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So soll es aussehen: Das Gebäude an der Parsevalstraße, das die Stadt momentan baut.

Serie: Brucks Baustellen

Trotz Neubau zu wenige Sozialwohnungen

Fürstenfeldbruck - Das werden die Brucker in den kommenden Jahren noch öfter sehen: Die Stadt als Bauherr. Damit will das Rathaus vor allem geförderten Wohnraum schaffen.

An der Parsevalstraße wurde nun ein Anfang gemacht. Dort entsteht ein Haus mit insgesamt zwölf Wohnungen.

Martin Kornacher ist Stadtbaumeister in Fürstenfeldbruck.

Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Stadtbaumeister Martin Kornacher muss zugeben, dass das Haus an der Parsevalstraße, das momentan gebaut wird (siehe Kasten), die Wohnraumsituation in Bruck nicht heilen wird. Die entstehenden Sozialwohnungen sind für Brucker, die sich aufgrund ihrer Einkommenssituation und der hohen Mieten in der Münchner Gegend keine Wohnung leisten können.

Nur jeder Zehnte bekommt eine geförderte Wohnung

Aber auch, wenn sich zwölf Parteien freuen werden: Momentan bekommt nur jeder Zehnte, der eine solche Wohnung beantragt, auch eine zugesprochen – schlicht weil im Stadtgebiet zu wenige davon vorhanden sind. Etwa 6000 Brucker oder anders gesagt circa 15 Prozent der Bevölkerung können sich mit ihrem Einkommen nur schlecht am Immobilienmarkt behaupten. Passende Wohnungen gibt es in der Stadt aber nur rund 600.

Beim Abriss: Das alte marode Gebäude gehörte ebenfalls der Stadt.

Diejenigen, die tatsächlich – oft nach einer Wartezeit – eine geförderte Wohnung zugewiesen bekommen, müssen nicht die gesamte Miete selbst bezahlen. Denn der Freistaat Bayern garantiert der Stadt eine ortsübliche Mindestmiete und gleicht die Differenz zwischen den Zahlungen der Mieter und diesem Niveau aus. Mindestens 25 Jahre lang müssen die neu gebauten Wohnungen wie an der Parsevalstraße Menschen zur Verfügung gestellt werden, die wirtschaftlich nicht gut dastehen. Damit sich die Wohnungs-Situation nicht noch weiter verschlechtert, treibt die Stadt nun solche Projekte voran. „Wir wollen zumindest den jetzigen Bestand an Sozialwohnungen halten“, sagt Stadtbaumeister Martin Kornacher. Angesichts der Situation habe man daher nun angefangen, die städtischen Grundstücke zu bebauen – auch weil der politische Wille dafür vorhanden ist. Die Planungen für die Parsevalstraße und ein Projekt Am Sulzbogen waren die ersten, die vergangenes Jahr in großer Einigkeit vom Stadtrat vorangetrieben wurden.

Auch Obdachlose muss die Stadt unterbringen

Die Vertreter im Gremium haben erkannt, dass Fürstenfeldbruck dringend Wohnungen braucht – nicht nur für Einkommensschwache, sondern auch für Obdachlose und anerkannte Asylbewerber, deren Unterbringung kommunale Aufgabe ist. Zudem hofft man, in Zukunft städtische Mitarbeiter durch bereitgestellte Wohnungen locken zu können.

Heute: Momentan wird gebaut. Das unterkellerte Haus wächst von Tag zu Tag.

In denen sollen außerdem die Nebenkosten gering gehalten werden. Das Gebäude an der Parsevalstraße wird deshalb komplett im Passivhaus-Standard erbaut. Das hilft der Stadt auch, ihre selbst gesteckten Klimaziele zur erreichen.

Das Projekt im Brucker Westen wurde übrigens komplett vom Bauamt der Stadt in Eigenregie geplant. Das habe man bei ein oder zwei Vorhaben im Jahr noch im Kreuz, sagt Martin Kornacher. Hätte man den Auftrag an Externe vergeben, so wäre dafür ein ganzes Jahresgehalt eines Bauamt-Mitarbeiters fällig geworden, schätzt der Stadtbaumeister.

Das Haus an der Parsevalstraße – die Fakten

Auf dem Eckgrundstück an der Parsevalstraße, wo zuvor ein marodes Mehrfamilienhaus der Stadt abgerissen wurde, entstehen zwölf geförderte Wohnungen. Das Gebäude hat ein Erdgeschoss, ersten Stock und ein Dachgeschoss. Die Wohnungsgrößen sind gemischt: Es werden sechs Einzimmer- Wohnungen und jeweils zwei Wohnungen mit zwei, drei und vier Zimmern geschaffen.

Insgesamt kommen so rund 670 Quadratmeter an Raum zusammen, die ausnahmslos barrierefrei gebaut werden. Zusätzlich werden zwei sogenannte R-Wohnungen geschaffen, die den Bedürfnissen von Rollstuhlfahrern gerecht werden.

Im Haushalt der Stadt sind 2,3 Millionen für den Bau eingestellt, der Freistaat Bayern fördert aber jeden Quadratmeter mit bis zu 300 Euro. Deswegen könnten die tatsächlichen Ausgaben bis auf 2,1 Millionen sinken. Pro Zimmer rechne er mit einem Bewohner, sagt Stadtbaumeister Martin Kornacher. Jüngst erfolgte der Spatenstich, mit der Fertigstellung rechnet die Stadt Ende 2017.

von Fabian Dilger

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