+

Yellow-Card-Betrug: Kontrollen enthüllen neue Fälle

Fürstenfeldbruck – Nach den Betrügereien mit der Yellow Card in der Asyl-Erstaufnahme am Brucker Fliegerhorst haben die Verantwortlichen reagiert. Trotzdem – oder deswegen – wurden am Mittwoch weitere Verdachtsfälle bekannt. Und es kam zu Morddrohungen gegen Verwaltungsmitarbeiter.

Der gelbe Ausweis, der den Zutritt zur Erstaufnahme-Einrichtung erlaubt, gilt als kein besonders guter Identitäts-Nachweis. Nachdem bekannt geworden war, dass manche Asylbewerber mehrere solcher Karten besitzen und versuchen, bei der Geldausgabe doppelt zu kassieren, führte das für die Taschengeldausgabe zuständige Landratsamt eine Neuerung ein. Geld bekommt jetzt nur noch, wer zusätzlich zur Yellow Card einen Ankunftsnachweis besitzt. Dieses Dokument gilt als wesentlich fälschungssicherer und kann weniger leicht weitergegeben werden. Außerdem enthält er einen elektronischen Code (QR) mit Daten des betreffenden Flüchtlings, wobei es bei der Geldausgabe aber (noch) keinen entsprechenden Scanner zur Gegenprobe gibt.

Wer den Nachweis nicht hat, werde zur ordentlichen Registrierung gedrängt, berichtete ein Sprecher des Landratsamts auf Nachfrage. Hier ist dann wieder die Regierung von Oberbayern zuständig, die die Unterkunft betreibt. Unstimmigkeiten fielen vor allem aufgrund von Unterschriften auf, berichtete der Sprecher der Kreisbehörde. Jeder Fall werde an die Polizei gemeldet. Natürlich werde jetzt genauer hingeschaut.

Angesichts der knapp 400 Asylbewerber, die am Mittwoch ihr Taschengeld bekamen, seien die wenigen Fälle mit Unstimmigkeiten aber eigentlich nichts besonderes. „Wir sind dran, alle zu registrieren.“

Der Sprecher bestätigte auch, dass es immer wieder vorkommt, dass Flüchtlinge einfach abtauchen. Die Polizei sieht das mit einer gewissen Sorge, wie ein Sprecher auf Nachfrage sagte. Bei den Beamten zählte man diese Woche drei versuchte Betrügereien mit zweifelhaften Dokumenten, wie der Sprecher außerdem sagte, nachdem zuvor einige Zeit lang keine neuen Fälle aufgetaucht waren. Immer noch seien Flüchtlinge mit mehreren verschiedenen Dokumenten unterwegs.

Die Verdachtsfälle ziehen bei der Polizei regelmäßig lange Ermittlungen nach sich, wobei die Sprachprobleme – in diesem Fall sprachen die Flüchtlinge die senegalesische Mundart Wolof – natürlich nicht zur Erleichterung beitragen. Wie ein Polizeisprecher in diesem Zusammenhang bestätigte, mussten die Beamten am Mittwoch auch nach der Geldausgabe noch einmal in der Erstaufnahme-Einrichtung anrücken. Nach der Schließung der Geldverteilung kam es zu zwei Morddrohungen in französischer Sprache gegen Verwaltungsmitarbeiter. Ein Flüchtling schlug außerdem eine Scheibe ein. Ein Asylbewerber kam in die Psychiatrie, der andere wurde in den Weiten der Unterkunft nicht mehr gesehen.

Im Landratsamt prüft man derzeit, ob und wie es möglich wäre, die QR-Codes auf den Ankunftsnachweisen im Fliegerhorst zum Gegencheck auszulesen – und was die nötige Technik kosten würde. Das werde einige Zeit dauern, hieß es – wobei es Zweifel gibt, ob die je drei Geldauszahler vor Ort alle Checks durchführen könnten.  

Thomas Steinhardt

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auto verkratzt: 1500 Euro Schaden

Puchheim - 1500 Euro Schaden hat ein Unbekannter an einem in der Puchheimer Sandbergstraße geparkten Auto verursacht. Er ritzte einen Schriftzug in beide Türen der …
Auto verkratzt: 1500 Euro Schaden

Schmuck im Wert von tausenden Euro geklaut

Gröbenzell - Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro haben Diebe in Gröbenzell erbeutet. Sie waren in eine Doppelhaushälfte an der Irisstraße eingestiegen.
Schmuck im Wert von tausenden Euro geklaut

Auf B2: Betrunkener (28) baut zwei Unfälle

Fürstenfeldbruck/Germering - Ein 28-jähriger Münchner hat am Samstag gegen 23.20 Uhr gleich zwei Unfälle gebaut. Erst touchierte er beim Auffahren auf die B2 bei …
Auf B2: Betrunkener (28) baut zwei Unfälle

Gröbenzellerin hilft, betrunkenen Fahrer zu stellen

Gröbenzell - Eine Gröbenzellerin hat dafür gesorgt, dass die Polizei am Samstagmorgen gegen 2 Uhr einen betrunkenen 22-Jährigen aus dem Verkehr zog. Die Frau war hinter …
Gröbenzellerin hilft, betrunkenen Fahrer zu stellen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion