Germeringer Stadthalle

Alles neu vom Klo bis zum Parkett

Germering – Die Sanierung der Stadthalle schreitet voran. Zurzeit wird der Parkettboden im Orlandosaal abgeschliffen und die Leitungstechnik erneuert. Die Waschbereiche der Toiletten im Untergeschoss sind so umgebaut worden, dass sie aus hygienischer Sicht fast optimale Bedingungen erfüllen.

Heike Torwächter, im Bauamt für den Unterhalt der Stadthalle zuständig, hatte für die Mitglieder des Betriebsausschusses bei einer Führung durchs Haus fast nur gute Nachrichten: „Wir haben im vergangenen halben Jahr einiges geschafft.“ Unter anderem seien zahlreiche Glasschäden behoben worden, die möglicherweise eine Folge der Hitze des vergangenen Sommers waren. Betroffen war unter anderem eine Glasscheibe des Dachbereiches. Gefahr habe aber keine bestanden: Die Risse befanden sich alle im Inneren der Verbundgläser.

Glasschäden

Glasschäden gab es aber auch an der Fahrradabstellanlage vor der Stadthalle: Lieferanten hätten mit ihren Fahrzeugen immer wieder die Ausmaße des Glasdaches übersehen und es angefahren. Man überlege sich deswegen, wie man die Ränder des Daches deutlicher kennzeichnen könne. Finanzielle Folgen haben diese Schäden aber für die Stadthalle nicht gehabt: „Das waren alles Versicherungsfälle.“

Parkettsanierung

Im Orlandosaal wird derzeit abschnittsweise der Parkettboden abgeschliffen und neu versiegelt. Ein Drittel ist schon fertig. Es folgen als nächstes die abgestuften Bereiche der Besucherreihen, dann die übrigen ebenen Flächen und als letztes der Balkon. Die Instandsetzung zieht sich Torwächter zufolge hin, weil man wegen der Veranstaltungen nie länger als zwei Wochen am Stück arbeiten könne.

Ebenfalls erneuert wurde im Orlandosaal die Verkabelung der Ton- und Lichttechnik. Früher führten von der Bühne aus mehrere dicke Kabel zu den Mischpulten im hinteren Zuschauerbereich. Jetzt wurden unter Putz hochmoderne Netzwerkleitungen verlegt, die in der Nähe des Mischpultes in einem Verteilerkasten münden – ein kurzes dickes Kabel reicht jetzt aus, um für optimalen Ton und Licht zu sorgen.

Mehr Hygiene

Für die Stadthallenbesucher am auffälligsten ist die Erneuerung der Toiletten im Garderobenbereich des Untergeschosses. Ziel ist laut Torwächter eine Verbesserung der hygienischen Bedingungen: Wer aufs Klo geht, sollte möglichst wenige Oberflächen mit den Händen berühren müssen. Im Waschbereich der Toiletten ist dies schon verwirklicht. Die neuen Zugangsschiebetüren öffnen sich sensor-gesteuert. Im Inneren erwartet den Klogänger eine weiße Reihen-Waschtischanlage aus Mineralguss, deren Armaturen ebenfalls berührungsfrei Wasser spenden. Statt aufgerollter Stoffhandtücher gibt es jetzt mehrere Papiertuch-Spender und zwei Luft-Händetrockner, die auch ohne Berührung zu bedienen sind. Die Toilettenbereiche im ersten Stock sollen ebenfalls so hergerichtet werden.

Brandschutz

In Sachen Brandschutz hatte Torwächter ebenfalls positive Nachrichten. Das Brandschutzkonzept sei fertiggestellt und die meisten notwendigen Arbeiten erledigt worden. Es fehlen jetzt nur noch Kleinigkeiten wie eine Überprüfung der Kabeltrassen und ein altersbedingter Austausch von Feuerlöschern. Außerdem muss das Konzept noch von den zuständigen Behörden anerkannt werden.

Mehr Geld in der Kasse

Die Stadthalle ist auch finanziell auf einem Erfolgsweg: Leiterin Medea Schmitt berichtete im Betriebsausschuss von einem „sehr guten Abschluss des Jahres 2015“. Der im Haushalt eingeplante Gesamtverlust in Höhe von 1,6 Millionen Euro sei um 226 000 Euro niedriger ausgefallen. Zu verdanken sei dieses Ergebnis vor allem den gestiegenen Einnahmen bei Veranstaltungen. Im Budget war hier ein Verlust von 50 000 Euro angenommen worden. Die Stadthalle hatte mit Einnahmen von 550 000 Euro und Ausgaben von 600 000 Euro gerechnet. Stattdessen nahm das Haus 777 000 Euro ein und gab nur 670 000 Euro aus.

Bei den Veranstaltungen gab es im Vorjahr nur eine Sparte, die aus dem Rahmen fiel: Mit Theatergastspielen wird nur Verlust gemacht. Das trifft laut Schmitt auch auf Kindertheater zu. Obwohl die in der Regel gut besucht sind, bleibt es ein Zuschussgeschäft, denn: „Wir wollen die Preise niedrig halten.“ Die Erlöse aus Saalmieten lagen laut Schmitt im vergangenen Jahr ebenfalls über dem Planansatz: Statt wie angenommen 380 000 Euro lagen die Einnahmen bei 429 000 Euro.

 Diese Erfolgsgeschichte bei Vermietungen setzt sich heuer fort: Der international tätige Sprachreisen-Anbieter Education First (EF) hat seit kurzem Tagungsräume im 1. Stock angemietet. Tag für Tag werden hier Schüler aus der ganzen Welt in die deutsche Sprache eingeführt. EF hat diese Kurse früher in Pasing durchgeführt und ist wegen der besseren Bedingungen nach Germering umgezogen. Die Schüler leben bei Gastfamilien.

Im Bericht über die Entwicklung der Stadthalle spielen natürlich auch die Kosten für Instandhaltung und Brandschutz eine Rolle. Insgesamt wurden für Sanierungsmaßnahmen 471 000 Euro, für Brandschutz 83 000 Euro ausgegeben. Der Ansatz von insgesamt 529 000 Euro wurde damit um rund 25 000 Euro überschritten: Die Erneuerung der Antriebe des Orchesterpodiums im Orlandosaal war um diese Summe teurer als gedacht. OB Andreas Haas war mit diesen Zahlen ebenso zufrieden wie die übrigen Stadträte: „Wir haben auch schon schwierigere Zeiten erlebt.“ Wichtig ist aus seiner Sicht, dass die Stadthalle in Sachen Kultur auch Dinge macht, die nicht auf Gewinn aus sind. Auf das Ergebnis müsse man dennoch immer achten.

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