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Petra Weber (SPD)sieht Defizite bei der Gleichstellung.

Europäische Charta

Werden Frauen immer noch benachteiligt?

Landkreis – Werden weibliche Teilzeitkräfte im Landkreis bei Beförderungen übergangen? Das zumindest bemängelte die Gleichstellungsbeauftragte Annemarie Fischer im Kreisausschuss.

Landrat Thomas Karmasin (CSU) zeigte sich überrascht und sagte eine sofortige Prüfung der Angelegenheit zu.

Ausgelöst wurde die Debatte durch einen Antrag von Petra Weber (SPD) im Kreisausschuss. Sie sieht im Beitritt zur Europäischen Charta für Gleichstellung von Frauen und Männern auf regionaler Ebene einen Aufhänger, um sich die Situation der Frauen im Landkreis noch einmal anzusehen. „Im Landkreis liegt der Frauenanteil in der Bevölkerung bei 51 Prozent“, sagte Weber. Die meist männlich dominierten politischen Gremien würde dem beispielsweise nicht gerecht. „Wir sollten untersuchen, wo wir Nachholbedarf haben.“

Verbunden mit der Unterschrift unter der Charta soll deshalb laut Weber auch die Gleichstellungsstelle personell besser ausgestattet werden. Frederik Röder (CSU) sah indessen im Landkreis keine negativen Entwicklungen bei der Gleichstellung der Frau: „Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten ist sehr hochwertig, im Landkreis wird sehr viel für dieses Thema getan.“

Annemarie Fischer indessen sieht durchaus noch Aufgabenfelder, die es zu beackern gelte – zum Beispiel bei besagter Beförderung weiblicher Teilzeitkräfte. Karmasin dazu: „Das wäre natürlich ein Missstand, den wir nicht dulden können.“ Peter Falk (SPD) unterstützte Webers Antrag und ließ sich auch nicht von der Tatsache abschrecken, dass Fürstenfeldbruck der erste bayerische Landkreis wäre, der die EU-Charta unterzeichnet. „Vielleicht wird Fürstenfeldbruck ja der erste frauenfreundliche Landkreis in Bayern.“

Max Keil (parteilos) sieht den Landkreis beim Thema Gleichstellung dagegen insgesamt auf dem richtigen Weg. Die Europäische Charta ist dem Kreisrat zu kompliziert. „Wenn es etwas zu verbessern gibt, regeln wir das hier im Landkreis.“ Ähnlich sah das auch Thomas Karmasin: „Die Aufstockung der Stundenzahl in der Gleichstellungsstelle mit der Charta zu begründen, halte ich für zu umständlich.“

Annemarie Fischer soll nun schriftlich darlegen, ob ein weiterer Stellenbedarf bei der Gleichstellungsstelle besteht. Ein Beitritt zur Charta wurde hingegen vorerst aufgeschoben. 

von Andreas Daschner

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