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Bernhard Boschat in seinem Pokal-Laden an der Adolf-Kolping-Straße, der am Montag für immer zugemacht hat.

Traditionsgeschäft schließt

Der Herr der Pokale ist im Ruhestand

Fürstenfeldbruck – Nun geht die Ära zu Ende: Bernhard Boschat hat ein letztes Mal den Schlüssel zu seinem Pokal- und Trophäenladen umgedreht und für immer abgesperrt. Der 67-Jährige tritt in den Ruhestand.

Die Adolf-Kolping-Straße im Herzen der Kreisstadt war für viele Vereine aus der ganzen Region die erste Adresse, wenn es um Pokale, Medaillen, Embleme oder Urkunden ging. Im Laden von Bernhard Boschat bekamen die Klubs alles für den Vereinsbedarf. „Diese Arbeit hat mir immer Spaß gemacht“, sagt der in Emmering lebende Bernhard Boschat. Seine Frau Martina stand ihm in den letzten 25 Jahren auch im Laden treu zur Seite und sie weiß: „Er hat es einfach mit Herzblut gemacht.“ Vor einigen Wochen haben die Vereinsvorsitzenden Wind davon bekommen, dass Bernhard Boschat in den wohlverdienten Ruhestand geht. Das Paar hört seitdem immer wieder die verzweifelte Frage: „Ja, wo sollen wir denn dann hingehen, wenn wir etwas brauchen?“

Der gelernte Ingenieur für Heizung und Lüftung machte 1978 sein Hobby zum zweiten Standbein: In seinem Emmeringer Zuhause fing er quasi im Keller damit an, Pokale zu verkaufen. „Damals gab Volksbankdirektor Herbert Hörnlein den Anstoß, dass ich das doch hauptberuflich machen könnte“, erinnert sich der 67-jährige gebürtige Mainzer. Im November 1982 eröffnete Boschat schließlich sein Ladengeschäft in der Adolf-Kolping Straße 3 – schräg gegenüber vom aktuellen Domizil mit der Hausnummer 4, das jetzt nach 34 Jahren für immer die Ladentür schließt. Längst hat sich Boschat weit über die Landkreisgrenzen hinaus einen Namen bei Vereinsfunktionären jeglicher Art gemacht, denn: „Es gibt kaum jemand, der den gesamten Vereinsbedarf unter einem Dach anbietet und so viel Pokale auf Lager hat wie ich“, weiß der Neu-Ruheständler.

Eine Rente mit 67 war zwar nicht sein Ziel, doch gesundheitliche Gründe bewegten Bernhard Boschat zum Kürzertreten. So ganz kann er es freilich nicht lassen mit den Pokalen, Medaillen, Schildern oder Behördenstempeln, denn: Sein zweiter Beruf hat ihn im wahrsten und besten Sinne des Wortes geprägt.

Vorausschauend hat Boschat deshalb seit knapp drei Jahrzehnten eng mit einer auf Glasgravuren spezialisierten Familie aus Jesenwang zusammengearbeitet. Anita Böck will nun sein Lebenswerk in Ehren halten und tritt ab sofort ganz offiziell in seine Fußstapfen. Doch einen Boschat-Trumpf wird sie in der Hinterhand behalten: Der Altmeister persönlich will sie weiterhin bei diversen Spezialaufträgen unterstützen.

von Angi Kiener

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