Liebe, Eifersucht, Verwicklungen auf der Jubiläumsbühne: „Man darf ohne Bedenken lachen.“ fotos: peter weber

Zum Geburtstag gibt’s eine Komödie

Fürstenfeldbruck – Vor 35 Jahren wurde das „Theater 5“ gegründet. Zum Geburtstag ist am Freitag Premiere einer rasanten Komödie.

 Alles begann in einer Schulturnhalle, und zwar der des alten Rasso-Gymnasiums. Dort gründeten 1981 vier Abiturienten und der Leiter der Schultheatergruppe ihr eigenes Ensemble. Und weil sie zu fünft waren, nannten sie es schlicht und ergreifend „Theater 5“. Seither sind 35 Jahre vergangen, in denen sich die Gruppe als fester Bestandteil der Brucker Kulturszene etabliert hat.

Bis heute wurden 37 Stücke inszeniert, an denen mehr als 80 Theaterbegeisterte mitwirkten – darunter alle Altersstufen zwischen 17 und 85. Matthias Weber war noch Schüler, als er 1982 erstmals bei einer Produktion der Laientruppe auf der Bühne stand. Inzwischen ist Weber erster Vorsitzender des „Theater 5“ und der einzige Mann der (fast) ersten Stunde, der heute noch mit dabei ist. Im Wechsel mit Thomas Koppelt führt er Regie statt selbst auf der Bühne zu stehen.

Zum Jubiläum hat er Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“ inszeniert (s. Kasten). „Es war ein langer Weg, bis wir dahin gefunden haben, wo wir heute sind“, erzählt der 50-Jährige. Die Gruppe hatte immer hohe Ansprüche an sich selbst und musste schnell einsehen, dass zwei Stücke pro Jahr nicht zu stemmen waren. Seit 1984 wird jährlich eine Produktion auf die Bretter gebracht, und zwar konsequent von Laien gespielt und von Laien inszeniert - anders als die Neue Bühne Bruck (NBB), wo Amateurschauspieler unter der Regie von Profis agieren.

Um dieses Konzept umzusetzen, habe sich seinerzeit NBB-Intendant Harald Molocher vom „Theater 5“ gelöst, zu dem er ursprünglich gehörte. Trotzdem blieb man sich freundschaftlich verbunden. Das „Theater 5“ gastierte in den damaligen NBB-Räumlichkeiten in der Malchinger Straße und bespielt inzwischen regelmäßig die Bühne im Veranstaltungsforum. Vor dessen Renovierung teilte sich das Laien-Ensemble mit der IG Kultur den Säulensaal. „Dort haben wir gemeinsam eine ganze Serie gestaltet“, erinnert sich Weber. „Die IG Kultur machte Musik und Kabarett, wir spielten Theater.“

Heute besteht das „Theater 5“ aus einem harten Kern von etwa 15 Mitwirkenden. Da die Truppe sich für die Vorbereitung eines Stücks ein halbes Jahr Zeit nimmt, lässt sich die Theaterarbeit gut mit Studium, Berufstätigkeit und Familie kombinieren. „Wir proben einmal die Woche und nur in der Schlussphase täglich“, so Weber, im Hauptberuf Internist mit eigener Praxis in Bruck. Das Repertoire reicht von modern interpretierten Klassikern bis hin zu zeitgenössischen Stücken. Shakespeare, Tschechow, Ibsen, Büchner und Oscar Wilde tauchen in der Chronik ebenso auf wie „Momo“ und der „Räuber Hotzenplotz“, die Elternabend-Komödie „Frau Müller muss weg“ und Dea Lohers Gesellschaftspanoptikum „Diebe“.

Zu Forbildungszwecken leistet sich das „Theater 5“ hin und wieder Workshops mit professionellen Bühnenbildnern und Regisseuren. „Früher war das Theater für uns eher Freizeitspaß, inzwischen sind wir mit Ernst bei der Sache“, so Weber. Trotzdem sind ihm die Grenzen bewusst. „Wir müssen mit anderen Qualitäten punkten als die großen Theater in Müchen.“ Zum Beispiel mit der Nähe zum Publikum. „Es ist doch schön, wenn die Leute merken, wie die Darsteller auf der Bühne um ihr Leben spielen.“

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