Groß gefeiert wurde im Haus Winter (v.l.): Schwiegersohn Sepp, Tochter Petra und Enkelin Sonja Kennerknecht, Freund Korbinian Maier, Enkel Simon Kennerknecht, Schwiegersohn Thomas Winter, Enkelin Julia Kennerknecht und Tochter Sandra Winter nahmen das Jubelpaar in die Mitte. foto: weber

Große Feier

Diamantene Hochzeit: Seit 60 Jahren verheiratet

Fürstenfeldbruck / Gernlinden – Dem geflügelten Sprichwort „wo man singt, da lass Dich ruhig nieder“ sind Reinhilde und Karl Winter stets mit Freude nachgekommen. Dem Gesang haben die beiden Fürstenfeldbrucker auch den Bund fürs Leben zu verdanken, den sie vor 60 Jahren in Aschaffenburg geschlossen haben.

 Denn kennen und lieben gelernt haben sich die beiden gebürtigen Unterfranken, als der Gesangverein im Jahr 1954 aus Aschaffenburg einen Ausflug ins baden-württembergische Schwetzingen unternommen hatte.

Die Hochzeitsfeier, nach der standesamtlichen Trauung am 14. Juli 1956 und der kirchlichen in Maria Geburt im Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim, wurde in kleinem Rahmen begangen. Bescheiden blieb das Paar auch bei seiner Hochzeitsreise. Wo heute Reisen in ferne Länder angesagt sind, verbrachten beide ihre Flitterwochen in Zell an der Mosel. „Da sind wir mit dem Zug gefahren“, erinnert sich der Bräutigam daran.

Die Hochzeitsfeier fand am 14. Juli 1956 im Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim statt. tb-foto

Bescheiden lebte das Paar auch den Alltag der ersten Ehejahre und bezog als erstes Domizil eine Zwei-Zimmer-Wohnung bei den Großeltern des Mannes. In dieser Zeit wurden die beiden Töchter Petra und Sandra geboren. Reinhilde ging ihrer Tätigkeit als Weißnäherin nach, beschäftigte sich in dem damaligen Lehrberuf mit Stickereien und Verzierungen auf weißen Textilien. Der Ehemann trug als Maurergeselle zum Lebensunterhalt bei.

Doch der blickte schnell über den beruflichen Tellerrand hinaus. Winter begann 1965 sein Engagement bei der Industrie-Gewerkschaft Bau-Steine-Erde, 1968 wurde er dort als Sekretär in München angestellt. Deshalb zog die Familie auch in den Süden des Freistaats, 1969 zunächst nach Schöngeising, drei Jahre später an den jetzigen Wohnort Fürstenfeldbruck. 1985 wurde Winter zum bayerischen Landesvorsitzenden der Gewerkschaft gewählt.

Über 30 Jahre nachdem er den Bund fürs Leben geschlossen hatte, trug Winter auch seinen Teil dazu bei, dass sich die beiden deutschen Staaten nach der Wiedervereinigung zusammenfügten. In Dresden und Leipzig half er, die Selbstverwaltung der Sozialkassen der Bauwirtschaft aufzubauen. „Es war eine erfolgreiche Arbeit“, erinnert er sich noch heute mit großer Freude.

Eine Freude, die „seine“ Reinhilde mit ihm teilte. „Sie hat das Unternehmen Ehe und Familie auf Kurs gehalten“, macht der Ehemann dem Fleiß und der großen Geduld seiner Gattin ein großes Kompliment. „Dazu hat viel Liebe gehört“, so Karl Winter, der mit seiner Frau immer wieder ins Inntal reist, wo man eine Ferienwohnung besitzt.

Frisch gehalten hat den Bund aber vor allem die Musik, der das Paar unter anderem im Gesangverein Maisach nachgeht. So wurde auch der Gottesdienst, den die seit 60 Jahre treuen Eheleute in Bruder Konrad in Gernlinden feierte, vom Maisacher Gesangverein gestaltet. Im Pfarrheim feierte die Sängerrunde dann das Jubelpaar. (Hans Kürzl)

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