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Zwei, die sich nichts gefallen lassen: Veronika Kaltenegger (l.) und Sandra Hany.

Eishockey brutal

Buben prügeln sich mit Olympia-Mädels

Fürstenfeldbruck - Eishockey brutal: Das eine Mädchen ist deutsche Meisterin und für Olympia vorgesehen. Das andere spielt in der Frauen-Bundesliga. Beide treten nebenbei im Buben-Team an und wurden mit dem in eine wüste Prügelei verwickelt.

Veronika Kaltenegger, die 15-jährige Tochter des Brucker EVF-Vizepräsidenten, spielt zusammen mit Sandra Hany (16) in der Buben-Mannschaft des EV Fürstenfeldbruck. „Aber Mädchen schlägt man nicht, auch nicht beim Eishockey! Dann müssen wir uns halt wehren.“ So geschehen beim U15-Meisterspiel in Amberg. Fünf Minuten zeigte die Stadionuhr noch an, die Begegnung war entschieden, die Brucker führten 5:1. Dennoch ließen die jungen Oberpfälzer ihren Frust zunächst an Veronika aus. Da hatten die Amberger aber die Rechnung ohne die Brucker Burschen gemacht, die gleich ihrer Mitspielerin zu Hilfe eilten. „Da gibt’s nix. Wenn uns jemand zu nahe kommt, dann sind unsere Jungs zur Stelle.“ Prompt flogen die Fäuste.

Falsche Dame erhält Strafe

„Eigentlich hätte ich die Strafe erhalten müssen“, sagt Veronika. Aber die erhielt Sandra, die eigentlich nur schlichten wollte, dabei aber selbst in die Rauferei geriet und plötzlich auf dem Eis lag. „Außer ein paar blauen Flecken haben wir nichts abbekommen.“

Hany muss nun beim nächsten Heimspiel am Freitagabend gegen Passau zuschauen. Denn die Strafe zieht eine automatische Sperre für das nächste Spiel mit sich. Kaltenegger, die nur eine Zweiminutenstrafe erhielt, darf dagegen ran. Beim Rückspiel gegen Amberg am 8. März sind beide wieder dabei. Die Mädchen sind überzeugt: „Wir steigen auf, das ist keine Frage.“ Nach den beiden Auswärtssiegen benötigt der EVF eigentlich nur noch einen Punkt, denn von den drei Bezirksliga-Gruppenersten aus Passau, Amberg und Fürstenfeldbruck lösen zwei das Ticket in die Landesliga.

Beide Schülerinnen des Viscardi-Gymnasiums spielen seit einigen Jahren schon beim EVF. Hany durchlief die klassische Schule von Trainerlehrer Konny Schober. Ausgerüstet mit einer Doppellizenz spielt sie beim EVF und beim frisch gekürten deutschen Frauenmeister in Planegg und gehört zum festen Stamm der deutschen Nationalmannschaft, mit der sie nächstes Jahr zu Olympia fährt.

Auch das Talent von Veronika Kaltenegger, die anfangs mit ihrem Bruder auf dem damals stets zugefrorenen Marthabräuweiher die ersten Eishockey-Erfahrungen gesammelt hat, spielt inzwischen bei einem zweiten Verein, dem SC Garmisch-Partenkirchen. Auch sie wurde bei einem Sichtungslehrgang der Nationalmannschaft entdeckt und und darf dank einer Sondergenehmigung nebenbei noch für Bruck spielen.

Dieter Metzler

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