Peter ZierlDer ehemalige Mathematik- und Physiklehrer am Graf-Rasso-Gymnasium starb im Alter von 91 Jahren.

Er wollte seine Schüler für Mathe und Physik begeistern

Fürstenfeldbruck – Rund 30 Jahre unterrichtete er am Graf-Rasso-Gymnasium (GRG) Mathematik und Physik: Studiendirektor Peter Zierl. Kürzlich ist der beliebte Pädagoge im Kreise seiner Familie im Alter von 91 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben. Heute wird in der Erlöserkirche die Trauerfeier zelebriert.

Der gebürtige Regensburger wurde gleich nach dem Besuch des Gymnasiums, im Jahr 1942, zum Reichsarbeitsdienst abkommandiert, musste Kriegsdienst leisten und kam schließlich in Gefangenschaft. „Erst 1948 kehrte er zu seiner Familie heim“, erzählt sein Sohn Christoph Zierl.

Nach seinem Mathematik- und Physikstudium für das Lehramt an höheren Schulen absolvierte Peter Zierl sein Referendariat an der Oberrealschule in Regensburg. 1953 trat er als Lehramtsassessor an der Oberrealschule Fürstenfeldbruck (späteres GRG) seinen Dienst an. Das Brucker Gymnasium wurde seine berufliche Heimat – im Jahr 1984 wurde er als Studiendirektor in den Ruhestand verabschiedet.

Peter Zierls Wirken beschränkte sich nicht nur auf die Klassenzimmer. Er verwaltete die Schülerbücherei und war Leiter der Arbeitsgemeinschaft Fotografie, Mitglied im Personalrat sowie Fachbetreuer für Mathematik am GRG. In seinen letzten elf Berufsjahren war er ständiger Vertreter der damaligen Schulleiter Rolf Feuerlein und Josef Förg.

„Unter seiner Federführung wurde das schuleigene Fotolabor am Graf-Rasso-Gymnasium eingerichtet, er gab regelmäßig Kurse für die Schüler“, erzählt Christoph Zierl. Die Leidenschaft für die Fotografie pflegte der Studiendirektor auch daheim im eigenen Fotolabor, wo er und seine Kinder viele Stunden beim Entwickeln und Vergrößern von Schwarzweiß-Aufnahmen verbrachten.

Seinen Lehramtsauftrag füllte Peter Zierl mit Hingabe aus: „Ich denke, er war ein echter Pädagoge, einer, der seine Schüler für die Fächer Mathe oder Physik einfach begeistern konnte“, erzählt sein Sohn. Dabei lag es ihm immer auch am Herzen, allen Schülern gerecht zu werden.

An der Schule lernte er 1957 seine große Liebe kennen. Elisabeth Beck, seine zukünftige Frau, traf er zum ersten Mal in der Lehrmittelbibliothek – als sie als frischgebackene Referendarin anfing. Ein Jahr später heirateten sie und bekamen vier Kinder: Martin, Stefan, Ingrid und Christoph.

„Wir besuchten alle vier das Graf-Rasso-Gymnasium, als mein Vater dort unterrichtete“, erinnert sich Sohn Christoph. Mittlerweile besucht schon eines seiner Enkelkinder das GRG und führt die Tradition in diesem Sinne fort.

Neben seinem beruflichen Engagement wirkte Peter Zierl rund zwei Jahrzehnte bei der Volkshochschule Fürstenfeldbruck, darunter 16 Jahre als Vorsitzender und ehrenamtlicher Leiter. Seine Ehefrau unterstützte ihn stets in seinem Tun. Das evangelisch-katholische Paar lebte Ökumene nicht nur privat zu Hause, sondern auch im öffentlichen Amt: Peter Zierl war 20 Jahre Kirchenvorstand in der Erlöserkirche, seine Frau engagierte sich in St. Magdalena im Pfarrgemeinderat.

Für sein Engagement wurde Peter Zierl 1987 die Bürgermedaille in Silber überreicht. Die Familie und die Stadt Fürstenfeldbruck nimmt heute Abschied von einem, der gerne und mit großer Hingabe und Freude ein Brucker war. (akk)

Der Trauergottesdienst

für Peter Zierl ist heute, Montag, 22. August um 10 Uhr in der Erlöserkirche. Die Beerdigung findet zu einem späteren Zeitpunkt in München im engen Familien- und Freundeskreis statt.

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