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Holen sich Inspiration aus dem Internet, um ihre Stöhn-Technik zu verbessern (v.l.): Lena (Kristina Worm), Waltraud (Monika Märk) und Maria (Petra Engelhardt). Die Verkäuferinnen verdienen ihr Geld im Stück „Eine ganz heiße Nummer“ mit Telefonsex.

Telefonsex-Hotline gegen Geldsorgen

Ganz heiße Nummer auf Brett’l-Bühne

Fürstenfeldbruck – Die Schauspielerinnen des Brucker Brett’l werden wohl bald heiser sein vom vielen Stöhnen. Denn sie versuchen sich neuerdings im Telefonsex. Natürlich nur auf der Bühne. Sie versprechen: Ihr Stück, das einem Film nachempfunden ist, wird „eine ganz heiße Nummer“.

Auf der Bühne klirren die Sektgläser und es wird laut gelacht. Noch wird geprobt, aber genau hier feiert das Stück „Eine ganz heiße Nummer“ bald Premiere. „Die Darsteller müssen Spaß dabei haben, sonst kauft es ihnen der Zuschauer nicht ab“, meint Bernd Pulfer, der den Pfarrer Gandl spielt. Und das haben die Frauen.

Die drei Theaterspielerinnen Monika Märk (Waltraud), Petra Engelhardt (Maria) und Kristina Worm (Lena) verkörpern Verkäuferinnen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Ihr Lebensmittelladen in einem kleinen bayerischen Dorf hat einen Konkurrenten bekommen und steht vor dem Aus. Kurz vor der Arbeitslosigkeit fassen die drei Frauen aber neuen Mut für eine unmoralische Geschäftsidee: Sie gründen eine Telefonsex-Hotline.

Die drei tun sich erst schwer mit der neuen heißen Materie. Aber aufgeben? Fehlanzeige! Sie arbeiten sich immer „tiefer“ in das Thema hinein. Schließlich finden sie sogar Gefallen an dem Geschäft mit der Liebe. Trotzdem bleibt es für Außenstehende ein Kampf zwischen Moral und Existenzsorgen, der in der Nachbarschaft für Unruhe sorgt.

Das Spannende an diesem Stück sei es, die goldene Mitte der Provokation zu treffen, meint Erika Pulfer. Sie führt zusammen mit Barbara Stiglmaier Regie. Dadurch, dass es ein ganz neues Genre sei, hoffe man, sowohl die Stammkundschaft, als auch neue, junge Zuschauer begeistern zu können. Das soll auch durch eine ganz neue Methode gelingen, erzählt der ehemalige Vorsitzende Bernd Pulfer. Es wird in diesem Stück sehr viel Interaktion mit dem Publikum geben. Der Zuschauer fühle sich so einbezogen und könne sich besser in die Geschichte hineinversetzen.

"Der Vibrator muss da von alleine rausfallen!

Seit Anfang Januar probt das eingespielte Ensemble bereits für die Premiere am 11. März. Die Kulisse ist schon fertig und es wird nur noch ein bisschen am Licht und der Musik gefeilt. „Trotzdem ist noch lange nicht alles perfekt“, erzählt Susanne Droth, die eine strenge Dorfbewohnerin spielt.

Währenddessen schallt es durch den Raum: „Stopp, nochmal von vorne!“, „Du musst anders schauen!“ oder „Der Vibrator muss da von alleine rausfallen.“ Die Regisseurin ist noch nicht ganz zufrieden mit den einzelnen Szenen.

Dabei muss doch alles passen. Denn die Verantwortlichen wollen sich relativ nah am Film orientieren, der unter der Leitung von Andrea Sixt 2011 einen riesen Erfolg in den deutschen Kinos feierte. Da liegt die Messlatte natürlich hoch. Denn im Film spielen deutsche Größen wie Gisela Schneeberger und Monika Gruber mit. Aber eins zu eins kopieren wollen die Verantwortlichen den Streifen auch nicht. Es gebe weniger Schauplätze und das Drehbuch sei im Allgemeinen dem Theater angepasst worden, sagen die Mitwirkenden. So bekommen die drei Verkäuferinnen ihr Sex-Spielzeug nicht etwa im Erotik-Laden, sondern ganz modern (und diskret) im Internet.

Die bisherigen Verkaufszahlen sprechen schon jetzt dafür, dass das Stück beim Publikum gut ankommt. Schon zwei Monate vor der Premiere war ein Drittel der Tickets verkauft. Lastet dadurch ein verstärkter Druck auf den Schauspielern? „Am Anfang waren wir sehr aufgeregt, aber im Laufe der Zeit sind wir zu einem tollen Team herangewachsen und freuen uns einfach auf die Premiere“, meint Kristina Worm, die Verkäuferin Lena spielt.

Beim Brucker Brett’l haben die Darsteller auch einen entscheidenden Vorteil: Hinter der Bühne beim Steffelwirt in Biburg wird das Theaterstück live auf einem Fernseher übertragen. Deshalb können die Schauspielerinnen entspannt auf ihren Einsatz warten. „So können wir auch schon in den Proben sehen, was noch nicht so gut läuft“, sagt Worm. Eine Frage bleibt aber jetzt noch offen: Hat Telefonsex in einem religiösen Dorf überhaupt eine Chance? Die drei Frauen haben da eine ganz klare Antwort gefunden: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen. Aber von Telefonsex steht nichts in der Bibel.“

Tim Grübl

Termine:

Die Vorstellungen sind am 11., 12., 18., 19. März und am 1., 2., 8., 9., 15., 16. April um 20 Uhr sowie am 13. und 20. März und am 3., 10., 17. April um 19 Uhr beim Steffelwirt (Dorfstraße 7, Biburg). Karten für zehn Euro gibt es unter Telefon (0 81 41) 29 08 16 und (0176) 64 62 27 82 sowie online unter www.bruckerbrettl.de.

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