Unternehmerinnen, Führungsfrauen und ein Quotenmann diskutierten über die Erwartungen, die an Wiedereinsteigerinnen gestellt werden (v. l.): Maike Wendt (Personalleiterin Stadt Germering), Karina Brauer-Mack (Sparkasse Germering), Barbara Magg (Wirtschaftsförderung LRA), Sandra Pabst (Geschäftsführerin Gebe), Moderatorin Silke Mekat, Simone Dappert (Headhunterin) und Walter Müller (VR-Bank). foto: kiener

Germering

Wie Frauen wieder zurück in den Beruf finden

Germering – Die Germeringer Fraueninitiative (GeFI) hat gemeinsam mit dem Frauen- und Mütterzentrum (Frau MütZe) die erste Germeringer Frauenbörse auf die Beine gestellt. Das Motto: „Mein bestes Kapital bin ich!“

Es ist eine persönliche Entscheidung, und gleichwohl eine folgenreiche, der sich viele Frauen nach der Babypause stellen müssen oder wollen: „Wann und wie kehre ich zurück in den Beruf, was bedeutet das für mich, meine Familie oder meinen Arbeitgeber?“. Bei der Informationsbörse für Frauen im Amadeussaal der Stadthalle standen nun genau diese Fragen im Mittelpunkt.

Eines wurde sehr schnell deutlich: Das ist eine Veranstaltung mit Potenzial zur Wiederholung, denn: „Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt, die Frauenbörse findet großen Anklang – die Frauen trauen sich und das ist ein toller Erfolg“, so die Bilanz der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Renate Konrad.

Beim Wiedereinstiegs-Forum für Frauen stellten zahlreiche Weiterbildungsinstitute ihre Leistungen vor. Die sind gerade für Frauen interessant, die sich längere Zeit aus dem aktiven Berufsleben ausgeklinkt haben, um für ihre Familie da zu sein. Manche familiäre Auszeit dauert länger, weil sich nach der Kindererziehung dann noch die Pflege von Anverwandten dazu addiert.

Doch abseits davon ist auch die Zahl der schnellen, meist hochqualifizierten Wiedereinsteigerinnen groß. Bei einer abschließenden Podiumsdiskussion wurde aber deutlich: Auch sie müssen darauf achten, nach relativ kurzer Auszeit nicht den Anschluss zu verlieren. Fünf Führungsfrauen und ein Quotenmann informierten hier die Frauen darüber, was Unternehmen von Bewerberinnen erwarten, aber auch darüber, wie Arbeitgeber Wiedereinsteigerinnen mit entsprechenden Angeboten entgegenkommen können. Klar wurde hierbei auch, dass die Karten beiderseits offen ausgespielt werden müssen – schließlich zahlen sich Ehrlichkeit und Authentizität letztlich für beide Seiten aus.

Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Silke Mekat. Die Buchautorin befasst sich eingehend mit Elternzeit und Wiedereinstieg und den damit einhergehenden Herausforderungen. Barbara Magg (Wirtschaftsförderung des Landratsamts) informierte über Ergebnisse einer Mütterbefragung in Kindertagesstätten: „Die Familien wünschen sich von den Arbeitgebern flexible Arbeitszeiten und Offenheit für Homeoffice“, sagte Magg. Die Kitas seien in Sachen Bringzeiten (vor 8 und nach 17 Uhr) und bei qualifizierter Hausaufgabenbetreuung gefordert.

Damit nach der Elternzeit der berufliche Wiedereinstieg klappt, müssen Arbeitgeber und -nehmer an einem Strang ziehen. Bestenfalls sollte auch während der Auszeit Kontakt gehalten und entsprechende Angebote bereitgehalten werden.

Volksbanken oder Sparkassen können in diesem Bereich punkten. Allerdings kann es nicht jeder Betrieb leisten, passgenaue Arbeitszeiten anzubieten. Letztlich muss auch das Gefüge innerhalb der Familie auf den Wiedereinstieg der Frau in den Beruf entsprechend reagieren und sich von alten Rollenklischees verabschieden. Denn: Das Projekt „Frau und Beruf“ oder „Familie und Beruf“ funktioniert nur, wenn alle an zusammenarbeiten.

Oder, anders gesagt: Es funktioniert entschieden leichter, wenn auch Männer wissen, wie man eine Waschmaschine bedient oder wie man ein Essen kocht. Und wenn auch ein gegenseitig funktionierendes Netzwerk im Bekanntenkreis den Wiedereinstieg leichter macht. (akk)

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