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Interview zum Jubiläum

Veranstaltungsforum: 15 Jahre Musik, Theater, Literatur und vieles mehr

Fürstenfeldbruck - Zum Jubiläum gibt es heuer eine besondere Veranstaltungsreihe: Dance first. Im Interview spricht Chef Norbert Leinweber über dieses spezielle Angebot - und über die vergangenen Jahre.  

Herr Leinweber, wagen Sie einen kleinen Rückblick. Was war besonders erfolgreich?

Norbert Leinweber: An erster Stelle stehen unsere sechs Kulturreihen: Kammermusik, Jazz, Theater, Blues, Alte Musik und Literatur. Diese sind das kulturelle Aushängeschild des Veranstaltungsforums und setzen sowohl inhaltlich als auch vom Publikumszuspruch her Maßstäbe.

Norbert Leinweber ist Chef des Veranstaltungsforums.

Was hat sich geändert? Welche Gebiete sind heute besonders beliebt oder waren es in der Vergangenheit?

Leinweber: Obwohl unsere Klassik- und unsere Jazzreihe verschiedene Kulturhäuser im Landkreis Fürstenfeldbruck zu ähnlichen Angeboten angeregt haben, laufen diese Veranstaltungen in Fürstenfeld bis heute gut. Bei den anderen vier Sparten sind wir in der Region nach wie vor „Monopolisten“.

Mit welchen Veranstaltungen hat man sich etwas getraut?

Leinweber: Die Einführung der Reihen „Alte Musik in Fürstenfeld“ und „Literatur in Fürstenfeld“ waren durchaus gewagt. Beide Bereiche sind ja prinzipiell eher Nischenangebote. Es ist aber gelungen, überraschend zahlreiche Abonnenten und Zuschauer hierfür zu gewinnen. Auch die Reaktivierung des Kabarettwettbewerbs „Paulaner Solo+“ war riskant. Nachdem dieses Angebot in München gescheitert war, haben wir es mit neuem Konzept in Fürstenfeldbruck erfolgreich etablieren können. Heute sind sowohl das Finale im Stadtsaal als auch die Vorrunden im Kleinen Saal in aller Regel ausverkauft. Der gemeinsam vom Veranstaltungsforum und der Paulaner Brauerei ausgerichtete Wettbewerb feiert in Fürstenfeld im kommenden Jahr bereits sein Zehnjähriges mit einer besonderen Jubiläumsveranstaltung.

"Mittelpunkt für Geist und Kultur“: So überschrieb das Tagblatt am 5. Oktober 2001 den Artikel über die offizielle Eröffnung des Veranstaltungsforums. Damals war auch Ministerpräsident Edmund Stoiber (Bild rechts, l.) zu Gast.

Herr Leinweber, worauf sind Sie besonders stolz?

Leinweber: Das Veranstaltungsforum ist vom Wunschkind zum Leistungsträger gereift. Das ist ein Zitat des ehemaligen OB Sepp Kellerer. Bis Ende 2015 zählten wir rund 3,5 Millionen Gäste bei uns. Mit jährlich an die 300 000 Nutzern ist eine optimale Auslastung erreicht. Bis heute gelingt in Fürstenfeld der Spagat zwischen kulturellem Programm und kommerzieller Nutzung. Trotz einer quantitativen und qualitativen Ausweitung des Angebots hat sich das Veranstaltungsforum immer im vorgegebenen wirtschaftlichen Rahmen bewegt. Die steigenden Erträge aus dem kommerziellen Segment ermöglichen dabei zusätzliche kulturelle Angebote. Insgesamt hat sich das Veranstaltungsforum kontinuierlich weiterentwickelt und ist inhaltlich und infrastrukturell auf der Höhe der Zeit.

Woran liegt das?

Leinweber: Dies liegt zum einen an der richtig gewählten Betriebsform als städtischer Eigenbetrieb, die eine Eigenverantwortlichkeit fordert. Zum anderen sicher an dem schönen historischen Ambiente sowie vor allem an dem engagiert-kompetenten Fürstenfeld-Team. In Fürstenfeld arbeiten alle Kollegen gerne – ich bin stolz darauf, dass es bei uns personell eine Null-Fluktuation gibt.

Sepp Kellerer der Alt-OB machte 1998 den Spatenstich.

Blick in die Zukunft: Gibt es besondere Pläne?

Leinweber: Demnächst wird es einen neuen Internetauftritt im so genannten Responsive Design geben. Hier passen sich also die Seiten an das jeweilige Nutzungsmedium dynamisch an. Durch Videoclips und Social-Media-Angebote möchten wir gern gezielt jüngeres Publikum ansprechen.

Was sind die Höhepunkte im Jubiläumsjahr?

Leinweber: Unser Festival „DanceFirst“, das mit dem fulminanten ausverkauften Auftritt von „Les 7 Doigts de la Main“ bereits einen Traumstart hatte. Es folgen noch vier Aufführungen. Zu sehen sind noch zwei Produktionen von Südafrikas Choreographie-Star Dada Masilo (Swan Lake am 29. Juli und Carmen am 30. Juli) und der „Bavarian Summit“ (13. Juli), bei dem vier Choreografen Einblicke in die bayerische Tanzwelt geben und die Weltstars Lucia Lacarra und Marlon Dino zu erleben sind. Bei „Made in FFB“ (24. Juli) zeigen fünf Ballett- und Tanzschulen aus dem Landkreis sowie die Tänzer der Heimatgilde ihr Können. Neu ist auch das „FürstenfeldPicknick“ am Samstag, 16. Juli. Hier lädt das Veranstaltungsforum bei freiem Eintritt erstmals zu einem genussvollen Abend im Stil der 1920er-Jahre ein.

Picknicken im Stil der 1920er-Jahre

Das Veranstaltungsforum lädt am Samstag, 16. Juli, 18 Uhr, zum Fürstenfeld- Picknick im Stil der Goldenen 1920er-Jahre ein. Charleston-Outfits, kulinarische Spezialitäten, Salonorchester und die malerische Klosterkulisse sollen die Gäste auf der Waaghäuslwiese in Tanzlaune versetzen und zum Genießen verführen. 

Wer möchte, kann einen eigenen Picknickkorb packen oder auch im Restaurant Spezialitäten probieren. Was in den 1920er-Jahren Mode war, können die Besucher bei den Verkaufsständen und Ausstellern erleben. Ab 19 Uhr spielt das Süddeutsche Salonorchester Schlager der Goldenen Zwanziger, Tänzer können sich zu Swing und Walzer bewegen. Besonderes Können wird dabei nicht verlangt, wie Marita Kuhn vom Veranstaltungsforum sagt: „Es geht nur um den Spaß. Jeder darf tanzen, so gut er kann.“ Besucher können außerdem ihr Geschick bei Croquet oder Boule ausprobieren. Diese zwei Spiele waren in den 1920er- Jahren sehr beliebt in der Bevölkerung. 

Das Fürstenfeld-Picknick soll den Auftakt für eine Reihe solcher Abendveranstaltungen bilden, die nun alle zwei Jahre stattfinden könnten, wie Marita Kuhn erklärt. Die Gäste sollten die Möglichkeit haben, an einem Abend kostenlos die Atmosphäre des Klosterareals auf sich wirken zu lassen. Marita Kuhn: „An diesem zwanglosen Abend stehen einmal nicht die kulturelle Darbietung, sondern vielmehr die Kommunikation unter den Gästen sowie Kulinarik im Vordergrund.“ 
Doch wie gehören Picknick und Charleston- Chick zusammen? Marita Kuhn klärt auf: „Dieses Thema mit Musik aus dieser Zeit passt zu einem entspannten Picknickabend. Picknick hatte außerdem in den 1920-ern große Tradition.“ Wer möchte, kann seine Garderobe der Zeit anpassen und verkleidet kommen.
Falls das Wetter schlecht ist, wird das Picknick auf Sonntag, 17. Juli, verschoben. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es im Internet unter www.fuerstenfeld.de.

mmh

Mehr Infos

zu allen Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.fuerstenfeld.de.

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