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Die Bildhauer (v. l.) Michael Glatzel, Elsa Nietmann und Johannes Hofbauer überreichten OB Andreas Haas einen riesiger Holzpokal als Dankeschön für die Nutzung des Kasernenareals.

Kasernengelände

Ateliertage: Ein Pokal als Dankeschön

Germering - Zwei Wochen lang haben einige Bildhauer auf dem Kasernengelände gesägt, gehämmert und geklopft. Herausgekommen sind schöne Bilder und Skulpturen. Diese waren nun bei den Atelier- und Werktagen zu sehen.

„Wir alle haben sie gesehen: Schreckliche Bilder, die uns nahe gehen und ein dumpfes Gefühl hinterlassen – Bilder die uns Angst machen.“ OB Andreas Haas nahm bei der Eröffnung der Ateliertage Bezug auf den Amoklauf in der Landeshauptstadt. Umso wichtiger sei es, dass es auch andere, schöne Bilder gebe, mit denen sich die Menschen auseinandersetzen können. Auch offene Türen können Zeichen setzen.

„Es war schön zu sehen, wie bei den Werktagen aus unscheinbaren Steinblöcken oder Hölzern Kunstwerke wurden, die man hinterher einfach anfassen und befühlen möchte“, freute sich Haas. Aus einem unbearbeiteten, rauen Zwetschgenstamm wurde eine harmonische, Skulptur mit samtig-feiner Oberfläche – aus Holzquadern wurden filigrane Geflechte. Nicht nur Besucher, auch die Künstler selbst kommen bei den Atelier- und Werktagen ins Schwärmen.

Insbesondere die Bildhauer, die zwei Wochen lang auf dem Kasernengelände gemeinsam sägten, klopften, schliffen und hämmerten, denn: Bildhauer sind in der Regel als Einzelgänger am jeweiligen Objekt zu Gange. Bei den Werktagen wird genau das ad absurdum geführt: Zum siebten Mal war auf dem Kasernengelände Gemeinschaft bei den Bildhauern angesagt und das von früh bis spät.

„Bei den Werktagen herrschte eine sehr anregende Atmosphäre, das spornt einfach an – ich habe gesägt, was die Säge hergab“, erzählt Wolfgang Lynen. Der Münchner war das erste Mal bei den Werktagen mit dabei und will im nächsten Jahr gerne wiederkommen.

Die Nähe und den Austausch mit den anderen Bildhauern schätzt auch Gaby Kromer: „Man diskutiert, hört konstruktive Kritik, kocht und isst gemeinsam – es war wieder einmal eine richtig schöne Zeit. Else Nietmann und Johannes Hofbauer arbeiteten bei den Werktagen auch an einem Kunstwerk der etwas anderen Art: Bei der Eröffnung der Ateliertage überreichten sie OB Haas einen hölzernen Pokal mit der Aufschrift 25 – und nahmen damit Bezug auf das kürzlich begangene Jubiläum zur Stadterhebung.

In den Räumen des Atelierhauses zeigten die Mieter, was in ihren Werkstätten im vergangenen Jahr Neues entstand. Im Raum des Kunstkreises Germering nahm über zwei Tage hin etwas Gestalt an, das Künstler und Bürger im wahrsten Sinne des Wortes miteinander verbinden kann: Das Objekt „Netzwerken“. Ein künstlerisches Gespinst, bei dem jeder Besucher aufgefordert war, auch ein paar Fäden zu ziehen, um etwas Gemeinsames entstehen zu lassen.

von Angi Kiener

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