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Problemlos nach oben: Herbert Sedlmeier hat als erster Rollstuhlfahrer mit OB Andreas Haas die Vorzüge des neuen Aufzugs genießen können. Empfangen wurde er von (v.l.) Helmut Ankenbrand (Dritter Bürgermeister), Wolfgang Andre (Zweiter Bürgermeister), Bauleiter Alexander Neumann und DB-Vertreter Heiko Hamann. 

Einweihung

Endlich bequem mit dem Aufzug zum Bahnsteig

Germering – Das lange Warten ist beendet: Gestern Vormittag ist der Aufzug in der Unterführung, der zum Mittelbahnsteig des S-Bahnhofs führt, in Betrieb genommen worden.

Sozialreferent Herbert Sedlmeier (CSU) war der erste Rollstuhlfahrer, der gestern kurz vor 10 Uhr via Aufzug den Mittelbahnsteig des Bahnhofs erreichte. Sedlmeier, der auch während seiner Zeit als Vorsitzender des Behindertenbeirats schon für den barrierefreien Zugang zur S-Bahn gekämpft hatte, sprach von einem guten Tag für Germering: „Mit dem Aufzug haben wir die letzte große Lücke geschlossen auf dem Weg zur barrierefreien Stadt.“ Davon profitierten nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern alle: „Menschen mit Rollator, Reisende mit schweren Koffern, Mütter mit Kinderwagen oder Verletzte mit Krücken.“

OB Andreas Haas erinnerte in einer kurzen Begrüßung der vielen Stadträte und der Vertreter von Senioren- und Behindertenbeirat an die lange Geschichte auf dem kurzen Weg zum Bahnsteig (siehe Kasten). Er sei froh, dass es jetzt endlich soweit sei.

Aus Sicht von Bahnvertreter Heiko Hamann ist es vor allem der Hartnäckigkeit der Stadt zu verdanken gewesen, dass der Aufzug überhaupt realisiert worden ist. Die Zeit bis zum Baubeginn sei nicht immer einfach gewesen, gestand Hamann. Noch als Alexander Neumann im Frühjahr als Bauleiter die Verantwortung übernommen habe, sei dieser skeptisch gewesen, ob es mit der Fertigstellung noch heuer klappen werde. Neumann habe aber tolle Arbeit geleistet, der Aufzug sei fast planmäßig fertig geworden. Jetzt könne man den immerhin rund 12 000 Fahrgästen, die hier täglich die S-Bahn nutzen, einen besseren Service bieten.

Dass dies die Stadt nicht nur lange Jahre des Bemühens, sondern auch rund 400 000 Euro gekostet hat, minderte bei den Stadträten Franz Hermansdorfer (FWG) und Albert Metz (CSU) die Freude über die Aufzugseinweihung. Auch dass die Stadt jetzt für den Unterhalt des Bauwerks aufkommen müsse, passt ihrer Meinung nach in das etwas schiefe Bild, das der Bahnvertreter gezeichnet habe.

Andere Sorgen hatte SPD-Stadträtin Feri Ershadi-Zimmermann: „Was passiert, wenn der Aufzug stecken bleibt?“ Ein Vertreter des Aufzugsbauers Schindler konnte sie beruhigen: In der Kabine befindet sich ein nicht zu übersehender Knopf, den man im Notfall drücken müsse. Dann werde man über eien Gegensprechanlage direkt mit Schindler verbunden. Die Gefahr eines Defekts sei bei sachgemäßer Behandlung aber relativ gering.

Beim Bau der Bahnunterführung war der Lift schon berücksichtigt

Die Einrichtung des Aufzugs zum Mittelbahnsteig des S-Bahnhofs Germering-Unterpfaffenhofen, so der offizielle Name der Haltestelle, ist eine Geschichte, die sich seit Jahrzehnten hinzieht. Schon beim Bau der Unterführung, die Anfang der 1990er-Jahre eingeweiht worden ist, war an den Lift gedacht worden. Der notwendige Platz stand also von Anfang an zur Verfügung.

Dass der Aufzug dann aber lange Zeit nicht gebaut wurde, lag vor allem an der Frage der Finanzierung. Weil es seit 2004 einen barrierefreien Zugang zum Mittelbahnsteig über die Rampe von der Marktstraße aus gibt, weigerte sich die Bahn, den Aufzug zu bezahlen – die Pflicht barrierefreien Ausbaus war schon mit der Rampe erfüllt. 

Nach etlichen Gesprächen gab es dann vor sechs Jahren erstmals eine Vereinbarung mit der Bahn über die Verteilung der Kosten. Erst fünf Jahre später allerdings, im Oktober 2015, wurde dann von OB Andreas Haas und Heiko Hamann vom zuständigen DB-Bahnhofsmanagement ein Vertrag unterzeichnet, der den Bau endlich möglich machte. Im April dieses Jahres haben die Bauarbeiten begonnen. 

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