Energiewende

Ziel 21 will neu durchstarten

Fürstenfeldbruck –D er Energiewendeverein Ziel 21 hat einen personellen Umbruch hinter sich. Jetzt soll es weitergehen – mit neuem Schub.

 Seit Juni leitet Gottfried Obermair den Verein. Ihm zur Seite stehen Ramona Weiß und Max Keil. Wie seine Vorgängerinnen Birgit Baindl und Alexa Zierl soll auch Obermair das Amt nicht unentgeltlich ausüben.

Die genaue Art der Bezahlung muss der Verein intern noch klären. Das Geld dafür kommt im Wesentlich vom Landkreis, der jährlich einen Zuschuss in Höhe von rund 100 000 Euro für Ziel 21 locker macht. „Ohne Besoldung geht es nicht“, sagt Landrat Thomas Karmasin auf Tagblatt-Anfrage, nachdem es in einer Sitzung des Kreisausschusses zu einer kurzen und leicht missverständlichen Debatte über das Thema gekommen war.

Der Verein brauche einen Fachmann an der Spitze, der auch täglich ansprechbar sein muss. Rein ehrenamtlich sei das nicht zu schultern, sagt Karmasin. Die Höhe des Zuschusses an den Verein müsse letztlich der Kreistag festlegen, sagt Karmasin. Dass die Arbeit gegen Besoldung erledigt wird, steht auch in der Satzung des Vereins.

Zu Beginn von Ziel 21 vor Jahren hatte der Landkreis eine seiner Mitarbeiterinnen für den Verein abgestellt. Später wurde das Konzept geändert. Alexa Zierl als Vorsitzende etwa hatte einen Arbeitsvertrag. Alexa Zierl war in diesem Jahr aus dem Amt geschieden, nachdem ihr die Belastung – sie sitzt auch im Brucker Stadtrat – zu groß geworden war. Die genaue Ausgestaltung von Gottfried Obermairs Anstellung steht noch aus.

Er stehe weiter hinter Ziel 21, sagte Karmasin, auch wenn er sich über eine gewisse personelle Kontinuität und messbare Ergebnisse freuen würde. Klar sei freilich auch, dass Ziel 21 sich Verdienste in der Bewusstseinsbildung gemacht habe.

Gottfried Obermair selbst kündigt an, die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken. Außerdem soll es neue Beratungspakete geben – etwa zum Thema, wie Vereine auf LED-Lampen umrüsten können oder welche Batterien geeignet sind zur Speicherung von selbst erzeugtem Fotovoltaikstrom. Obermair möchte außerdem die Zahl der Firmenpartner des Vereins erhöhen (derzeit nur sechs) und die aktuell im Kreistag diskutierte Einführung einer braunen Tonne für Biomüll unterstützen. Wichtig sei auch der Fachbereich Haustechnik und Gebäudesanierung. Obermair möchte bei all dem mit der Klimaschutzbeauftragten des Landkreises zusammenarbeiten.

Wieder aufs Tapet kommen sollen nun auch die Windkraftpläne. Landrat Thomas Karmasin möchte in der nächsten Bürgermeister-Dienstbesprechung klären, wie es damit weiter gehen soll. Trotz der 10-H-Regel könnten Gemeinden via Bebauungsplan Baurecht für Windräder schaffen. Vielleicht sei die Akzeptanz größer geworden, nachdem es ja bereits zwei Anlagen gibt.

Das ganze Thema könnte nun auch den Kreistag noch einmal beschäftigen. Die SPD hat einen Antrag eingereicht. Der Landrat solle unter anderem die Zielerreichung einschätzen und Auskunft geben über Energieeinsparung an kreiseigenen Liegenschaften, heißt es darin. Außerdem solle er den Gedanken einer Trennung von ehrenamtlicher Vorstandstätigkeit und professioneller Geschäftsstelle einschätzen. Des weiteren bringt die SPD die Schaffung eines Klimarats ins Spiel. (st)

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