In Germering

Burschen gewinnen Stadtwette ganz knapp

Germering – Die Burschenschaft Unterpfaffenhofen hat die Stadtwette gegen den Wirtschaftsverband gewonnen – obwohl am Freitagabend nur 183 statt der geforderten 200 Germeringer in Tracht das Lied „Resi, i hol di mit meim Traktor ab“ gesungen hatten. Der Wetteinsatz, zwei Fässer Bier, wurde an Ort und Stelle übergeben.

Tausende Germeringer verwandelten beim 3. Kunst- und Musikzauber das Zentrum rund um den Kleinen Stachus in eine Feiermeile. Obwohl die Straßen nicht gesperrt waren, herrschte ab 18 Uhr Biergartenstimmung auf den Gehsteigen und den neuen Plätzen am Stachus. Die Geschäfte, die entweder Musiker verpflichtet hatten oder Künstler ausstellen ließen, konnten sich bis um 22 Uhr über mangelnden Zuspruch nicht beklagen. Initiatorin Katrin Schmidt vom Wirtschaftsverband, die selbst auch noch mit ihrer Buchhandlung Lesezeichen zehnjähriges Bestehen feierte, meinte jedenfalls: „Wir sind sehr zufrieden. Auch die erste Resonanz der teilnehmenden Geschäfte ist gut.“

Sie alle profitierten wohl auch von der Stadtwette, die bis um 22 Uhr für einen stetig wachsenden Zustrom der Besucher gesorgt hatte. Bis um 22.15 Uhr, so die Wette der Einzelhändler, schaffen es beide Burschenschaften nicht, 200 Germeringer in Tracht auf dem Stachus zu versammeln und eines von drei vorgegebenen Liedern zu singen.

Ab 21 Uhr sah man zwar immer mehr Germeringer mit Dirndl und Lederhosn. Aber immer wieder hörte man auch die Einschätzung: „Das wird knapp.“ Denn mittlerweile hatte es sich herumgesprochen, dass nur die Unterpfaffenhofer Burschen die Wette angenommen hatten, die Germeringer hatten bei Katrin Schmidt ohne Angabe von Gründen abgesagt.

Zu denen, die standesgemäß gekommen waren, zählten auch der 76-jährige Günter und seine 72-jährige Frau Renate Hornbostel: „Als wir das in der Zeitung gelesen haben, war sofort klar: Wir machen mit.“ Es sei großartig, was der Wirtschaftsverband und die Stadt hier auf die Beine gestellt haben, lobten sie die Veranstalter.

Als ab 22 Uhr dann Trachtler nach Trachtler von Wirtschaftsverbands-Chef Jürgen Biffar in einem abgetrennten Bereich des mittlerweile für Autos gesperrten Stachus abgezählt wurde, war bald klar, dass die 200 nicht erreicht werden. Nach kurzer Beratung gab Biffar aber bekannt: Die Burschen haben gewonnen – auch, weil nur eine von zwei Burschenschaften die Wette angenommen habe.

Burschenvize Christian Irrgang ließ sich da nicht lumpen: „Wir werden dennoch beim nächsten Kunst- und Musikzauber vor Weihnachten am Stachus Glühwein verkaufen.“ Das hätten sie nämlich im Falle einer Niederlage tun müssen.

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