Beschützer auf dem Schulweg: Diese rund 60 Helfer begleiten behinderte Kinder. Foto: Weber

Tolles Engagement

Diese Freiwilligen begleiten behinderte Kinder im Schulalltag

Germering – Damit behinderte Kinder die Schule besuchen können, brauchen sie oft Hilfe – im Unterricht und in den Pausen. Dafür gibt es sogenannte Schulbegleiter.

Der Verein „Hilf“, der solche Begleiter ausbildet und einsetzt, kann sich auch heuer wieder über etliche Freiwillige freuen. Insgesamt 60 Menschen haben sich bereiterklärt, die kranken Kinder zu betreuen.

Bei dem Job geht es darum, die Kinder zu unterstützen, aber nicht bevormunden. Das ist gar nicht so leicht. Außerdem haben die Kinder völlig unterschiedliche Handicaps. Allgemeingültige Lösungen gibt es in der Regel nicht.

„Die individuellen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen sollen gefördert und ihre Persönlichkeit respektiert werden“, erklärt Andrea Szabo, Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin der Geschäftsstelle des Vereins in Germering. Zwischen 6 und 16 Jahren alt etwa sind die zu betreuenden Kinder, betroffen von körperlicher oder geistiger Behinderung. „Auch das erfordert individuelles Eingehen“, so Szabo.

Deshalb werden die Begleiter zuvor intensiv geschult. „Wir unterstützen sie auch später bei ihrer Arbeit während des Schuljahres“, so Szabo. Die Helfer, die heuer den Dienst starten, sind zwischen 18 und 50 Jahre alt. Besondere Voraussetzungen müssen die Freiwilligen nicht erfüllen – sie werden zuvor durch den Verein auf ihre Aufgabe vorbereitet. Aber: Man sollte zwischen 20 und 30 Wochenstunden Zeit haben.

Bevor es richtig losgeht, können sich Betreuer und Schüler an drei Probetagen beschnuppern. Das ganze findet an der jeweiligen Schule statt, die der Schützling besucht. „Der persönliche Bezug muss passen und das Vertrauen der Eltern da sein“, erklärt Szabo. Schließlich handle es sich bei dem Betreuer um eine Bezugsperson, der man das Kind über längere Zeit anvertraue.

Auch die Schulen greifen den Begleitern unter die Arme. Es handelt sich dabei um Regel- oder Förderschulen in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und München. „Wir achten darauf, dass es für alle Beteiligten so wohnortnah wie möglich ist“, betont Szabo. Zu weite Anfahrtswege wären sinnlos. Unter den neuen Schulbegleitern seien heuer wieder einige, die den Bundesfreiwilligendienst machen. Oft tun sie das, um sich auf ein Studium im sozialpädagogischen Bereich orzubereiten, weiß Szabo.

Laut Szabo seien zwischen Schülern und Begleitern schon Freundschaften entstanden. „Oft erkundigen sich die Freiwilligen regelmäßig, wie es dem Kind geht. Sogar, wenn die Begleitung abgeschlossen ist.“

von Hans Kürzl

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