wenn diese gerodet werden, ist die Fachfrau vor Ort. „Mit einem Stetoskop spürt sie die Tiere auf“, so Schleicher. Dann werden die Stücke, in denen sich eventuell ein kleiner Blutsauger befindet, ausgespart. Anschließend stellen die Experten das Stück an einen ruhigen Platz, damit die Fledermäuse ausfliegen und sich ein neues Quartier suchen können.

Dass die Meinungen über die Fällung der alten Bäume auseinandergehen, wurde bereits in den vergangenen Jahren klar. Kindergarten-Referentin Simone Görgen ( früher Koch, CSU) steht in jedem Fall hinter Raff; „Eine andere Entscheidung vor den Eltern zu rechtfertigen, ist schwierig.“ Momentan prüft die Verwaltung noch einige Details, doch voraussichtlich werden die Bäume bald gefällt.

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