Herzstück des Festes: Die Turniere und Kämpfe der Ritter. Foto: tb

Die Spiele beginnen

Kaltenberg: Ein Turnier in Zahlen

Kaltenberg – Das Kaltenberger Ritterturnier ist das größte Mittelalterfest der Welt. Da wundert es nicht, dass dieses Wahnsinnsspektakel einen rekordverdächtigen Besucherandrang verzeichnet – und auch sonst so einige spektakuläre Zahlen. Am Wochenende ist es wieder soweit: Die Spiele werden eröffnet.

Knapp 90 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr ins Schloss Kaltenberg. Mit einem ähnlich großen Andrang ist auch heuer zu rechnen, erklärt Kaltenberg-Sprecher Markus Wiegand. Mehr als 1500 Statisten, Künstler und Musiker tragen dazu bei, dass sich Besucher um hunderte von Jahre zurück in die Vergangenheit versetzt fühlen.

Auf dem etwa drei Hektar großen Gelände werden ab 15. Juli wieder Gaukler, Händler, Handwerker und Kämpfer ihre Zelte aufschlagen. Fast ausgestorbene Berufe wie der Köhler, der in einem aufwendigen Verfahren Holz zu Kohle macht oder der Böttcher, der Fässer herstellt, werden hier zu neuem Leben erweckt.

Besonderes Pläsier dürften den Mittelalterbegeisterten die Auftritte der 16 Musikgruppen auf den fünf Livebühnen Kaltenbergs bereiten. Darunter Entr’Act aus Montculon, Frankreich, die 856 Kilometer zurücklegen müssen, um auf dem Ritterturnier spielen zu können. Aus noch weiterer Ferne stammen die italienischen Spielleut’ Rota Temporis, die von L’Aquila 965 Kilometer reisen, um in der Arena aufzutreten.

Das eigentliche Herzstück Kaltenbergs, das Ritterturnier, findet täglich statt. In der Arena, die um die 10 000 Sitzplätze, davon 3300 überdacht, bietet, gibt es dieses Jahr wieder eine komplett neue Rittershow. Spektakuläre Stunts mit Pferden, actionreiche Bodenkämpfe und Pyrotechnik ziehen die Zuschauer in ihren Bann.

Der Kampf der Ritter darf dieses Jahr wieder vom Publikum bewertet werden. Dadurch bekommen die Turnierteilnehmer einen ganz besonderen Ansporn, alles aus sich herauszuholen. Am schwersten hat es hier im wahrsten Sinne des Wortes wohl der schwarze Ritter, der unter seiner 40 Kilo-Rüstung schwitzt.

Auf nicht allzu niedrige Temperaturen sollte hingegen der Narr Naseweis hoffen, der lediglich mit einem Handtuch bekleidet ist. Weiteren Darbietungen wie dem Teeren und Federn oder dem Gerichtsurteil über vermeintliche Hexen können Besucher mit staunenden Augen beiwohnen.

Für die Hungrigen stehen 23 Essensstände und Restaurants sowie ein Eisverkäufer zur Verfügung. Wem es in der Kehle dürstet, der kann sein Verlangen nach kaltem Gerstensaft oder anderen Getränken an einer der 13 Schenken löschen. Die Vorbereitungen für das inzwischen 37. Ritterturnier zogen sich wie immer über ein ganzes Jahr.

Das Ritterturnier

findet am 22./29. Juli, Samstag 16./23./30. Juli, und Sonntag, 17./24./31. Juli statt. Karten kosten zwischen 23 und 65 Euro und sind telefonisch unter (01 80) 6 11 33 11 unter www.ritterturnier.de zu erwerben.

Am Freitag findet die Gauklernacht statt.

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