Ohne Schutzanzüge ging nichts. Insgesamt rund 100 Feuerwehrler waren in der Hasenheide im Einsatz. foto: weber

Handelt es sich um ein Umweltdelikt?

Nach Säure-Alarm in Brucker Hasenheide: Polizei ermittelt

Fürstenfeldbruck – Nach dem Austritt einer Säurewolke in einem Betrieb in der Hasenheide prüft die Polizei derzeit, ob das Gebäude schon betreten werden kann. Ein Gutachter des Landeskriminalamts wurde hinzugezogen. 

Die Kripo ermittelt laut der Nachrichtenagentur dpa wegen eines Umweltdelikts. Genauere Angaben seien derzeit aber noch nicht möglich, da die Untersuchungen erst am Anfang stünden, erklärte ein Sprecher der Polizei. Die weitere Zuständigkeit ist an das Landeskriminalamt übergegangen, hieß es.

Am Dienstagabend waren die in der Nähe des Betriebs wohnenden Menschen vorsorglich aufgefordert worden, Fenster und Türen zu schließen und die Wohnungen nicht zu verlassen. Nach zwei Stunden wurde die Warnung wieder aufgehoben.

Laut Andreas Lohde, Sprecher der Brucker Feuerwehr, waren im Labor des Betriebs aus einer Apparatur knapp 160 Liter Salpetersäure ausgetreten. Die Säure wurde zwar in einer dafür vorgesehenen Wanne aufgefangen, reagierte aber mit Materialien mit denen sie in Kontakt kam, so dass nitrose Gase entstanden. Diese wurden über eine Filteranlage aus dem Labor abgeleitet und gelangten ins Freie.

Um die Situation in den Griff zu bekommen, wurden Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis und die Berufsfeuerwehr München zum Einsatz hinzugezogen. Letztere verstärkte Lohde zufolge die Trupps, die permanent die Schadstoffbelastung durch den Gasaustritt analysierten.

Die Einsatzmannschaften der Landkreisfeuerwehren wechselten sich bei den personalintensiven und körperlich fordernden Einsätzen in den Chemikalienschutzanzügen (CSA) ab, die Voraussetzung waren, um ein agieren im Labor zu ermöglichen. Insgesamt mussten 32 solcher Anzüge eingesetzt werden. Vor Ort waren rund 100 Feuerwehrleute auch aus den umliegenden Orten. Das BRK versorgte sie.

Die Säure wurde von den Einsatzkräften abgepumpt und in Gefahrgutfässer gefüllt. Anschließend wurde der verbleibende Rest mittels eines speziellen Chemikalienbinders aufgenommen. Ein dabei entstandener Brand konnte schnell gelöscht werden. Der Einsatz endete gegen 6.25 Uhr.  

Feuerwehreinsatz in der Hasenheide: Bilder

Von einem Labor-Alarm bereits am Dienstagnachmittag, über den zunächst berichtet wurde, sei der Kripo nichts bekannt, hieß es am Freitag.

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